Claudia Kottal hat eine Theatertruppe gegründet

Januar 8, 2016 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

migrationshintergrund.am.arsch spielt „Familie Tót“

Familie Tót Bild: M.A.A.* Kulturverein

Familie Tót
Bild: M.A.A.* Kulturverein

Im Gespräch mit mottingers-meinung.at hatte Claudia Kottal angekündigt, eine neue Theatertruppe gründen zu wollen. Der Name, „migrationshintergrund .am.arsch“ (M.A.A.*), ist von Kottal und Mitgründerin Anna Kramer mit Ironie gewählt, weil „der Begriff eine Art Modeerscheinung ist und man es sich im Kulturbereich zur Aufgabe gemacht hat, sich mit ihm auseinanderzusetzen. Dabei beinhaltet die vermeintlich politisch korrekte Bezeichnung an sich bereits eine Ausgrenzung“.

M.A.A.* zeigt nun ab 14. Jänner im OFF Theater seine erste Produktion: „Familie Tót“, eine Tragikomödie, eines der wenigen Theaterstücke des ungarischen Autors István Örkény. „Es ist in Ungarn sehr bekannt, der Stoff ist auch ein Filmklassiker, nur in Österreich wurde es noch nie gespielt. Ich kenne so viele tolle Stücke aus Osteuropa und will noch mehr entdecken“, sagt Kottal. „Das ist eben das, was wir tun wollen: hierzulande unbekanntes Theater, vor allem aus dem Balkan, zeigen.“ Und gegebenenfalls auch selbst übersetzen.

Inhalt von „Familie Tót“:  Die Familie des ehrenwerten Feuerwehrhauptmanns Lájos Tót erwartet sehnsüchtig die Rückkehr des geliebten Sohnes von der Front. Doch stattdessen besucht sie sein Vorgesetzter – der Major – zur Erholung von den psychischen Strapazen der gnadenlosen Kriegshandlungen. Die Tóts stimmen zu, den Major für zwei Wochen bei sich in ländlicher Idylle aufzunehmen, für ihn zu sorgen, ihn zu pflegen und ihm jeden Wunsch von den Lippen abzulesen. Denn die Hoffnung, er würde danach den Sohn aus Dankbarkeit von der Front in eine sichere Schreibstube versetzen, beflügelt die Familie zu untertänigsten Diensten. Es sind ja „nur“ zwei Wochen, aber der Major will und will sich nicht zufrieden zeigen…

Regie führt Imre Bozoki Lichtenberger, die Musik macht Cellistin Rina Kaçinari. Es spielen – ausschließlich Frauen – Claudia Kottal, Suse Lichtenberger, Anna Kramer, Constanze Passin und Julia Schranz.

www.maa.co.at

karten@maa.co.at

Claudia Kottal im Gespräch: www.mottingers-meinung.at/?p=15898 Ihre Erfolgsproduktion „Die Blonde, die Brünette und die Rache der Rothaarigen“ wird am 9. Februar im KosmosTheater wiederaufgenommen.

Wien, 8. 1. 2016