Museum der Moderne Salzburg: Lisl Ponger. Professione: fotografa

November 27, 2018 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Blick auf das Bekannte und das Fremde

Lisl Ponger: Geisterbeschwörung, 2012. Bild: © Lisl Ponger / Bildrecht, Wien, 2018

Fotografie, Experimentalfilm, Medienkunst – das Werk Lisl Pongers ist ausgesprochen vielfältig. Immer wieder nimmt sie die Frage nach dem Fremden und dem Eigenen in den Blick.

Auf zwei Ebenen des Rupertinum präsentiert das Museum der Moderne Salzburg nun ab 1. Dezember in einer umfangreichen Übersichtsschau das Werk der Trägerin des Otto-Breicha-Preis für Fotokunst 2017.

Seit den frühen 1970er-Jahren arbeitet Lisl Ponger als freischaffende Künstlerin in den Bereichen Fotografie und Film.

Mit ihren inszenierten Fotoarbeiten wie „La Catrina“ und „Teilnehmende Beobachterin“ zeigt Ponger, wie sich Stereotypen, Rassismen und Blickkonstruktionen seit Mitte des 19. Jahrhunderts in der Fotografie erhalten und fortgesetzt haben. Daneben sammelt sie für ihr eigenes fiktives Museum MuKul, das Museum für Fremde und Vertraute Kulturen, Objekte aus der westlichen Alltagskultur und aus touristischen Souvenirläden, die den Umgang des Westens mit fremden Kulturen offenbaren. In der Ausstellung „Professione: fotografa“ werden in drei Kapiteln neben zahlreichen großen fotografischen Tableaus auch einige ihrer frühen Filme sowie Objekte und Skulpturen des Museums MuKul präsentiert. Ebenfalls zu sehen ist die 2017 für das neu eröffnete Weltmuseum Wien erarbeitete Installation „The Master Narrative und Don Durito“.

Lisl Ponger: Ohne Titel, 2013. Aus der Serie „La Catrina or another Mexican Afternoon“. Bild: © Lisl Ponger / Bildrecht, Wien, 2018

Lisl Ponger: Ohne Titel, 2013. Aus der Serie „La Catrina or another Mexican Afternoon“. Bild: © Lisl Ponger / Bildrecht, Wien, 2018

Der Titel der Ausstellung, der von der Künstlerin gewählt wurde, lehnt sich an Michelangelo Antonionis Film „Professione: reporter“ aus dem Jahr 1975 an, in dem Probleme von Erkenntnis und Eigenverantwortlichkeit sowie die Beziehung zwischen dem Künstler und seinem Werk thematisiert werden. „Der außergewöhnliche, interdisziplinäre Facettenreichtum von Lisl Pongers künstlerischem Denken zeigte sich bereits in der Konzeption dieser umfangreichen Übersichtsschau, an der die Künstlerin maßgeblich beteiligt war. Ganz besonders freut es mich auch, dass sie für Salzburg eine neue Fotoserie gestaltet hat, die wir nun erstmals öffentlich präsentieren“, so Christiane Kuhlmann, Kuratorin Fotografie und Medienkunst sowie Mitglied der Jury des Otto-Breicha-Preises für Fotokunst 2017.

www.museumdermoderne.at

27. 11. 2018