aktionstheater ensemble: Pension Europa

Dezember 9, 2014 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Alles eine Frage der Perspektive

„… und Sie denken sich wahrscheinlich: Na ja, und dafür habe ich jetzt 16 Euro bezahlt. Für die fette Mitteleuropäerin, die sich selbst geißeln muss. It´s not easy to do a performance in Austria, we are not suffering enough …“ (Stücktext)

Bild: Felix Dietlinger

Bild: Felix Dietlinger

Regisseur Martin Gruber und sein kürzlich mit dem Heidelberger Theaterpreis ausgezeichnetes aktionstheater ensemble begeben sich ab 15. Dezember im WERK X-Eldorado auf eine Reise in die Untiefen des Alltäglichen: Des alltäglichen Sich zur Schau-Stellens, des alltäglichen Rassismus, des täglichen Kampfes um Ehrlichkeit und Authentizität. Etwaige große Entwürfe eines erhofften Miteinanders werden dabei heruntergerissen auf ihre Alltagstauglichkeit überprüft. Und das Ensemble ringt um Relevanz sowie um eine aus Authentizität genährte Poesie. Anhand von Interviews (durchgeführt von Martin Gruber), bearbeitet mit poetischen Texten der Wiener Autorin Claudia Tondl, werden persönliche Grenzen und ein Leben in einem großen Ganzen ausgelotet. So kommt es zu Fragen wie z.B. Wo liegt die eigene Selbstbestimmtheit? Muss immer alles einem großen Ganzen untergeordnet sein? Wann ist Unkorrektes korrekt, und wo liegt da die Grenze? Und wer fühlt sich drinnen (in Europa) und wer draußen? Wahrhaftige Bekenntnisse und verdichtete Geständnisse, skurril-witzig, tragisch und mitten aus dem Leben. Manchmal gnadenlos, manchmal versöhnlich. Alles eine Frage der Perspektive.

Ein Abend für sechs Frauen auf der verzweifelt-aberwitzigen Suche nach einer Vision.

Regie, Script: Martin Gruber
Text: aktionstheater ensemble, Claudia Tondl
Mit: Michaela Bilgeri, Susanne Brandt, Aisah Eisa, Alev Irmak, Isabella Jeschke und Kirstin Schwab

Wien, 9. 12. 2014