Hermann Beil inszeniert Schnitzler

April 3, 2013 in Bühne

Christian Dolezal erzählt an der Josefstadt

über das „Spiel im Morgengrauen“

Christian Dolezal Bild: Theater in der Josefstadt

Christian Dolezal
Bild: Theater in der Josefstadt

Am 4. April hat auf der Probebühne des Theaters in der Josefstadt eine Dramatisierung, eine szenische Darstellung von Arthur Schnitzlers Meisternovelle „Spiel im Morgengrauen“ Premiere. Und zwar als One-Man-Show. Christian Dolezal (Rabenhof-Besuchern bekannt durch seine fulminante Leistung in „Iba de gaunz oamen Leit“ von Christine Nöstlinger) erzählt mit unbestechlicher Genauigkeit die Geschichte rund um den jungen Leutnant Kasda und wie die Macht des Geldes das Leben eines Menschen zerstören kann. Leitung des Abends: Hermann Beil.

Die 1927 veröffentlichte Novelle zählt neben „Leutnant Gustl“ und „Fräulein Else“ zu den größten Schätzen in Schnitzlers erzählerischen Werk. Kasda riskiert für einen ehemaligen Kameraden, weil dieser in einer prekären Finanzsituation steckt, seine letzten hundert Gulden im Glücksspiel. Doch Pech – oder die Sucht des Nicht-Aufhören-Könnens – sind sein Begleiter; Kasda verliert. In 75 Minuten ein ganzes Menschenleben.

Ein grandios geschildertes Drama, für Hermann Beil „großes Theater“. In Schnitzlers Novellen werde eine „zwingende Theatralik offenbar“, so der Regisseur, eine, „die nicht mit Lautstärke oder Staatsaktion auftritt, sondern ganz leise, scheinbar wie von selbst ihre Menschenfiguren an den lebensbedrohlichen Abgrund führt und so vor die eigene Lebensentscheidung stellt.“

www.josefstadt.org

Von Michaela Mottinger

Wien, 3. 3. 2013