Schubert Theater: Hänsel, Gretel, Finsterwald

Oktober 27, 2015 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Von Flucht und dem Wunsch, irgendwo anzukommen

Bild: Schubert Theater

Bild: Schubert Theater

Wer dieser Tage von Puppentheater nicht genug bekommen kann, sollte sich in Nikolaus Habjans eigenes Haus, das Schubert Theater, aufmachen. Dort hat am 29. Oktober „Hänsel, Gretel, Finsterwald“ Premiere, eine Figurentheater-Installation für Erwachsene auf der Basis von Grimms Märchen.

Märchen erzählen immer von Grenzsituationen im Leben. So auch bei Hänsel und Gretel, die in den tiefen, beängstigenden Wald verstoßen werden, da ihre Eltern sie nicht mehr ernähren können. Die Regisseurin Marie Steiner verknüpft dieses Märchen in verschiedenen Bildern mit eigenen Texten rund um die Themen Armut, Flucht, Verlorensein und dem Wunsch endlich irgendwo anzukommen. An diesem ungewöhnlichen Abend verschwimmen die Grenzen zwischen Figurentheater und Installation, zwischen Märchen und Allegorie. Die von Claudia Six gestalteten Figuren oszillieren zwischen Abstraktion und puppenhafter Menschlichkeit. In ihrer einzigartigen Ästhetik bleiben sie dennoch: unschuldige Kinder, eine dekadente, fresswütige Hexe und ein lauernder Vogel. Die Bühne gestalten ebenfalls Claudia Six und Marie Steiner, das Figurenspiel liegt in den Händen von Manuela Linshalm und Franziska Singer.

schuberttheater.at

Wien, 27. 10. 2015