Jüdisches Museum Wien: Stars of David

April 8, 2016 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Jüdisch sein rockt! Der Sound des 20. Jahrhunderts

Kiss. Bild: © Kiss/Epicrights

Kiss mit Gene Simmons und Paul Stanley. Bild: © Kiss/Epicrights

Barbra Streisand, Bob Dylan, Billy Joel, Neil Diamond, Amy Winehouse, Paul Simon, Leonard Cohen, Lou Reed oder Matisyahu, das sind nur einige Namen von Künstlerinnern und Künstlern, die Musikgeschichte geschrieben haben. Die heimliche Hymne der USA, „God Bless America“, aber auch „White Christmas“ stammen von Irving Berlin, einem Sohn jüdischer Einwanderer aus Weißrussland. Mit einem Wort: Jüdische Musikerinnen und Musiker prägen das Musikbusiness des 20. und 21. Jahrhundert.

Die Ausstellung „Stars of David“, ab 13. April im Jüdischen Museum Wien zu sehen, thematisiert das in unterschiedlichen Genres, porträtiert die Musiker und geht zurück bis in die Zeit der k.u.k.-Monarchie, wo wesentliche Wurzeln dieser Geschichte zu finden sind.

Am Beginn des 20. Jahrhunderts gab es eine wechselseitige Beeinflussung der Unterhaltungsmusik in den USA und in Europa: Die europäischen Immigranten brachten ihre musikalischen Traditionen nach Amerika und die amerikanische Musik fand Eingang in die europäische Unterhaltungskultur.

Erst durch die Emigration vieler jüdischer Künstler aus Europa in der Zeit des Nationalsozialismus hat sich nach 1945 die kreative Innovation eindeutig in den angloamerikanischen Raum verschoben, da die meisten in Hollywood erfolgreichen Emigranten nicht nach Europa zurückkehrten. Ihre Musik ist wieder nach Europa zurückgekehrt – und zwar mit allen Genres vom Musical, über die Filmmusik bis hin zu Jazz, Rock und Pop.

Amy Winehouse. Bild: © Universal

Amy Winehouse. Bild: © Universal

Bob Dylan. Bild: mottingers-meinung.at

Bob Dylan. Bild: mottingers-meinung.at

Die Ausstellung zeigt dies anhand der wichtigsten Erfinder und Interpreten: Musical-Komponisten von George Gershwin über Jerome Kern bis zu Leonard Bernstein und Stephen Sondheim landeten Kassenschlager am Broadway oder in Hollywood und schufen Klassiker der Filmmusik, viele wurden mit Oscars und Grammys ausgezeichnet. Vor allem im Jazz avancierten jüdische Musiker wie Benny Goodman, Artie Shaw, Stan Getz oder John Zorn zu Szene-Ikonen.

In Rock und Pop, in Punk und Rap stachen Gruppen wie „Kiss“ durch Paul Stanley und Gene Simmons, „The Ramones“ mit Bandgründer Tommy und die „Beastie Boys“ hervor. Neben den internationalen Stars werden die israelische, französische und Wiener Szene beleuchtet: Von Serge Gainsbourg bis hin zu den „Sabres“ um Edek Bartz, „Geduldig und Thiman“ oder Arik und Timna Brauer. Zur von Marcus G. Patka und Alfred Stalzer kuratierten Ausstellung werden jede Menge Zusatzprogramme und Events angeboten.

www.jmw.at

Wien, 8. 4. 2016