Die große Kaiser Franz Joseph-Ausstellung

März 15, 2016 in Ausstellung

VON RUDOLF MOTTINGER

Eine Audienz ganz anderer Art

Ausstellung in der Wagenburg Bild: Kunsthistorisches Museum Wien

Ausstellung in der Wagenburg
Bild: Kunsthistorisches Museum Wien

Am 16. März startet die große Sonderausstellung „Franz Joseph 1830-1916 – Zum 100. Todestag des Kaisers“ an vier Standorten in Wien und Niederösterreich. Dienstag Vormittag wurde ein Programm präsentiert, das einen facettenreichen und durchaus kritischen Blick auf das Leben und das politische Werk des Langzeitmonarchen werfen will. Das nähere Kennenlernen der Person Franz Joseph soll nämlich keinesfalls zu einer Verklärung führen, sondern vielmehr zu einem besseren geschichtlichen Verständnis. Neben den historischen Originalschauplätzen Schloß Schönbrunn, Kaiserliche Wagenburg Wien und Hofmobiliendepot – Möbel Museum Wien geht mit Schloss Niederweiden ein neuer Ausstellungsstandort in Betrieb.

„Ich denke, es ist uns gelungen, sowohl einen umfassenden Überblick über die Person Franz Josephs zu geben, als auch die politischen Auswirkungen seines teilweise ambivalenten Handelns darzustellen“, sagt Franz Sattlecker, Geschäftsführer der Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. „Es würde mich besonders freuen, mit dieser Ausstellung bei unseren Besucherinnen und Besuchern das Interesse für diese letzte Phase der Habsburger Monarchie zu wecken.“

„Mensch & Herrscher“ ist das Thema der Sonderausstellung im Schloß Schönbrunn. Mit den Berglzimmern, den Weißgoldzimmern und dem Kronprinzenappartement werden Bereiche des Schlosses zugänglich gemacht, die sonst nicht zu sehen sind. Mit teils sehr persönlichen Objekten werden Franz Josephs dynastische Herkunft, Kindheit, Ehe, Kinder und Enkelkinder, wichtige politische Ereignisse, Schicksalsschläge, aber auch seine vielzitierten Affären beleuchtet. Die Kaiserliche Wagenburg Wien beleuchtet das Image des Monarchen im Spannungsfeld von „Repräsentation & Bescheidenheit“. Einerseits musste Franz Josephs Herrscherbild den imperialen Ansprüchen eines Großreichs genügen, andererseits pflegte er persönlich einen sehr spartanischen und anspruchslosen Lebensstil. Die Hochzeit 1854, seine Krönung in Ungarn 1867 und seine feierliche Bestattung 1916 sind wichtige Themen des Standorts. „Die Kaiserliche Wagenburg Wien ist zentraler Schauplatz der Ausstellung und der KHM-Museumsverband wichtigster Leihgeber der Schau“, erklärt KHM-Generaldirektorin Sabine Haag die Kooperation. „Die Ausstellung in der Kaiserlichen Wagenburg Wien zeigt eindrucksvolle Kutschen wie den berühmten Leichenwagen des Wiener Hofes, prachtvolle Galauniformen aus dem Besitz des Kaisers und festliche Pferdegeschirre wie ein erstmals ausgestelltes achtteiliges Zuggeschirr mit opulenten feuervergoldeten Beschlägen.“

Der Historiker Karl Vocelka spannt als Kurator an den Standorten Schloß Schönbrunn, Hofmobiliendepot – Möbel Museum Wien und Schloss Niederweiden den Themenbogen rund um Franz Joseph von „Mensch & Herrscher“ über „Fest & Alltag“ bis hin zu „Jagd & Freizeit“. Im Hofmobiliendepot – Möbel Museum Wien liegt der Fokus auf „Fest & Alltag“ des Kaisers. Einer feierlich gedeckten Tafel steht hier ein Bild des Kaisers in seinem „Bonjourl“ gegenüber, einem aus einem Uniformmantel geschneiderten Morgenrock, in dem er Akten bearbeitete. Der Standort zeigt viele Objekte aus seinen wenigen privaten Momenten. Bild- und Tondokumente präsentieren den ersten Kaiser in Film und Phonographie. Das architektonische Kleinod Schloss Niederweiden holt mit dem Thema „Jagd & Freizeit“ Bad Ischl ins niederösterreichische Marchfeld. Hier wird nicht nur die beeindruckende Strecke Franz Josephs mit teils kuriosen Objekten gelegt. Auch die Passion für das Jagen anderer berühmter Habsburger sowie die Bedeutung der Jagd für den Adel werden hier gezeigt. Eine originalgetreu eingerichtete Wildküche wartet mit Kochworkshops auf die Gäste. Weitere Highlights des umfangreichen Rahmenprogramms sind Kammerstücke und szenische Lesungen.

Mehr zur Ausstellung: www.mottingers-meinung.at/?p=16188

www.franzjoseph2016.at

Wien, 15. 3. 2016