Weltmuseum Wien: André Hellers Eröffnungsfest

Mai 16, 2017 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Tag der offenen Tür am 25./26. Oktober

Der Orient vor der Haustüre. Bild: © ARGE Ralph Appelbaum Associates / Hoskins Architects

Nach drei Jahren Umbau ist es demnächst soweit: Das neu gestaltete Weltmuseum Wien wird am 25. Oktober mit einer neuen Schausammlung und mehreren Sonderausstellungen wiedereröffnet. Das wird gefeiert – mit einem sinnlichen Kaleidoskop aus theatralischen und musikalischen Splittern unterschiedlicher Kulturen auf einer Open-Air-Bühne am Heldenplatz unter der künstlerischen Leitung von André Heller.

Nach der Show und am 26. Oktober kann man das neue Museum mit seinen weltberühmten Objekten bei freiem Eintritt besichtigen.

Das neue Weltmuseum versteht sich als Ort, der Menschen und Kulturen auf einzigartige Weise miteinander verbindet. Das Museum hat es sich zur Aufgabe gemacht, sich mit der kulturellen Vielfalt der Menschheit zu befassen und mit seinen weltumspannenden Sammlungen Österreichs reichhaltige historische Beziehungen zur Welt zu dokumentieren. Die Bedeutung des Hauses hat Universalkünstler André Heller dazu inspiriert, das Bühnenfest für die große Wiedereröffnung zu konzipieren. Gemeinsam mit internationalen Künstlern wird er am Abend des 25. Oktobers auf einer Bühne am Heldenplatz ein Zeichen für Toleranz, Respekt und Miteinander setzen. Die Öffentlichkeit wird bei freiem Eintritt zahlreiche Auftritte herausragender Künstler, die zum Teil erstmals in Österreich zu sehen sind, erleben können. Nach der Eröffnungsfeier wird das Weltmuseum Wien zugänglich sein. Bei freiem Eintritt können Besucher bis ein Uhr nachts das neue Museum erkunden. Diese Möglichkeit besteht außerdem am Nationalfeiertag von 13 bis 21 Uhr.

„Wir freuen uns außerordentlich über zwei Dinge: Einerseits, dass wir heute endlich das offizielle Eröffnungsdatum bekanntgeben konnten, auf das wir in den vergangenen Jahren hingearbeitet haben. Andererseits, dass uns ein so großartiger und weltbekannter Künstler wie André Heller das schönste Geschenk zur Wiedereröffnung macht, indem er sich bereiterklärt hat, unsere Bühnenshow zu kuratieren. Das ist eine große Ehre und macht uns sehr stolz“, so Direktor Steven Engelsman bei der Pressekonferenz am Dienstagmittag. „Wir alle im Weltmuseum Wien können die Wiedereröffnung kaum erwarten. Wir sind im Endspurt und es sind nur noch vier Monate für die Fertigstellung übrig geblieben. Ganz Österreich kann auf das neue Museum voller schöner Überraschungen gespannt sein.“

Ein österreichisches Mosaik Brasiliens. Bild: © ARGE Ralph Appelbaum Associates / Hoskins Architects

Geschichten aus Mesoamerika. Bild: © ARGE Ralph Appelbaum Associates / Hoskins Architects

Das Herzstück des neuen Museums wird die von Grund auf neu konzipierte Schausammlung sein. In 14 Sälen, die sich wie eine Perlenkette von Geschichten aneinanderreihen, werden die zentralen Bestände gezeigt und aus zeitgemäßer Sicht interpretiert. Sie werden insgesamt 3.127 Objekte und zahlreiche Fotographien zeigen. Dabei werden oft überraschende Verbindungen zwischen Österreich und der Welt sichtbar gemacht. Alle Besucher werden dazu eingeladen, die weltumspannenden Sammlungen – darunter der berühmte Federkopfschmuck „Penacho“, die Sammlung des James Cook oder die Objekte der Brasilien-Expedition des Johann Natterer – neu zu entdecken.

Einen ersten Einblick in die neu gestaltete Schausammlung ermöglichte am Dienstag die Präsentation des bereits fertiggestellten Saales „Im Schatten des Kolonialismus“. Dieser Raum beschäftigt sich mit der kolonialen Vergangenheit und der damit verbundenen Entfaltung ethnographischer Museen. Auch das Weltmuseum Wien profitierte von der kolonialen Expansion Europas und die Erwerbsgeschichten vieler Gegenstände erzählen von Aneignung und kolonialer Gewalt. Während die Kolonien nach den Zweiten Weltkrieg sukzessive ihre Unabhängigkeit erstritten und in diese entlassen wurden, schien die Zeit in den ethnographischen Museen stillgestanden zu sein. Nur zögerlich wurden die scheinbar zeitlosen Vorstellungen vom Eigenen und vom Fremden erst ab den 1980er-Jahren hinterfragt. Heute stellen sich die ethnographischen Museen ihrer eigenen kolonialen Vergangenheit, nicht nur um ein Bewusstsein für diese zu schaffen, sondern auch um daraus zu lernen. Denn die Art und Weise, wie in der Gegenwart mit den Sammlungen und den damit verbundenen Menschen umgegangen wird, prägt das Bild ethnographischer Museen in der Zukunft.

Südsee: Begegnungen mit dem verlorenen Paradies. Bild: © ARGE Ralph Appelbaum Associates / Hoskins Architects

Benin und Äthiopien. Kunst, Macht, Widerstand. Bild: © ARGE Ralph Appelbaum Associates / Hoskins Architects

Mit der Wiedereröffnung werden ergänzend zur Schausammlung auch fünf Sonderausstellungen zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler – darunter Lisl Ponger und Dejan Kaludjerović – im Hochparterre und Mezzanin eröffnen, die einen anderen Blick auf ethnographische Themen bieten und zeitgenössische Akzente setzen. Im neuen cook café & bistro in der Säulenhalle kann man sich verköstigen lassen und im Museumsshops das spannende Sortiment erkunden.

www.weltmuseumwien.at

Wien, 16. 5. 2017