Seefestspiele Mörbisch 2016: Viktoria und ihr Husar

April 20, 2016 in Klassik

VON RUDOLF MOTTINGER

Dagmar Schellenberger präsentierte die Produktion

Die Stars von "Victoria und ihr Husar": Michael Heim, Dagmar Schellenberger und Andreas Steppan. Bild: Seefestspiele Mörbisch

Die Stars von „Viktoria und ihr Husar“: Michael Heim, Dagmar Schellenberger und Andreas Steppan. Bild: Seefestspiele Mörbisch/Jerzy Pin

Eine rare Perle der glamourösen Revue-Operette präsentierte Intendantin Dagmar Schellenberger Mittwoch Vormittag ihrem Publikum 2016. Nach 43 Jahren Pause verlieren, finden und lieben „Viktoria und ihr Husar“ einander wieder auf der Seebühne in Mörbisch.

Paul Abrahams Operette ist eine Geschichte mit Tiefgang, jede Menge Evergreens zum Mitsingen von „Reich mir zum Abschied noch einmal die Hände“, „Mausi, süß warst du heute Nacht“ bis „Meine Mama war aus Yokohama“, spektakuläre Tanznummern und eine wahre Ausstattungsschlacht, die zwischen 7. Juli und 20. August für Glamour am Neusiedler See sorgen wird. „Ein Spektakel der besonderer Art“, verspricht die Intendantin.

Besondere Anforderungen gibt es an das Bühnenbild, denn „Viktoria und ihr Husar“ gleicht einer musikalischen Weltreise, die von Sibirien über Tokio nach St. Petersburg und schließlich zum großen Finale in die Puszta führt. „Diesen völlig unterschiedlichen Schauplätzen ist aber eines gemeinsam“, erklärt Christian Floeren, der Bühnenbild und Kostüme entworfen hat: „Jedes Bild ist um die zweiteilige Revuetreppe gruppiert – sie ist der Dreh- und Angelpunkt für die Tänzerinnen und Tänzer und kann mit LED fast wie eine Lichtwand ihre Farbe verändern.“

Das Bühnenbild wird opulent. Bild: Seefestspiele Mörbisch

Das Bühnenbild wird opulent. Bild: Christian Floeren

Nicht nur das Bühnenbild steht ganz im Zeichen der Tanzes, auch sonst werden bei den Seefestspielen 2016 völlig neue Maßstäbe gesetzt. Das Ballett besteht aus 50 Tänzerinnen und Tänzern, mit denen Choreograf Simon Eichenberger bereits seit dem Frühjahr die extrem aufwendigen Schrittfolgen erarbeitet. „Insgesamt haben wir einen sehr breiten Bogen von Folklore-Momenten bis hin zu amerikanischen Einflüssen aus Charleston und Foxtrott gespannt.“ 22 Tanznummern hat das Stück, da „müssen neben den 25 Tanzpaaren – so viele gab es noch nie in Mörbisch – auch alle Sängerinnen und Sänger rann“, sagt Dagmar Schellenberger, die die Gräfin „Viktoria“ singt, und sich am Ende zwischen zwei Männern entscheiden muss: ihrem Husar, Michael Heim, und dem US-Botschafter John Cunlight, Andreas Steppan.

Zu sehen sind in der Regie von Andreas Gergen neben Dagmar Schellenberger als Viktoria, Andreas Steppan als Botschafter und Michael Heim bzw. Garrie Davislim als Husarenrittmeister Stefan Koltay, Verena Barth-Jurca bzw. Theresa Dittmar und Jeffrey Treganza bzw. Peter Lesiak sowie Andreas Sauerzapf bzw. Timo Verse und Laura Scherwitzl bzw. Katrin Fuchs als die beiden Buffo-Paare. Die musikalische Leitung hat David Levi.

Intendantin Dagmar Schellenberger und ihr Mörbisch-Team. Bild: Seefestspiele Mörbisch

Intendantin Dagmar Schellenberger und ihr Mörbisch-Team. Bild: Jerzy Pin

Für alle, die den Inhalt nicht kennen sollten: Die ungarische Gräfin Viktoria führt eine komfortable, aber wenig leidenschaftliche Ehe mit John Cunlight, dem amerikanischen Botschafter in Tokio. In der Botschaft herrscht Aufbruchsstimmung, denn Cunlights Versetzung nach St. Petersburg steht unmittelbar bevor. In die Reisevorbereitungen hinein platzen zwei ungarische Soldaten, denen die Flucht aus russischer Kriegsgefangenschaft gelungen ist. Viktoria trifft dieser unerwartete Besuch mitten ins Herz – erkennt sie in einem der beiden Männer doch ihre große Liebe Stefan Koltay wieder, ihren Verlobten aus Jugendtagen, von dem sie dachte, dass er im Ersten Weltkrieg gefallen sei. Am Schluss siegt die Liebe und in Ungarn wird eine Dreifach-Hochzeit gefeiert.

www.seefestspiele.at

Wien, 20. 4. 2016