Viennale: Von John Ford bis Viggo Mortensen

Oktober 15, 2014 in Film

VON MICHAELA MOTTINGER

Tributes, Specials und eine Western-Retrospektive

The Duke and his Director Bild: Österreichisches Filmmuseum

The Duke and his Director
Bild: Österreichisches Filmmuseum

Am 23. Oktober startet die Viennale 2014. Doch die Flamme, die auf den Plakaten lodert, ist eine Sparflamme. Es bleibt Berlin überlassen, den roten Teppich auszurollen. Die Viennale setzt nicht auf die Marke Wien, sondern aufs marginalisierte Kunsthandwerk. Nicht einmal Viggo Mortensen, dem ein Spezialprogramm gewidmet ist, kommt als Gast. Hu(r)ch, das Wort Star traut man sich ja gar nicht auszusprechen. Doch, ein Stargast wurde, wenn’s wahr wird, verlautbart:  „Bad Lieutenant“-Regisseur Abel Ferrara wird seinen neuen Film „Pasolini“  vorstellen und nimmt – sofern ihm dessen Management keinen Strich durch die Rechnung macht – Hauptdarsteller Willem Dafoe mit nach Wien.

Der Eröffnungsfilm, der mit dem österreichischen Cannes-Beitrag „Amour Fou“ von Jessica Hausner begangen wird, wird  ein erstes Highlight sein. Den Abschluss bestreitet am 6. November die bissige schwedische Komödie „Turist“ von Ruben Östlund. Das Festival verneigt sich damit vor dem lebendigen europäischen Autorenkino. Das Hauptprogramm wird wieder aus etwa 150  Spiel- und Dokumentarfilmen bestehen. So ist Jean-Luc Godards „Adieu au langage“ als bisher einziger 3-D-Film im Programm. Im heimischen Sektor wird Peter Kerns „Der letzte Sommer der Reichen“ seine Uraufführung bei der Viennale haben, während Sudabeh Mortezais „Macondo“ nach dem Wettbewerb bei der Berlinale nun Österreich-Premiere hat. Hinzu kommen aber etwa auch Olivier Assayas’ „Clouds of Sils Maria“ mit Kristen Stewart und Juliette Binoche und das neue Werk der Gebrüder Dardenne, „Deux jours, une nuit“. Auch Hubert Saupers neues Werk „We come as friends“ findet sich im Programm.

Die große Retrospektive ist heuer in Kooperation mit dem Österreichischen Filmmuseum John Ford gewidmet. 45 Filme – vom Stummfilm bis zum Spätwerk der 1960er – werden im Rahmen der Schau zu sehen sein. Tariq Teguia aus Algerien erhält als einer der wichtigsten arabischen Filmemacher ebenfalls ein eigenes Tribute. Und in memoriam Harun Farocki zeigt die Viennale eine Auswahl der wichtigsten Arbeiten des vor wenigen Wochen verstorbenen deutschen Filmemachers.

www.viennale.at

Wien, 15. 10. 2014