Museum der Moderne Salzburg: Die Ausstellungen 2016

Januar 22, 2016 in Ausstellung

VON RUDOLF MOTTINGER

In Guggenthal entsteht ein neues Kunstdepot

Henri de Toulouse-Lautrec: Divan Japonais, 1892  Bild: Sprengel Museum Hannover

Henri de Toulouse-Lautrec: Divan Japonais, 1892
Bild: Sprengel Museum Hannover

Neben großen Ausstellungen bringt das Jahr 2016 für das Museum der Moderne Salzburg auch zwei große Bauvorhaben. In Partnerschaft mit der Generali Foundation wird im Sommer am Standort Rupertinum eine neue Einrichtung eröffnet: das Generali Foundation Studienzentrum, eine neue Form der Auseinandersetzung mit internationaler moderner und zeitgenössischer Kunst, die Erleben und Erforschen vereinen will. Die Besucher des Studienzentrums haben künftig Zugriff auf Archive, Fachbibliothek und eine Videosammlung, die vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart reichen.

Neu errichtet wird ein Standort in Guggenthal östlich von Salzburg. Ein Kunstdepot von 4.500 Quadratmetern soll voraussichtlich ab Mitte 2017 verschiedene Kunstmedien, fehlende Serviceräume und die Sammlung des Landes Salzburg beherbergen. „Es soll sich dabei nicht einfach nur um ein Depot handeln. Es wird eine richtige Außenstelle und damit ein wichtiger Ort des Museums der Moderne“, so MdM-Direktorin Sabine Breitwieser.

Ab dem Frühjahr steht das Museum der Moderne Salzburg im Zeichen der Plakatkultur um 1900 und ihres Meisters Toulouse-Lautrec, „Affichomanie“ läuft ab 12. März, aber auch von Kunst und Tanz der 1920/30er-Jahre. Hierfür werden die einzigartigen Bestände der in Salzburg angesiedelten Derra de Moroda Dance Archives themenbezogen inszeniert und durch Auftragswerke zeitgenössischer Künstler beleuchtet. Gemeinsam mit der Generali Foundation wird ab 23. April die erfolgreiche Reihe der thematischen Sammlungsausstellungen fortgeführt.

Zur 200-jährigen Zugehörigkeit Salzburgs zu Österreich kommen in einer ambitionierten Ausstellung im Sommer Themen zur Sprache, die die Stadt zwischen Tradition und Erneuerung mitten in Europa in den Fokus nehmen. Ist Salzburg tatsächlich anti-modern, wie immer wieder behauptet wird? Ausgehend von dieser weit verbreiteten Annahme, soll mit der international besetzten Schau „Anti : Modern“ ab 23. Juli ein differenziertes Bild der Moderne in Mitteleuropa gezeichnet werden. Untersucht wird, inwieweit ein weltoffenes, aufgeschlossenes, der Kunst zugewandtes Denken im Westen Österreichs vorhanden war, was durch die politische Propaganda ab den 1930er-Jahren verschüttet wurde, und wie sich der Ist-Zustand darstellt. Im Rupertinum wird zur Festspielsaison ab 2. Juli dem Bildwitz als Mittel der Zeitkritik von Goya bis Grosz nachgegangen.

Im Herbst präsentiert das Museum der Moderne Salzburg eine Werkschau der frühen Plastiken von Walter Pichler, der im kommenden Jahr seinen achtzigsten Geburtstag begehen würde. Parallel dazu findet die bislang umfangreichste Ausstellung des aus Kalifornien stammenden Zeichnerstars Raymond Pettibon statt. „Homo Americanus“ läuft ab 19. November. Im Rupertinum wird eine speziell an Kinder gerichtete Ausstellung organisiert, die sich den Themen Identität und Heimat und den täglichen Schlagzeilen zu den Flüchtlingen widmet. Titel: „Anders sein – was ist Heimat?“, zu besuchen ab 12. November.

www.museumdermoderne.at

Wien, 22. 1. 2016