Albertina: Look! New Acquisitions/Neuerwerbungen

Juli 4, 2017 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Von Gottfried Helnwein bis William Kentridge

Gottfried Helnwein: Pink Mouse 2, 2008. Bild: Albertina, Wien © Bildrecht, Wien, 2017

Ab 6. Juli zeigt die Albertina zum ersten Mal eine Ausstellung auf zwei Ebenen des Museums: Auf mehr als 2.500 Quadratmetern – in der Propter Homines Halle und in der Bastei der Albertina – gibt das Haus einen Einblick in die Sammlungsstrategie zur zeitgenössischen Kunst unter der Direktion von Klaus Albrecht Schröder.

Aus mehr als 10.000 Werken, die in den letzten 18 Jahren an zeitgenössischer Kunst erworben wurden, haben Klaus Albrecht Schröder und Kuratorin Antonia Hoerschelmann an die 350 Werke von 55 Künstlerinnen und Künstlern ausgewählt. Deutlich erkennbar wird die Absicht, nach Möglichkeit nicht isolierte Einzelwerke zu erwerben, sondern Werkgruppen, um ein komplexes Verständnis für die künstlerischen Ideen und Gestaltungsprinzipien eines Schaffens zu erhalten. Grundsätzlich wurden für die Sammlung zeitgenössischer Kunst ausschließlich Zeichnungen und Druckgrafiken angekauft.

Dennoch befinden sich heute hunderte Gemälde in der Sammlung für Gegenwartskunst der Albertina. Viele Künstlerinnen und Künstler haben dem Museum bedeutende Gemälde geschenkt, um mit der Gesamtheit ihres Schaffens in diesem Museum repräsentiert zu sein: Zeichnung, Druckgrafik, Malerei werden nur als verschiedene Ausdrucksformen derselben unteilbaren künstlerischen Konzeption und Idee verstanden.

Alex Katz: Reclining Figure / Indian Blanket, 1987. Bild: Albertina, Wien © Bildrecht, Wien, 2017

William Kentridge: Camera in Landscape, 1994. Bild: Albertina, Wien © William Kentridge

Obwohl die hauptsächliche Intention dieser großen Ausstellung ist, einen Einblick in die Sammlungsstrategie der Albertina in den letzten beiden Jahrzehnten zu gewähren, ist die Ausstellung einmal nach Themen (Akt, politisches Engagement, Collage), dann nach Künstlergruppen (Neue Malerei, Minimalismus), das dritte Mal nach monografischen Gesichtspunkten (Doğançay, Deutsch, Helnwein) gegliedert.

Klaus Albrecht Schröder und Antonia Hoerschelmann nehmen mit dieser Auswahl ausdrücklich keine Wertung vor: „Wir könnten ohne weiteres mehrere vergleichbare Ausstellungen präsentieren, ohne dass sich ein einziges Werk wiederholen würde, und ohne jeglichen Verlust an Qualität und Bedeutung“, so Hoerschelmann. „Erfreulicherweise konnten wir in vorangegangenen Präsentationen einige der diesmal nicht vertretenen künstlerischen Positionen vorstellen, an weiteren Ausstellungen zur zeitgenössischen Kunst wird bereits gearbeitet.“

Georg Baselitz: Liebespaar 1984 – altsachlich (Remix), 2007. Bild: Albertina, Wien © Georg Baselitz

Sigmar Polke: Ohne Titel, 1999. Bild: Albertina, Wien © Bildrecht, Wien 2017

Teil der Sammlungsstrategie ist es, sich mit einzelnen Künstlerinnen und Künstlern über Jahre kontinuierlich zu befassen, bekräftigt Klaus Albrecht Schröder: „Es ist diese Kontinuität, die ein Museum von einer Kunsthalle unterscheidet. Wir bekennen uns zu einzelnen Künstlerinnen und Künstlern, sammeln deren Werk über Jahre und präsentieren es in unterschiedlichen Zusammenhängen immer wieder.“

www.albertina.at

4. 7. 2017