Monoverlag: Hörbuch „Berta Zuckerkandl“

Dezember 18, 2014 in Buch

VON MICHAELA MOTTINGER

Auf meinem Diwan wird Österreich lebendig

cover_zuckerkandlBerta Zuckerkandl war die letzte große „Salonnière“  – Schriftstellerin, Journalistin, Kritikerin – Wiens im Glanz der Jahrhundertwende. Ihre Beziehungen erstreckten sich in die Welt der Literatur, der bildenden Kunst, der Musik, des Theaters, der Mode, der Medizin, der Philosophie und der hohen Politik. Sie war Vorkämpferin für die Secession, die Wiener Werkstätte und Mitbegründerin der Salzburger Festspiele. In ihren Aufzeichnungen finden sich Telefongespräche, Briefwechsel und Anekdoten, die von ihren Begegnungen mit Gustav Mahler, Alexander Girardi, Max Reinhardt, Katharina Schratt, Kaiser Franz Josef, Erzherzog Franz Ferdinand, Engelbert Dollfuß, Arthur Schnitzler und Gustav Klimt berichten. 1938 musste die Tochter jüdischer Eltern nach Paris fliehen, ging später nach Algier, wo sie in Radiosendungen die Österreicher zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus aufrief. Die Ausreise in die USA gelang ihr nicht. Aus dem Jahr 1945 sind Briefe an Franz Theodor Csokor erhalten, in denen sie ihm für die Zukunft in Österreich alles Gute wünscht, aber bezweifelt, ihre Heimatstadt noch einmal zu sehen. Sie kehrte 1945, bereits schwer krank, nach Paris zurück und starb dort noch im gleichen Jahr.

Karin Lischka und Gottlieb Wallisch gestalten ein Wechselspiel zwischen Wort und Musik und beleuchten die intensiv-vielschichtigen Zeit von der Jahrhundertwende bis zum Ersten Weltkrieg aus verschiedenen Blickwinkeln. Mit Klavierstücken von Franz Liszt, Johannes Brahms, Maurice Ravel, Alexander von Zemlinsky, Gabriel Fauré, Leoš Janáček und Leopold Godowsky.

Die Akteure:

Karin Lischka studierte am Konservatorium der Stadt Wien Schauspiel und musikalisches Unterhaltungstheater. Es folgten Engagements am Theater in der Josefstadt und am Wiener Burgtheater. Weiters war sie bei den Wiener Festwochen und den Festspielen Reichenau engagiert. Bekanntheit erlangte sie durch die Hauptrolle in dem Spielfilm Atmen, dem Regiedebüt von Karl Markovics, der mehrfach mit internationalen Preisen ausgezeichnet wurde. www.karinlischka.com

Gottlieb Wallisch studierte Klavier an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Universität der Künste Berlin und CNSM de Paris. Konzertierte u.a. mit den Wiener Philharmonikern, der Camerata Salzburg, den Festival Strings Lucerne und dem Stuttgarter Kammerorchester. Auftritte beim Klavierfestival Ruhr, Lucerne Festival, Salzburger Festspiele, Carnegie Hall New York, Wigmore Hall London und Musikverein Wien u.v.a. Seit 2010 Professor für Klavier in Genf. www.gottliebwallisch.com

www.monoverlag.at

Wien, 18. 12. 2014