Das Weltmuseum Wien wird verkleinert

Januar 19, 2015 in Ausstellung

VON RUDOLF MOTTINGER

„Haus der Geschichte“ auf dem Heldenplatz kommt

Museumsvorplatz mit Medienbox  Bild: © Ralph Appelbaum Associates/Gareth Hoskins Architects

Museumsvorplatz mit Medienbox
Bild: © Ralph Appelbaum Associates/Gareth Hoskins Architects

So wie auf dem Bild wird das künftige Weltmuseum Wien wohl nicht mehr aussehen. Denn Kulturminister Josef Ostermayer will auf dem Heldenplatz in Nachbarschaft der Nationalbibliothek „eine einmalige Chance“ nützen. Schon im Vorjahr hat er die bisherigen Umbaupläne (und damit deren nicht geringe Kosten gestoppt). Nun ist klar: Das Weltmuseum Wien wird auf 3.900 Quadratmeter Ausstellungsfläche verkleinert, gleichzeitig wird ein Haus der Geschichte in der Neuen Hofburg auf dem Heldenplatz geschaffen. Die „gemeinsame Lösung“ wurde heute im Kulturministerium abgesprochen. Das Haus der Geschichte soll etwa 3.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche umfassen und 2018 eröffnet werden. „Mit der heutigen Entscheidung nutzen wir die einmalige Chance, die Situation am wohl geschichtsträchtigsten Ort der Republik neu zu gestalten“, kommentierte Ostermayer die Pläne, in der Neuen Hofburg sowohl das zum Weltmuseum Wien umgebaute Völkerkundemuseum als auch ein Haus der Geschichte unterzubringen. Auch der Tiefspeicher werde in die Überlegungen einbezogen.

Man sei mit der heute akkordierten Lösung „insgesamt glücklich“, weil deutlich signalisiert worden sei, dass das Projekt in der ursprünglich vorgelegten Form keine Zustimmung gefunden hätte, meint KHM-Generaldirektorin Sabine Haag, zu deren Museumsverband das Weltmuseum gehört. Das „redimensionierte Museum“ sei „kein schlechtes Museum und kein sinnloses Museum, und (Weltmuseum-Direktor Steven, Anm.) Engelsman ist uns auch im Wort, dass er diesen Vorschlag mitträgt – im Haus und in der internationalen Community“, so Haag. Konkret werde das Weltmuseum Wien fünf burggartenseitig gelegene Schausäle verlieren, auch die vom ZOOM Kindermuseum bespielten Räume werden nicht realisiert, ebenso sei der als begehbares Schaudepot konzipierte „Korridor des Staunens“ in den modifizierten Plänen nicht mehr enthalten. Ein Museumscafe ist auch in der neuen Variante angedacht.  Eines schließt Haag allerdings kategorisch aus: „In den KHM-Museumsverband wird das Haus der Geschichte sicher nicht integriert.“

Immerhin wird aber nicht nur Platz, sondern werden auch Umbaukosten gespart: von elf Millionen Euro weniger ist die Rede. Das optische Lifting des Weltmuseums – ursprünglich mit 27,5 Millionen Euro veranschlagt – solle demnach nur noch 16,6 Millionen Euro kosten. Ob die restliche Summe für das „Haus der Geschichte“ reichen wird, ist allerdings noch unklar.

www.weltmuseumwien.at

Wien, 19. 1. 2015