Das Wien Museum zeigt „Wiener Typen“

April 22, 2013 in Ausstellung

Schusterbuben und Lavendelfrauen

zwischen Klischee und Wirklichkeit

"Hallo Dienstmann!", Paul Hörbiger und Hans Moser, 1952 Filmprogramm © Wien Museum

„Hallo Dienstmann!“, Paul Hörbiger und Hans Moser, 1952
Filmprogramm
© Wien Museum

Lavendelfrauen und Wäschermädel, freche Schusterbuben und  Hausierer, arme Musikanten und stolze Bierkutscher, Dienstmänner und Rastelbinder, der gecke-kecke Gigerl und die „Leinwand-Krawoden“: Als kulturelle Institution zirkulierten diese k.k. Urwiener Typen in stereotypen Darstellungen  durch vielerlei Medien. Von der Druckgrafik bis zur Fotografie. Wegen ihrer Verkaufsrufe – „An Lavendel hob i do, kauft’s ma an Lavendel o – waren sie auch beliebte Sujets im Wienerlied. Nur noch wenige, wie der dauerpalavernde Fiakeroder der grantig zu sein habende Cafehaus-Kellner, wurden als als touristische Requisiten der Stadt, als Folklore-Objekte, bis heute erhalten.

Das Wien Museum trennt ab 24. April in der Ausstellung „Wiener Typen – Klischee und Wirklichkeit“. Die Schau zeigt die harte Lebensrealität dieser urbanen Unterschicht, dieser vagabundierenden Händler im späten 19. Jahrhundert. Konfrontiert die Besucher mit Realitäten wie Kinderarbeit, ethischer Ausgrenzung und Migration. Da vergeht einem die Sehnsucht nach der „guten, alten Zeit“, wie sie Hans Moser und Paul Hörbiger sehr viel später heraufbeschworen haben …

www.wienmuseum.at

Von Rudolf Mottinger

Wien, 22. 4. 2013