Essl Museum: Die Sammlung eSeL

Mai 2, 2016 in Ausstellung

VON RUDOLF MOTTINGER

Die letzte Ausstellung vor der Schließung

Bettina Rheims @Essl Museum, 2015. Bild: © eSeL.at - Lorenz Seidler

Bettina Rheims @Essl Museum, 2015. Bild: © eSeL.at – Lorenz Seidler

Barbis Ruder. In: Performance H13 Preisverleihung an Dolce & Afghaner, 9. 9. 2011, Kunstraum Niederoesterreich. Bild: © eSeL.at - Lorenz Seidler

Barbis Ruder. In: Performance H13 Preisverleihung an Dolce & Afghaner, 9. 9. 2011, Kunstraum Niederoesterreich. Bild: © eSeL.at – Lorenz Seidler

Pipilotti Rist @Kunsthalle Krems, 2015. Bild: © eSeL.at - Lorenz Seidler

Pipilotti Rist @Kunsthalle Krems, 2015. Bild: © eSeL.at – Lorenz Seidler

Bevor das Essl Museum mit 1. Juli nach fast 17 Jahren den Ausstellungsbetrieb schließt (mehr dazu: www.mottingers-meinung.at/?p=18580), gibt es eine letzte große Schau: Ab 4. Mai präsentiert das Haus die interaktive Ausstellung „Die Sammlung eSeL“. In einer großen, mehrere Räume umfassenden collagehaften Arbeit inszeniert der Wiener Kunstnetzwerker, Wissensproduzent, Kurator und Künstler Lorenz Seidler alias eSeL darin das Kunstgeschehen der vergangenen 17 Jahre.

Dafür greift er auf seine künstlerischen Fotoarbeiten, Videos und sein umfassendes Archiv zurück. Unter aktiver Einbindung des Publikums  – vor Ort und via Internet – werden nicht nur der Wandel von kulturellen Rahmen- und Produktionsbedingungen im Wiener Kunstfeld fokussiert, sondern auch neue Herausforderungen und zukünftigen Potentiale zeitgenössischer Kunst thematisiert.

Seit mehr als 15 Jahren kommuniziert und kommentiert eSeL über seine Online-Kanäle und anhand von Ausstellungsprojekten das Wiener Kunstgeschehen. Dabei entstand eine Sammlung, die sowohl aus den fotografischen Arbeiten des Künstlers besteht, die das Kunstgeschehen mit Hingabe und Humor akribisch beobachten, als auch aus Videos und Projekten, die Aspekte im Kunstbetrieb thematisieren. Außerdem hat eSeL ein aus allen Nähten platzendes Archiv an Drucksorten, Flyer, Einladungen und Pressemappen, aller Ausstellungshäuser seit Beginn der 2000er-Jahre angelegt. All das wird nun im Essl Museum zu sehen sein.

Durch die Beteiligung von und Gespräche mit Besuchern sollen neue Aspekte der Schau erarbeitet werden, die eSeL in die wachsende Ausstellung einarbeiten wird. Unter dem Hashtag #SammlungEsel auf Facebook, Twitter und Instagram können Interessierte vor Ort oder via Internet ihre persönlichen Kunstbeobachtungen einbringen und werden eingeladen darüber nachzudenken, welche Veränderungen sie in der Kunst in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten bemerkt haben und diese auch zu kommentieren.

Diese Texte sowie eingesandte Fotos oder andere online wie vor Ort eingebrachte Materialien werden laufend in die Ausstellung integriert und dienen als Basis für neue Schwerpunktsetzungen und fotografische Kommentare des Künstlers.

Zum Künstler:

Lorenz Seidler alias eSeL lebt und arbeitet als „ästhetische Lebensform“ in Wien und im Internet. Er wurde 1974 geboren und studierte Kunstgeschichte und Philosophie. Seit 2011 betreibt er die eSeL Rezeption im Museumsquartier Wien, seit 1999 betreibt er den eSeL Mehl Newsletter und die Website www.esel.at.

www.essl.museum

Wie, 2. 5. 2016