Wiener Theaterjury: Förderempfehlungen 2018 – 2021

März 16, 2017 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Wer in den nächsten Jahren finanziell unterstützt wird

Am Donnerstag präsentierte die Theaterjury die Ergebnisse ihrer Evaluation der Konzeptförderung sowie die nächsten Vierjahresförderungen von 2018 bis 2021. Wie Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny bereits erklärte, wird die Stadt Wien die Förderempfehlungen umsetzen. „Sie entsprechen der Grundidee der Konzeptförderung, gezielte Impulse zu setzen und innovativen Theaterprojekten langfristig eine Chance zu geben. Ich freue mich, dass wir der Freien Wiener Theaterszene die Finanzierung für weitere vier Jahre zusichern können“, so Mailath.

Insgesamt haben 61 Häuser und Freie Gruppen ihre Konzepte für die Genres Sprechtheater, Performance, Tanz, Musiktheater, Theater für junges Publikum, Figurentheater sowie für interdisziplinäre und inklusive Projekte eingereicht. 25 Konzepte werden für eine Vierjahresförderung empfohlen, darunter vier Freie Gruppen und Häuser, die erstmals in den Genuss einer Konzeptförderung kommen. Weitere sechs Konzepte werden von der Jury – in Abstimmung mit dem Kuratorium für Theater, Tanz und Performance – für eine Zweijahresförderung empfohlen.  Von den etwa 25 Millionen Euro, mit denen das Off-Theater in Wien unterstützt wird, entfallen ungefähr 6,5 Millionen Euro auf die Konzeptförderung und 2,6 Millionen Euro auf die Projektförderung.

Die Theaterjury – bestehend aus Genia Enzelberger, Doris Happl, Christina Kaindl-Hönig, Matthias Lošek und Stephan Rabl – würdigt in ihrem Gutachten die mannigfaltigen künstlerischen Positionen der eingereichten Konzepte als Ausdruck der Lebendigkeit der Wiener Off-Theaterlandschaft. Besonders dem Freien Sprechtheater würde es gelingen, neues Publikum anzuziehen, weshalb die Jury empfiehlt, diesem Trend mehr Raum zu geben. Als Folge dessen findet eine Weiterentwicklung des bestehenden Spielstättenverbundes Werk X statt. Die Spielstätte am Petersplatz wird künftig unter einer autonomen kuratorisch-dramaturgischen Leitung in erster Linie Freien Sprechtheatergruppen zur Verfügung stehen.

Mit dem aktionstheater Wien von Martin Gruber und Martin Ojster wird auch eine neue Sprechtheatergruppe in die Konzeptförderschiene aufgenommen. Hier überzeugte man nicht nur durch das Konzept, sondern auch durch gute Auslastungszahlen, junge Publikumsschichten und einem intensiven Austausch mit den Bundesländern. Auch die Gruppe „God’s Entertainment“, Boris Ceko, Maja Degirmendzic und Simon Steinhauer, erhält erstmals eine Konzeptförderung. Das experimentelle Performance-Kollektiv steht für innovatives, politisches Theater. Charakteristisch für ihre Arbeit ist das Prinzip der Zuschauerbeteiligung, die Realisierung von Projekten im öffentlichen Raum und Spontanität.

Das vollständige Gutachten und die Empfehlungen im Einzelnen:

www.wien.gv.at/kultur/abteilung/foerderungen/theaterfoerderung.html

Wien, 16. 3. 2017