Architektur.Film.Sommer 2015

August 11, 2015 in Film, Tipps

VON RUDOLF MOTTINGER

Feines Festival im MQ

Göttliche Lage. Eine Stadt erfindet sich neu Bild: © Ulrike Franke, Michael Loeken

Göttliche Lage. Eine Stadt erfindet sich neu
Bild: © Ulrike Franke, Michael Loeken

Von 12. bis 22. August findet im Hof des Architekturzentrums im Wiener Museumsquartier das dritte Architekturfilmfestival statt. Die diesjährige Filmschau steht unter dem Motto „Obdach, Wohnen und die Entstehung von Stadt“ und präsentiert eine hochkarätige Auswahl an Kurz-, Essay- und Dokumentarfilmen. Das Programm spannt einen Bogen von der Stadt aus der Retorte über die Bedeutung bestehender Communities und deren Beeinflussung durch große Planungsobjekte bis hin zur Aneignung von Lebensraum und den Spuren der Zeit, die sich in unsere Wohnräume einschreiben. Was bedeutet es, zu wohnen und Urbanität gemeinsam zu gestalten? Welche Herausforderungen hält eine Top-Down Planung für die Bewohner einer Stadt bereit? Unter freiem Himmel und bei freiem Eintritt sind die Besucher eingeladen mit den anwesenden Filmemachern zu diskutieren. Bei Schlechtwetter finden die Screenings im Az W-Podium statt.

Filmtipps: Aus Dortmund haben Ulrike Franke und Michael Loeken „Göttliche Lage. Eine Stadt erfindet sich neu“ mitgebracht. Auf einem ehemaligen Stahlwerksgelände wird über viele Jahre ein neuer Stadtteil gebaut. Den Mittelpunkt bildet ein künstlicher See, an dessen Ufern luxuriöse Wohnbebauung errichtet wird. Die Menschen, die um das ehemalige Stahlwerksgelände herum wohnen und dort arbeiteten, können sich das Wohnen am See aber nicht leisten. Da sind Konflikte vorprogrammiert … Sándor Guba zeigt in seiner Zeitrafferdokumentation „seestadt aspern“ wie die Wohnzukunft in Wien ausschaut. Nina Gschlößl, Laura Engelhardt und Gusztáv Hámos  beschäftigen sich mit „Die Ware Wohnen“. Claus Drexel hat in „Au bord du mond“ das Leben der Obdachlosen festgehalten, von Menschen am Rande einer Welt, einer Gesellschaft, die sie nicht mehr schützt. In wunderschönen, poetischen Bildern beschreibt Drexel, wie sie sich auf Gehsteigen, unter Brücken und in U-Bahn-Gängen Unterkünfte einrichten – ständig davon bedroht, fortgejagt zu werden –, ohne dabei die Not der Protagonisten zu romantisieren. Ein preisgekrönter Film über das Leben auf der Straße.

Programm: www.azw.at

Wien, 11. 8. 2015