Thomas Köck ist der erste Preisträger der Theaterallianz

Februar 22, 2016 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Theater am Lend aus Graz neu im Bühnenverbund

Kulturminister Josef Ostermayer, Autor Thomas Köck, Schauspielhaus-Intendant Tomas Schweigen Bild: Hans Hofer

Kulturminister Josef Ostermayer, Autor Thomas Köck, Schauspielhaus-Intendant Tomas Schweigen. Bild: Hans Hofer

Der erste von der Theaterallianz der freien österreichischen Bühnen (Theater KOSMOS, Schauspielhaus Salzburg, klagenfurter ensemble, Theater Phönix Linz und Schauspielhaus Wien) ausgelobte Autorenpreis geht an den Österreicher Thomas Köck. Das wurde Montagvormittag im Rahmen einer Pressekonferenz im Schauspielhaus Wien bekanntgegeben.

Der junge Dramatiker, geboren 1986 in Steyr in Oberösterreich, wird für seinen Stückentwurf mit dem Arbeitstitel „Kudlich – eine anachronistische Bauernoper“ ausgezeichnet. Der Preis ist mit 9500 Euro dotiert und mit einer Uraufführung am Schauspielhaus Wien in der kommenden Saison verbunden. Nach der Premiere wird die Inszenierung auf Tournee durch alle Mitgliedstheater der Allianz gehen. Die neu geschaffene, aus Mitteln des Bundeskanzleramts finanzierte Auszeichnung gehört damit zu den höchst dotierten Förderinstrumenten für zeitgenössische Dramatik im deutschsprachigen Raum.

Der Wettbewerb stand unter dem thematischen Motto „Der Kongress tanzt!“ und hatte österreichische Dramatikerinnen und Dramatiker eingeladen, über die Nachwirkungen des Wiener Kongresses nachzudenken. Die Jury prämierte schließlich den Entwurf „Kudlich“ von Thomas Köck, der auf Initiative des Wiener Schauspielhauses teilgenommen hatte. Aktuell entwickeln dessen Intendant Tomas Schweigen und Köck mit dem Stück „Strotter“ einen „postapokalyptischen Spaziergang“, der am 1. April zur Uraufführung kommen wird. Eine weitere Arbeit Köcks, „Isabelle H. (geopfert wird immer)“, erlebt im Rahmen des Festivals Neues Wiener Volkstheater am 11. März im Volx/Margareten seine österreichische Erstaufführung (mehr: www.volkstheater.at/stueck/isabelle-h/).

Mit „Kudlich“ ist Thomas Köck ein gleichermaßen komischer wie sprachlich virtuoser Parforceritt durch die Restaurationszeit gelungen, der über möglichen Parallelen zwischen der Gegenwart und den Jahren nach dem Wiener Kongress nachdenkt. Vor der Folie der Biographie des Bauernbefreiers Hans Kudlich verhandelt er humorvoll und poetisch Fragen nach Revolution, Widerstand und letztlich nach der Gestaltungskraft des Politischen.

Erweiterung der Theaterallianz

Auf der letzten Sitzung der Theaterallianz wurde außerdem eine Erweiterung beschlossen: Mit dem Theater am Lend aus Graz (mehr: www.theateramlend.at) ist ab der kommenden Spielzeit 2016/17 nun auch die Steiermark im Verbund vertreten. Mit der Zusammenarbeit mit dem Theater, das in enger Verbindung mit dem Drama Forum von uniT Graz steht, stärkt die Allianz ihre Position als wesentliche Institution für die zeitgenössische Dramatiker-Szene in Österreich. „Als Kunst- und Kulturminister freut es mich, wenn eine Theaterkooperation so gut funktioniert und eine win-win-Situation für alle Beteiligten ist. Daher gibt es auch die klare Zusage, diese Zusammenarbeit weiterhin finanziell zu unterstützen und zwar mit jährlich bis zu 90.000 Euro an Förderungen“, schloss Josef Ostermayer die Pressekonferenz. „Es ist den beteiligten Häusern gelungen, miteinander mehr zu schaffen und mehr zu ermöglichen, als es jeweils alleine möglich gewesen wäre“.

INFO: Die Theaterallianz ist eine Plattform, die vor allem das zeitgenössische Theater in Österreich fördert. Ziele sind die intensive Vernetzung, die Bündelung von Ressourcen, die Förderung von Bühnenkünstlerinnen und -künstlern, die überregionale Verbreitung von Produktionen und zugleich die Ergänzung der Spielpläne um qualitativ hochwertige Aufführungen der Partnertheater.

www.schauspielhaus.at

Wien, 22. 2. 2016