Theater in der Josefstadt: Die Saison 2018/19

September 5, 2018 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Herbert Föttinger bleibt Direktor bis 2026

Chefdramaturg Matthias Asboth, Josefstadt-Direktor Herbert Föttinger, Stiftungsvorstands-Vorsitzender Günter Rhomberg und die Autoren Daniel Kehlmann und Max Morgan-Witts. Bild: Herwig Prammer

Am Tag, nachdem Bund und Stadt Wien angekündigt hatten, die Subventionen für das Theater in der Josefstadt für die kommenden drei Jahre um insgesamt 1.645.000 Millionen Euro aufzustocken – womit „unseren Wünschen einigermaßen entsprochen wurde“, so der Vorsitzende des Stiftungsvorstands Günter Rhomberg – lud Josefstadt-Direktor Herbert Föttinger zur Programmpressekonferenz für die Spielzeit 2018/19.

Ein Vormittagsgespräch, das Rhomberg mit der guten Nachricht eröffnete, Föttingers Vertrag bis 2026 verlängert zu haben. Er habe sich, so der künstlerische Leiter des Hauses, die Entscheidung zu diesem Schritt nicht leicht gemacht, schließlich aber zugesagt, weil er „noch zwei ganz große Aufgaben“ zu stemmen gedenke, seit er in den vergangenen Jahren seiner Direktion die Josefstadt zum „Haus der lebenden Autoren“ und die Kammerspiele „zum urbanen Komödienhaus“ umfunktioniert habe: „Erstens will ich einen dritten Spielraum, eine Studiobühne, installieren, die als ,Josefstadt-Box‘ für 49 Zuschauer im derzeitigen Abonnementbüro untergebracht wird. Zweitens soll die Josefstadt eine echte Heimat für österreichische Dramatiker werden.“

Dieser Fokus ist an der mit der morgigen Uraufführung beginnenden Saison bereits abzulesen. 10 von 15 Premieren basieren auf Texten heimischer Autoren; der Themenschwerpunkt für 2018/19 lautet „Flucht und Heimatlosigkeit“. Dazu stehen Karl Schönherrs „Glaube und Heimat“ (14. 2.), Franz Werfels „Jacobowsky und der Oberst“ (14. 3.), Elmar Goerdens Joseph-Roth-Bearbeitung „Die Trottas“ (16. 5.) und Daniel Kehlmanns „Die Reise der Verlorenen“ auf dem Programm.

Will das Abonnementbüro zur Studiobühne für 49 Zuschauer umfunktionieren: Föttinger mit Rhomberg. Bild: Herwig Prammer

Mit Kehlmanns Dramatisierung des Buches „Voyage oft he Damned“ von Gordon Thomas und Max Morgan-Witts, Zweiterer bei der Pressekonferenz in Wien anwesend, geht’s am 6. September los. Das Stück beschreibt eine wahre Geschichte: die Fahrt der St. Louis mit 937 jüdischen Flüchtlingen am Bord von Nazideutschland nach Kuba – wo man nicht an Land gelassen wird und umdrehen muss Richtung Europa. „Vollkommen gepackt und fasziniert“ sei er von der Vorlage gewesen, erklärt Kehlmann seine Intention, an diesem Mammutprojekt mit 33 Schauspielern und 20 Statisten mitzuwirken. „Es ist wichtig in diesem Moment diese Geschichte zu erzählen“, so der Bestsellerautor.

An ausgesuchten Abenden wird „Die Reise der Verdammten“ als Dilogie mit Peter Turrinis „Fremdenzimmer“ zu sehen sein. Weitere Ur- und Erstaufführungen an der Josefstadt und an den Kammerspielen: „Vier Stern Stunden“ von Daniel Glattauer (13. 9.), „Marias Testament“ von Colm Tóibín (29. 9.), „Eine Frau. Mary Page Marlowe“ von Tracy Letts (28. 3.), „Toulouse“ von David Schalko (11. 4.) und „Die Niere“ von Stefan Vögel (2. 5.).

www.josefstadt.org

  1. 9. 2018