Bank Austria Kunstforum Wien: Man Ray

Februar 9, 2018 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Grenzgänger der „schönen“ Künste

Man Ray: Noire et Blanche,1926 (um 1970). Privatbesitz, Courtesy Galerie 1900-2000, Paris © Man Ray Trust/Bildrecht, Wien, 2017/18

Ab 14. Februar zeigt das Kunstforum der Bank Austria die Ausstellung „Man Ray“: Man Ray (geboren als Emmanuel Radnitzky 1890 in Philadelphia, gestorben 1976 in Paris) wurde stets vor allem als Fotograf rezipiert. Weitreichende Berühmtheit erlangte er für seine Künstler-Fotoporträts und seine kameralos aufgenommenen Rayografien der 1920er Jahre. Dass Man Ray jedoch malte, zeichnete, designte, Filme drehte, Objekte entwarf, Schriften verfasste.

Sich auch für Typografie, Buch- und Magazingestaltung begeisterte und eine veritable Karriere als experimenteller Modefotograf bei Harper’s Bazaar und Vogue verfolgte, will die aktuelle Schau vor Augen führen. Während Man Rays Fotografie in keiner Überblicks-Ausstellung zu Dadaismus und Surrealismus fehlt, ist er bis dato im deutschsprachigen Raum als Universal-Künstler nur wenigen ein Begriff. Sein Grenzgängertum bezieht sich dabei nicht nur auf die verschiedensten Medien, sondern auch auf die zwei Kunst-Metropolen des 20. Jahrhunderts – Paris und New York – wo Man Ray abwechselnd lebte.

Die Ausstellung des Bank Austria Kunstforum Wien wird sich „dem ganzen Man Ray“ widmen und sich kritisch mit lebenslangen Themen auseinandersetzen, die sein Werk durchwegs kennzeichnen wie etwa die Nähe und Distanz zwischen männlicher und weiblicher Körperlichkeit und Kreativität und ihre Inszenierung im Werk. Die Schau wird auch Man Ray als „friend to everyone who was anyone“ zeigen, der in den glamourösesten gesellschaftlichen Zirkeln verkehrte und so als Prototyp des künstlerischen Netzwerkers und Impulsgebers fungierte.

Man Ray: Autoportrait, 1937/71. Sammlung Marion Meyer, Paris © Galerie Eva Meyer, Paris. © Man Ray Trust/Bildrecht, Wien, 2017/18

Man Ray: Violon d’Ingres, 1924 (1990). Courtesy Galerie Johannes Faber © Man Ray Trust/Bildrecht, Wien, 2017/18

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Auswahl von 200 Schlüsselwerken aus der ganzen Welt, darunter Gemälde, Fotografien, Objekte, Papier- Arbeiten, Collagen, Assemblagen und experimenteller Film, wird die gleichsam enigmatische wie komplexe Künstlerpersönlichkeit Man Rays umreißen und zeigen, wie er – in kongenialer künstlerischer Komplizenhaftigkeit mit Marcel Duchamp – den Grundstein legte für wie und was wir heute als „Kunst“ betrachten.

www.kunstforumwien.at

9. 2. 2018