Crowdfunding für „Das Floß der Medusa“

Juni 8, 2017 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Die TheaterArche sucht Förderer für ihr nächstes Projekt

Théodore Géricault: Das Floß der Medusa (Le Radeau de la Méduse), 1819. Bild: Louvre

Die TheaterArche will mithilfe zukünftigen Publikums ihr wichtigstes Projekt für das Jahr 2018 auf die Beine stellen. Gespielt werden soll „Das Floß der Medusa“ nach dem Roman von Franzobel, und das Zauberwort dazu heißt: Crowdfunding. 15.000 Euro werden benötigt, wer gibt, bekommt im Gegenzug Vieles – von natürlich Eintrittskarten über Schauspielunterricht und Gesangstraining bis zu Originalzeichungen von Bianca Tschaikner.

Die bekannte Illustratorin wird beim „Floß der Medusa“ live mitzeichnen, den Kannibalismus, die Gewalt. Ihr Zeichnen wird projiziert und dadurch eine Art lebendiges, sich veränderndes Bühnenbild entstehen. Tschaikner ist es, die während der Aufführung den Bogen vom geschriebenen, gesprochenen Wort zu Théodore Géricault gemaltem Meisterwerk spannen wird.

Jakub Kavin, künstlerischer Leiter der TheaterArche, erklärt: „Unser Stück beleuchtet menschliche Abgründe und die gesellschaftliche Zerrissenheit im Rahmen einer Katastrophe. Wir begeben uns damit auf eine theatrale Forschungsreise: Wie verhält sich der Mensch, wenn er in eine aussichtslose Situation geworfen wird? Welche Überlebensmechanismen treten in Kraft? Wo sind die Grenzen menschlicher Zivilisation? Wann gewinnen niedere Triebe und der bloße Überlebensinstinkt die Oberhand? Das sind die Fragen, die unsere Inszenierung stellt.“

Bianca Tschaikner: Seemänner, 2017

Aktuelle Bezüge sind evident bei dieser geplanten Großproduktion. Dreißig Schauspieler, Tänzer, Performer und Musiker werden dabei mitwirken. „Alle Darstellerinnen und Darsteller sind während des gesamten Stücks auf der Bühne. Es gibt kein Entrinnen“, so Kavin.

Geplant ist die Premiere vor dem 1. Juli 2018. Angefragt dafür sind bereits mehrere größere Häuser wie das Volkstheater, das Schauspielhaus oder der Rabenhof. Und auch die Wiener Festwochen will Jakub Kavin noch kontaktieren. Der Franzobel-Roman ist bei Zsolnay erschienen, die Rechte für die Bühnenfassung liegen beim Thomas Sessler Verlag.

Zum Crowdfunding: wemakeit.com/projects/das-floss-der-medusa

www.theaterarche.at

Wien, 8. 6. 2017