Jacqueline Kornmüller & Peter Wolf: Museum der Träume

Mai 9, 2016 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Ihr Ganymed-Projekt geht auf Schloss Ambras weiter

Pàl Szepesi tanzt in der Sammlung Gotischer Skulpturen. Bild: © KHM-Museumsverband

Pàl Szepesi tanzt in der Sammlung Gotischer Skulpturen. Bild: © KHM-Museumsverband

Nach dem großen Publikumserfolg der preisgekrönten Ganymed-Serie im Kunsthistorischen Museum Wien und in der Kulturhauptstadt 2016 Breslau entwickeln Jacqueline Kornmüller und Peter Wolf von „wenn es soweit ist“ auf Schloss Ambras Innsbruck ein performatives Spiel durch Zeit und Raum: das Museum der Träume Ambras. Ab 21. Mai trifft zeitgenössische Performance auf die Kunst der Renaissance und eröffnet neue Sichtweisen auf die hauseigenen Sammlungen. An acht Abenden erwecken Schauspieler, Musiker und Tänzer das Schloss zum Leben.

So setzt sich Sabine Gruber lustvoll mit dem Portrait des Humanisten Giovanni Boccaccio auseinander. Der weißrussische Autor Viktor Martinowitsch, dessen Roman „Paranoia“ in seiner Heimat verboten wurde, sucht in der Rüstkammer Erzherzog Ferdinands II. die Nachklänge der Grausamkeit des Krieges. Simon Zöchbauer, Julia Lacherstorfer und das Musikduo „Ramsch & Rosen“ verheiraten sich und andere in der St. Nikolauskapelle.
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Thomas Glavinic bespielt mit seinem Text „Nackt!“ das Bad der Philippine Welser. Komponistin Johanna Doderer komponiert die Klagen des gotischen Schmerzensmanns. Franz Schuh macht sich in der Habsburger Porträtgalerie auf die Suche nach dem Lächeln. Bei Milena Michiko Flašar geht das riesige Ambraser Schwein zu Herzen. Und Esther Balfe und Emmanuel Obeya erforschen mit ihrer Choreographie neue Galaxien unter dem Ambraser Sternenhimmel. Es spielen unter anderem Günther Lieder, Vivien Löschner, David Oberkogler, Harald Pröckl, Katharina Stemberger und Peter Wolf.
Peter Wolf spielt in der Zweiten Rüstkammer einen Text von Viktor Martinovich. Bild: © KHM-Museumsverband

Peter Wolf spielt in der Zweiten Rüstkammer einen Text von Viktor Martinovich. Bild: © KHM-Museumsverband

Katharina Stemberger spielt in der Habsburger Porträtgalerie einen Text von Franz Schuh. Bild: © KHM-Museumsverband

Katharina Stemberger spielt in der Habsburger Porträtgalerie einen Text von Franz Schuh. Bild: © KHM-Museumsverband

Das Museum der Träume startet am Toreingang des Ambraser Unterschlosses. Dort werden die Eintrittskarten in farbige Einlassscheine umgetauscht. Die verschiedenen Farben teilen das Publikum auf die verschiedenen wundersamen Ort im Schloss auf, an denen jeweils die erste Performance beginnt. Von dort aus wird dann das Schloss eigenständig erkundet, um die weiteren Szenen zu erleben. Jede Szene wird gleichzeitig und mehrmals hintereinander gespielt. Dadurch haben alle Zuschauer die Möglichkeit, alle Szenen zu sehen. Zusätzlich gibt es eine Videoinstallation von Helmut Wimmer in der Bacchusgrotte und eine Soundinstallation des Songs „Smile“ von Charlie Chaplin. Ihn singen unter anderem Michael Bublé und Rod Stewart.

Ab Innsbruck fährt ein Gratis-Shuttlebus zum Schloss.

Jacqueline Kornmüller und Peter Wolf im Gespräch: www.mottingers-meinung.at/?p=14766

www.schlossambras-innsbruck.at/museumdertraeume

www.wennessoweitist.com

Wien, 9. 5. 2016