Seefestspiele Mörbisch 2017: Der Vogelhändler

April 24, 2017 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

Zum 60-Jahr-Jubiläum ein Operettenklassiker

Staatsoperntenor Thomas Ebenstein singt – hier umringt von seinen gefiederten Freundinnen – den Vogelhändler Adam. Bild: © Seefestspiele Mörbisch/Jerzy Bin

Es ist ein Klassiker der Operette, den Intendantin Dagmar Schellenberger ihrem Publikum mit dem „Vogelhändler“ 2017 präsentiert. Nach beinah zwei Jahrzehnten Abwesenheit, finden und lieben Christel und Adam einander ab 7. Juli wieder auf der Seebühne in Mörbisch. Die Hits „Grüß enk Gott, alle miteinander“, „Ich bin die Christel von der Post“ und „Schenkt man sich Rosen in Tirol“ sind Operettenliebhabern bestens bekannt.

Genau das richtige Werk also für die Jubiläumssaison – 60 Jahre, die die Seefestspiele heuer begehen. „Ich freue mich sehr, dass wir unser Jubeljahr mit diesem wunderbaren Werk von Carl Zeller feiern“, so Schellenberger bei der Programmpräsentation am Montagvormittag im Wiener Theatermuseum – wo „Adam“ Thomas Ebenstein, der Kärntner ist Staatsopernbesuchern seit 2012 als Ensemblemitglied bekannt und derzeit in der Alvis-Hermanis-Inszenierung des „Parzifal“ zu sehen, auch gleich eine Kostprobe seines Könnens gab.

Frank Philipp Schlößmann, Mirko Mahr, Gerrit Prießnitz, Dagmar Schellenberger und Axel Köhler bei der Pressekonferenz. Bild: © Seefestspiele Mörbisch

Flix, flux, flax, Florian! Thomas Ebenstein gibt bei der Präsentation im Wiener Theatermuseum eine erste musikalische Kostprobe. Bild: © Seefestspiele Mörbisch

„Im ,Vogelhändler‘ werden Themen verhandelt, die zutiefst menschlicher Natur sind und die in der Vergangenheit genauso relevant waren, wie sie es in der Zukunft sein werden, denn es geht um die Sehnsucht nach der großen ehrlichen und ausschließlichen Liebe, die dunklen Seiten der Macht und die lächerlichen Auswirkungen übergroßer Eitelkeit“, sagt Axel Köhler, der für die Inszenierung verantwortlich zeichnet. „Die amüsante Erzählweise und die hochemotionale Musik haben diese Operette zu den beliebtesten Werken ihres Genres werden lassen. Und eben diese Leichtigkeit, das permanente Augenzwinkern der Verfasser gilt es, auf der Bühne sichtbar und zum Erlebnis werden zu lassen. Mein Ziel ist es, unseren Zuschauern ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern, das sie nach dem Genuss des Abends in Mörbisch mit in den Schlaf nehmen werden.“

Das Bühnenbild wird wieder opulent – mit riesiger Kukucksuhr, Singvögeln, einem Jagdfalken und einer waschechten Wildsau (re.). Bild: © Seefestspiele Mörbisch/Frank Philipp Schlößmann

„Das Bühnenbild stellt sich wie ein großes Pop-up-Buch dar, das durch bewegliche Elemente das Publikum überrascht. Ein Beispiel dafür ist die überdimensionale Kuckucksuhr, die im Fokus der Seebühne steht“, erklärt Frank Philipp Schlößmann, der das Bühnenbild entworfen hat.  Der spielerische Umgang mit dem Stück setzt sich auch bei den Kostümen fort. „Dieses Jahr werden es 100 Kostüme für Statisterie, 200 Kostüme für Ballett und 32 Kostüme für Solisten sein. Alleine für die Damen-Kostüme der Hofgesellschaft werden gerade 160 Laufmeter Tüll für 25 pastellfarbene „Tüllbomben“ verarbeitet, die so groß sind, das alle Türen ausgehängt werden müssen und ein Handkuss nur aus gebührenden Abstand möglich wird“, gibt Armella Müller von Blon Einsicht in ihre Kostümentwürfe.

Die Choreographie sieht sich beim „Vogelhändler“ mit einer besonderen Herausforderung konfrontiert, da in der Operette keine Balletteinlage im herkömmlichen Sinn vorgesehen ist. „Da eine Operette ohne Ballett auf der Seebühne Mörbisch undenkbar ist, war es also unsere Aufgabe, nach Möglichkeiten zu suchen, um das wunderbare Ballett der Seefestspiele Mörbisch wirkungsvoll und erfrischend in die Inszenierung zu integrieren. So werden zum Beispiel Adam, dem Vogelhändler, eine Schar erotisch anmutender Vögel zur Seite gestellt und die Christel von der Post ist von tollpatschigen Brieftauben umgeben. Außerdem wird unser Publikum zünftige Tiroler Trachtenpaare zu Gesicht bekommen und nicht zuletzt ein prunkvolles „Rosenballett“ erleben dürfen. Aber ich will nicht zu viel verraten“, so Choreograph Mirko Mahr.

Zu sehen sind in dieser Inszenierung Sieglinde Feldhofer alternierend mit Martina Fender als Christel, Thomas Ebenstein und Paul Schweinester als Adam, Cornelia Zink beziehungsweise Elena Puszta als Kurfürstin Marie, Dagmar Schellenberger als Adelaide, Wolfgang Dosch und Gerhard Ernst als Professoren Süffle und Würmchen, Horst Lamnek oder Rupert Bergmann als Baron Weps und Maximilian Mayer im Wechsel mit Philipp Kapeller als Graf Stanislaus.

Intendantin Dagmar Schellenberger singt die Adelaide. Bild: © Seefestspiele Mörbisch/Tschank

Sieglinde Feldhofer als Postbotin Christel, Thomas Ebenstein als Vogelhändler Adam und Cornelia Zink als Kurfürstin Marie. Bild: © Seefestspiele Mörbisch/Jerzy Bin

Anlässlich 60 Jahre Mörbisch haben sich auch Stars vergangener Jahre angesagt. Allabendlich wird Dagmar Schellenberger mit einigen von ihnen plaudern, danach stehen die Publikumslieblinge ihren Fans für Autogramme und Gespräche zur Verfügung. Angekündigt sind unter anderem: Guggi Löwinger und Gerhard Ernst am 14. Juli, Adolf Dallapozza und Susanne Kirnbauer-Bundy am 15. Juli, Sona Ghazarian und Heinz Zednik am 20. Juli, Helga Papouschek und Kurt Schreibmayer am 22. Juli, Gabi Bischof und Sandor Nemeth am 27. Juli. Am 17. August tritt der  Gründungschor der Seefestspiele Mörbisch auf, am 18. August Dagmar Koller.

www.seefestspiele-moerbisch.at

Wien, 24. 4. 2017

Volksoper: Das Programm der Saison 2017/18

April 23, 2017 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

Maria Happel gibt ihr Debüt als Musicaldarstellerin

Ein bunter Premierenreigen erwartet das Publikum der Volksoper in der Saison 2017/18. Bild: © Johannes Ifkovits

Acht Premieren, eine europäische und eine österreichische Erstaufführung, vier Wiederaufnahmen, dazu 20 Repertoirestücke sowie zahlreiche Sonderprogramme stehen in der 11. Saison der Direktion Robert Meyer auf dem Spielplan der Volksoper.

Zum Saisonauftakt bringt das Haus Jule Stynes Broadway-Hit Gypsy nach Wien. Die Lebensgeschichte von Rose Louise Hovick, die unter dem Namen Gypsy Rose Lee als schillernder Burlesque-Star weltberühmt wurde, zählt zu den Klassikern des amerikanischen Musicals. Nun kommt die Geschichte von Mama Rose, die alles nur Erdenkliche tut, um die Theaterkarrieren ihrer Töchter June und Louise voranzubringen, erstmals auf die Bühne der Volksoper. Werner Sobotka inszeniert, Lorenz C. Aichner übernimmt die musikalische Leitung. Burgschauspielerin Maria Happel gibt als ehrgeizige Gypsy ihr Musicaldebüt, ihre Töchter Louise und June werden von den Hausdebütantinnen Lisa Habermann und Marianne Curn verkörpert. Premiere ist am 10. September.

Mit Giuseppe Verdis Oper Die Räuber (I masnadieri) setzt die Volksoper ihre Tradition fort, das Repertoire um selten gespielte Werke zu erweitern. Verdi komponierte das Stück 1847 nach Friedrich Schillers gleichnamigen Sturm-und-Drang-Drama für das Haymarket Theatre in London. Der Ideengeber für das Werk war Verdis langjähriger Freund, der Dichter Graf Andrea Maffei, und der Komponist, der eine Vorliebe für explosive Vater-Kind-Beziehungen hatte, fand Gefallen an dem Stoff rund um den Konflikt des ungleichen Brüderpaars Karl und Franz Moor. Alexander Schulin inszeniert Verdis Frühwerk mit Kurt Rydl als Graf Moor und Vincent Schirrmacher und Boaz Daniel als dessen Söhne Karl und Franz. Premiere ist am 14. Oktober.

Wer kennt sie nicht, die Geschichte von der Holzpuppe, die zum Leben erwacht und deren Nase wächst, wenn sie lügt? Inspiriert durch den gleichnamigen Kinderbuchklassiker Carlo Collodis schufen der italienische Komponist Pierangelo Valtinoni und sein Textdichter Paolo Madron 2001 für das Teatro Olimpico in Vicenza die Kinderoper Pinocchio. In der österreichischen Erstaufführung singt die junge Sopranistin Juliette Khalil die Titelpartie. Philipp M. Krenn gibt als Regisseur sein Hausdebüt, Guido Mancusi dirigiert das Orchester der Volksoper Wien. Zu sehen ab 19. November.

Dem wohl berühmtesten Liebespaar aller Zeiten widmet Choreograph Davide Bombana seine neue Auftragsarbeit für das Wiener Staatsballett, Roméo et Juliette, zur gleichnamigen Symphonie dramatique von Hector Berlioz. Für Bombana ist es nach „Ballett: Carmen“ die zweite abendfüllende Uraufführung an der Volksoper. Für eine spektakuläre Ausstattung garantiert die Stuttgarter Bild- und Lichtkünstlerin rosalie. Premiere ist am 9. Dezember.

„Gehen wir ins Chambre séparée“, so lautet die verführerische Devise in Richard Heubergers Der Opernball. Gemeinsam mit den Librettisten Victor Léon und Heinrich von Waldberg gestaltete er aus dem Lustspiel „Die rosa Dominos“ eine Operette. Das Ergebnis des kongenialen Trios: ein virtuos komponiertes amouröses Verwirrspiel rund um zwei lebenslustige Gatten (Carsten Süss und Marco Di Sapia), die von ihren Frauen (Kristiane Kaiser und Ursula Pfitzner) auf die Treueprobe gestellt werden. 216 Mal war die Operette seit 1945 in drei verschiedenen Inszenierungen an der Volksoper zu sehen. In der aktuellen Neuproduktion verlegt Regisseur Axel Köhler die Handlung von Paris nach Wien und in die heutige Zeit. Die musikalische Leitung liegt in den bewährten Händen von Alfred Eschwé, Anita Götz zieht als freches Kammermädchen Helene alle Fäden und Heinz Zednik kehrt als Theophil Almpichler auf die Bühne zurück. Premiere ist am 17. Februar.

Rebecca Nelsen als „Marily Forever“ im Kasino am Schwarzenbergplatz. Bild: © Johannes Ifkovits

Familie Moor: Vincent Schirrmacher, Kurt Rydl und Boaz Daniel. Bild: © Johannes Ifkovits

Burgschauspielerin Maria Happel gibt als „Gypsy“ ihr Musicaldebüt. Bild: © Johannes Ifkovits

Fußballfans kennen ihn in- und auswendig – den Song „You’ll Never Walk Alone“. Seit mehr als 50 Jahren gilt er in der Interpretation der britischen Popband „Gerry & the Pacemakers“ als die ultimative Stadionhymne. Dabei wissen wahrscheinlich nur die wenigsten, dass das Lied eigentlich von Richard Rodgers und Oscar Hammerstein stammt und für das Musical Carousel entstanden ist. Die tragische Liebesgeschichte von Billy Bigelow und Julie Jordan basiert auf Molnárs Bühnenstück „Liliom“. Regisseur Henry Mason setzt den Klassiker gemeinsam mit seinem Ausstatter Jan Meier in Szene. Das Regieduo hat bereits 2014 die Erfolgsproduktion „Der Zauberer von Oz“ für das Haus erarbeitet und trifft nun erstmals auf Musicalspezialisten Joseph R. Olefirowicz am Pult des Volksopernorchesters. In der Titelpartie gibt Daniel Schmutzhard als Karussell-Ausrufer Billy Bigelow sein Musicaldebüt, Mara Mastalir singt seine Julie. Premiere ist am 17. März.

Im Kasino am Schwarzenbergplatz kommt das Leben von Hollywood-Legende Marilyn Monroe auf die Bühne. Gavin Bryars‘ Kammeroper Marilyn Forever wurde 2013 in Victoria, Kanada, uraufgeführt und seither zwei weitere Male, im australischen Adelaide und in Kalifornien, nachgespielt. Die Volksoper produziert nun in der Regie von Christoph Zauner die europäische Erstaufführung des Stücks. Ausgehend von der letzten Nacht im Leben Marilyn Monroes, dem 5. August 1962, entfalten sich vor dem Publikum die Szenen der Oper wie Puzzleteile, die den Mythos Marilyn abbilden. Ein Regisseur (Morten Frank Larsen) konfrontiert Marilyn (Rebecca Nelsen) in einer fiktiven Probensituation mit den Widersprüchen ihres Lebens und schlüpft in die Rollen ihrer Männer. Ein kleiner Chor kommentiert das Geschehen. Das achtköpfige Kammerorchester unter der Leitung von Wolfram-Maria Märtig wird durch ein Jazztrio auf der Bühne ergänzt. Zu sehen ab 14. April.

Als Gasparone 1884 im Theater an der Wien uraufgeführt wurde, war das Publikum begeistert und Carl Millöcker bereits weltberühmt. Paul Knepler und Ernst Steffan adaptierten Millöckers Original für Superstars wie Johannes Heesters, Marika Rökk und Leo Slezak und orientierten sich dabei musikalisch stark an den Revue-Operetten der 1920er-Jahre. Die Volksoper zeigt nun diese Fassung aus dem Jahr 1932 mit dem bekannten Lied „Dunkelrote Rosen“ in der Regie von Olivier Tambosi, der hier zuletzt das Musical „Der Mann von la Mancha“ brillant in Szene setzte. Sebastian Geyer gibt als geheimnisvoller Fremder sein Debüt an der Volksoper Wien, Mara Mastalir spielt seine Angebetete, die schöne verwitwete Gräfin Carlotta. Premiere ist am 2. Juni.

Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit Johann Strauß‘ „Eine Nacht in Venedig“, Dvořáks Märchenoper „Rusalka“, dem mörderischen Barbier „Sweeney Todd“ und Jorma Elos „Ein Sommernachtstraum“. Im Repertoire bleiben unter anderem die Erfolgsproduktionen „Axel an der Himmelstür“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=23082), „Wie man Karriere macht, ohne sich anzustrengen“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=24112) und „Hoffmanns Erzählungen“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=23452). Das umfangreiche Kulturvermittlungsprogramm wird weiter ausgebaut und firmiert nun unter dem Namen „Junge Volksoper“. Zum Schluss präsentierte die Volksoper noch ihre Zahlen der Saison 2015/16: Mit insgesamt 315.382 Besuchern konnte eine Sitzplatzauslastung von 83,24 Prozent erreicht werden; die Einnahmen aus dem Kartenvertrieb betragen 9,68 Millionen Euro.

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Wien, 23. 4. 2017

Volksoper: La Wally

März 26, 2017 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

Und die Lawine ist Mensch geworden

Auf Strommingers Fest geraten Freund und Feind erstmals aneinander: Vincent Schirrmacher als Giuseppe Hagenbach, Kari Postma als Wally, Kurt Rydl als Stromminger, Bernd Valentin als Vincenzo Gellner und der Volksopern-Chor Bild: © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

An der Volksoper wird erstmals Alfredo Catalanis „La Wally“ gezeigt, und zumindest was das Musikalische betrifft, ist die Aufführung eine einzige Beglückung. Sowohl die Solisten als auch der wie immer souveräne Chor der Volksoper wurden nach der Premiere mit großem Applaus und vielen Bravi bejubelt, Hausdebütantin Kari Postma für ihre Sangesleistung als Titelheldin gar mit Bravissima-Rufen gefeiert. Dieser Erfolg ist durchaus als Verdienst von Dirigent Marc Piollet zu erachten.

Der das Orchester mit so sensibler wie sicherer Hand in lichte Höhen führte, und mit seiner einfühlsamen Art die Sänger auf diesem Wege folgen ließ. So wie die norwegische Sopranistin mit ihrer tadellosen, stimmgewaltigen Leistung konnten auch die Darsteller der männlichen Protagonisten überzeugen: Vincent Schirrmacher lässt als Hagenbach seinen hellen Tenor erklingen, ihm gelingen Spitzentöne, so klar wie ein Gebirgsbach. Mit jugendlicher Heldenstimme trägt er die lyrischen Momente in Catalanis Musik ebenso gekonnt vor wie ihre dramatischen Höhepunkte. Er korrespondiert gesanglich perfekt mit Postma; die beiden geben ein unwiderstehlich tragisches Liebespaar ab.

Als Dritter in diesem Amour-fou-Bunde ist Bernd Valentin mit seinem schön geführten Bariton ein überzeugender Gellner, the one and only Kurt Rydl brilliert als herrischer Stromminger. Annely Peebo und Elisabeth Schwarz gefallen als Wirtin Afra und Wallys Freund Walter. Und Paradebösewicht Daniel Ohlenschläger überzeugt als Infanterist. Einer Rolle, eingesetzt als allegorische Figur, als spielmachender, todbringender Schicksalsschmied, dem am Ende eine ganz besondere Bedeutung zukommen wird …

Arturo Toscanini und Gustav Mahler gelten als Verehrer von Catalanis 1892 uraufgeführtem Werk. Der Komponist ließ sich von Wilhelmine von Hillerns Roman „Die Geier-Wally“ inspirieren, schuf sein famoses Frauenporträt allerdings unter Verzicht auf den Geier, der eigentlich ein Adler ist, und unter Verzicht auf das von der Autorin vorgesehene Happy End. Dies schien ihm wohl zu wenig operntauglich und so handelt seine Story ausschließlich von der desaströsen Liebesgeschichte. Der tyrannische Gutsherr Stromminger will seine Tochter Wally mit seinem Gutsverwalter Gellner verheiraten. Doch das sturschädelige Mädchen schmachtet heimlich nach dem draufgängerischen Jäger Hagenbach. Als sie, die reiche Tochter aus besserem Bauernhause, die arme Wirtin Afra verspottet, tritt Hagenbach zu deren Ehrenrettung an.

Der Vater unterdrückt seine Tochter: Kurt Rydl und Kari Postma. Bild: © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Gellner wirbt um Wally: Bernd Valentin und Kari Postma … Bild: © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

… doch die liebt nur Hagenbach: Kari Postma und Vincent Schirrmacher. Bild: © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Wally demütigt Afra: Kari Postma und Annely Peebo. Bild: © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Er stiehlt Wally beim Tanz den Kuss, den sie niemals einem Mann geben wollte. Die Brüskierte erbittet von Gellner Hagenbachs Tod, der greift zur Flinte, und zu spät erkennen die Figuren wer hier wen wirklich liebt. Wally flieht in die Berge, Hagenbach aber hat das Attentat überlebt und eilt ihr nach, doch eine Lawine gibt den beiden den Rest. Ein Ende unter Schneemassen, das bühnentauglich und unpeinlich kaum umzusetzen ist … Catalani zeigt einen hartleibigen Menschenschlag, und seine Hauptfigur darunter als die härteste und kratzbürstigste; die Charaktere sind so karstig gezeichnet, wie die Tiroler Berge, die sie umgeben. Die Musik ist mal hochdramatisch, mal lakonisch knapp, mal setzt Catalani mit ihr sarkastische Akzente, mal lässt er sie ganz zart – in allen Augenblicken aber ist sie aufwühlend und vorwärtstreibend. Der Verismo lässt grüßen!

Während nun Marc Piollet diese Vielschichtigkeit am Pult einwandfrei umzusetzen vermag, gelingt Aron Stiehl mit seiner Inszenierung wenig bis gar keine Nuancierung. Der Regisseur störte die Sänger nicht beim Singen, ist dazu ein passendes Bonmot, es heißt aber auch, dass Stiehl, der mit „La Wally“ erstmals eine Arbeit an der Volksoper vorlegt, sein Ensemble darstellerisch sehr allein gelassen hat. Er hat das Personal nicht ausreichend psychologisiert, um die Rollen als individualisierte Charaktere neu zu formen. Da singen sich herausragende Kräfte im Wortsinn die Seele aus dem Leib, aber ihre Figuren bleiben davon völlig ungerührt; man weiß szenisch einfach nichts mit sich anzufangen.

Je nach Temperament retten die Sänger sich in eine Art Schreckstarre, agieren hingegeben an die Hybris der von ihrem Stolz zerfressenen Protagonisten oder irren auf der Bühne plan- und ziellos umher. Manche Momente wirken so hilflos, man weiß nicht, ob lachen oder weinen. Zwar hat Frank Philipp Schlößmann ein abstraktes, geröllgraues, jeder Kitschfalle entgehendes Bühnenbildmassiv erschaffen, das immer wieder überraschende Ein- und Durchblicke in seine klaustrophobischen Räume freigibt, doch eine auf Dauerrotation geschaltete Drehbühne bringt noch keine Bewegung ins Geschehen. Der Einfälle sind also wenige, dafür manche Ideen ziemlich abstrus. Etwa, wenn sich Gellner, nachdem Wally sich ihm ergeben hat, mitten auf dem Dorffest sein Hosentürl aufreißt, sich über das Weib beugt und – Blackout. Das Schlussbild allerdings gelingt Aron Stiehl beeindruckend gut. Denn, apropos: Kitschfalle, der Regisseur hat sich für den Schneetod etwas Spezielles einfallen lassen:

Hinten die Mensch gewordene Schneelawine, vorne der Infanterist: Daniel Ohlenschläger, Kari Postma und Vincent Schirrmacher. Bild: © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Auftritt Schirrmachers Hagenbach im weißen Anzug. Er bittet Wally zu sich. „Komm mit mir in ein neues Leben …“ heißen die Zeilen, die Stiehl elegant neu interpretiert. So nämlich, als wäre Hagenbach durch Gellners Schuss doch gestorben und würde nun als quasi Mensch gewordene Lawine die geliebte Wally nachholen wollen. Die streckt ihre Arme dem Infanteristen entgegen, der aber hat ihr Geschick gesiegelt. Und das ist so stark, dass es einen die Schwächen davor milder sehen lässt …

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Wien, 26. 3. 2017

Volksoper: Wie man Karriere macht, ohne sich anzustrengen

Februar 25, 2017 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

Eine Show wie aus den Swinging Sixties

Diese Rezension bezieht sich auf die Vorpremiere am 21. Februar.

Chuzpe! J. Pierrepont Finch wickelt den Chef mit Verve um den Finger: Peter Lesiak und Robert Meyer als J. B. Biggley. Bild: © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Und wieder einmal ist es Volksoperndirektor Robert Meyer gelungen, im abgegrasten Musikfeld Musical eine Rarität zu entdecken, in der sein Ensemble glänzen kann. „Wie man Karriere macht, ohne sich anzustrengen“ heißt das gute Stück. Und weil man als Frau ja gern drübersteht, wenn die Protagonistin über ihre Ehepläne ohne emanzipatorisches Augenzwinkern preisgibt: „Ich halt‘ ihm gern sein Essen warm“ – und zwar mit „Küchencharme“, ist ein Guter-Laune-Abend garantiert.

Dafür verantwortlich ist ein Team, das dem Haus schon mit „Sweeney Todd“ eine Erfolgsproduktion beschert hat: Dirigent Joseph R. Olefirowicz, Regisseur Matthias Davids und Bühnenbildner Mathias Fischer-Dieskau. Entstanden ist eine schmissige Show, die ganz dem Geist der Swinging Sixties verpflichtet ist. Die Musik schwappt zwischen jazzig bis schnulzig, Olefirowicz lässt das Volksopernorchester dafür wie eine Big Band klingen, die Kostüme von Judith Peter kreischen in knalligen Grafikdesigns oder sind von einem betulichen Doris-Day-Pastell, Melissa Kings fabelhafte Choreografie zitiert Modetänze anno Chubby Checker. Die Inszenierung atmet wie ein ganzes Jahrzehnt.

Die Story ist die vom amerikanischen Traum. Der Fensterputzer J. Pierrepont Finch steigt dank eines Karriereratgebers bis in die höchste Etage eines „Wobbel“ erzeugenden Unternehmens auf, deren Sinn und Zweck sich bis zum Ende nicht entschlüsselt. Den Leitfaden zum Lebenslauf hat es tatsächlich gegeben: Shepherd Mead veröffentlichte 1952 das Büchlein „How to Succeed in Business Without Really Trying“ Der Verfasser hatte wie der spätere Musicalheld ganz unten in einer großen Firma angefangen und sich zu deren Vizepräsidenten hochgearbeitet.

Knapp zehn Jahre später nahm sich Broadwaykomponist Frank Loesser des Werks an und schuf gemeinsam mit seinen Buchautoren Abe Burrows, Jack Weinstock und Willie Gilbert eine brillante Parodie, die in Folge mit acht Tony-Awards und dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde. In Wien war der Kassenschlager einmal zu sehen – 1965 mit Harald Juhnke und Theo Lingen, in deren Fußstapfen nun Peter Lesiak als Finch und Robert Meyer als Big Boss J. B. Biggley treten.

Panik! Der Kaffeeautomat ist leer: Julia Koci als Smitty, Marco Di Sapia als Bud Frump, Wiener Staatsballett und Chor. Bild: © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Ärger! Zur Firmenfeier erscheinen alle im selben Kleid: Sulie Girardi als Miss Krumholtz, Ines Hengl-Pirker als Hedy LaRue, Julia Koci als Smitty. Bild: © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Peter Lesiak ist ein ganz bezaubernder Blender, dessen Erfolgsrezept eine Mischung aus ehrlichem Interesse für seine Mitmenschen und ein bissl Einschleimen ist. Wie dieser Finch seine Kollegen und Vorgesetzten dusselig quasselt, um ans Ziel zu gelangen, das ist zu komisch. Dazu Robert Meyers Biggley, um nichts weniger Schlitzohr und noch dazu Seitenspringer, aber hilflos gegen die Chuzpe und die Charmeattacken seines neuen Angestellten. Vor allem, wenn dieser vorgibt, das gleiche Hobby zu haben: Biggley strickt gegen den Bürostress – Herrenpullover. Doch noch jemandem sticht Finch ins Auge: Vorzimmerdame Rosemary hört bei seinem Anblick die Hochzeitsglocken läuten, sie sieht sich schon als Heimchen an seinem Herd. Lisa Antoni präsentiert sich in dieser Rolle als patentes Mädl zum Pferdestehlen stimmlich und schauspielerisch stark.

Nicht ein Klischee aus der Arbeitswelt hat Loesser ausgelassen und Matthias Davids setzt sie in seiner Aufführung mit sichtlichem Spaß an der Sache und ohne Angst vor Stereotypen um: Die Sekretärinnen sind entweder Zerberusse oder Sexy-Hexys, die Abteilungsleiter allesamt von der Furcht um ihre Posten gebeutelte Wadlbeißer. Ist der Kaffeeautomat im Pausenraum leer, breitet sich unter den Mitarbeitern blitzschnell Panik aus; schlimmer ist es nur, als zur Firmenfeier alle Schreibkräfte im selben, natürlich als Einzelstück erstandenen Kleid erscheinen …

Lust! Biggley stellt sein Gspusi als Sekretärin ein: Robert Meyer und Ines Hengl-Pirker als Hedy LaRue. Bild: © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Liebe! Sekretärin Rosemary angelt sich den ausgefuchsten Aufsteiger Finch: Peter Lesiak und Lisa Antoni. Bild: © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Das Ensemble sprüht in diesen skurrilen Szenen vor Witz – und auch ein wenig Wahnsinn. Allen voran Marco Di Sapia, der als intriganter Neffe vom Chef, als garstiger Bösewicht des Stücks, sein Komödiantentum voll ausspielen kann. Ines Hengl-Pirker ist Hedy LaRue, Biggleys Gspusi, dem er in der Firma einen Versorgungsposten verschafft. Nur leider sind Hedys einzigen Qualitäten 99-56-96 und ein Herz aus Gold; Hengl-Pirker gestaltet die Rolle hinreißend, als rothaarigen Blondinnenwitz mit Hüftschwung und Quietschstimmchen.

Julia Koci macht als Sekretärin Smitty auf resolut und burschikos. Nicolaus Hagg und Gernot Kranner schmieden als Finchs Kollegen eine Kabale, um den unliebsamen Konkurrenten zu Fall zu bringen. Der Fall tritt denn auch tatsächlich ein, Finch fliegt auf, doch tritt kurz bevor er rausfliegt Axel Herrig als Aufsichtsratsvorsitzender ex machina auf … Die Herren besorgen sich also ein Happy End und brechen vor Glück in einen Song über den Mann-hilft-Mann-Verein aus. Dies der traurige Moment, an dem der Abend endlich am Heute andockt. Denn an dieser tiefschürfenden Wahrheit über Männerseilschaften bis an die Bürospitze hat sich wenig bis gar nichts geändert. Was hat sich der Feminismus daran nicht schon wundgegendert. Und was macht die Frau 2017? Das Essen warm …

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Wien, 22. 2. 2017

Volksoper im Kasino: Limonen aus Sizilien

Februar 18, 2017 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

Zum Auftakt eine famose Aufführung

Eine Freundschaft: Martina Dorak, Morten Frank Larsen und Carsten Süss. Bild: © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Mit dieser Spielzeit wird die Volksoper einmal pro Saison mit einer Inszenierung im Kasino des Burgtheaters zu Gast sein. Zeitgenössisches Musiktheater will Direktor Robert Meyer hier herausbringen, kleine Kostbarkeiten und selten gespielte Werke. Zum Auftakt ist dies schon einmal mehr als gelungen. Das Haus zeigt Manfred Trojahns „Limonen aus Sizilien“ in der Regie von Mascha Pörzgen. Das Libretto stammt von Wolfgang Willaschek.

Der hat drei italienische Geschichten zu einem Ganzen verwoben„Der Schraubstock“ und „Limonen aus Sizilien“ von Luigi Pirandello und „Eine Freundschaft“ von Eduardo De Filippo -, hat die unabhängigen Einakter mit einem roten Faden aneinandergeknüpft und so eine neue Erzählung geschaffen. In ihr geht es um die unheilvollen Liebes-, Lust- und Leidverstrickungen der Familien Fabbri und Serra. Giulia Fabbri betrügt ihren Ehemann Andrea mit Antonio Serra. Die Affäre fliegt auf, Klein Micuccio muss den Selbstmord seiner Mutter mitansehen. Herangewachsen ist er in die Opernsängerin Teresina verliebt, deren Studium er vor Jahren finanziert hat. Doch das Wiedersehen ist bitter, sie, mittlerweile Diva, will mit dem kleinen Mann Micuccio nichts mehr zu tun haben. Am Ende schließlich eilt Antonio Serras Sohn Alberto an Micuccios Sterbebett. Der schwer Verwirrte will ihn erst nicht sehen, doch als Alberto sich in Verkleidung Zutritt zum Schlafzimmer verschafft, eröffnet ihm Micuccio eine höchst unangenehme Angelegenheit: Jahrelang hatte er eine Beziehung mit Albertos Frau, er ist der wahre Vater seiner Kinder. Die Rache für den Tod der Mutter ist vollzogen.

All dies ist nicht ausschließlich Drama, sondern auch eine bissige Satire darüber, wie Menschen miteinander umgehen. Trojahns Musik kann tatsächlich Sarkasmus transportieren, kurz und heftig fährt die Dramatik im ersten Teil auf, um im zweiten ruhiger und lyrischer zu sein, im dritten setzt er auf krächzendes Chargieren um die verrückte Handlung zu unterstreichen. Trojahns Musik ist eine Verneigung vor dem Opernland Italien, das er in jungen Jahren bereist hat, eine Nähe zu Puccinis „Trittico“ leugnet der Komponist in Interviews nicht. Die Zitate sind gewitzt gesetzt, und Dirigent Gerrit Prießnitz wird diesem melodisch-humoristischen Ansatz genauso gerecht, wie den dramatisch atonalen Stellen. Ein aus den Musikern der Volksoper zusammengestelltes Kammerorchester macht, seitlich rechts im Spielraum platziert, seine Sache ganz famos.

Überhaupt, der intime, opulent verwahrloste Spielraum ist ein Glück für diese Arbeit. Er atmet Italianità wie ein altehrwürdiger Palazzo. Trojahns Ehefrau Dietlind Konold hat sich mit Bühnenbild und Kostümen befasst, mit wenigen Versatzstücken kommt sie aus, ein Bett, ein paar Stühle, eine Kleiderstange, und lässt so den Sängern Raum zu agieren. In einem Zypressenhain linker Hand tummelt sich ein bocksbeiniger Faun, ein altes Paar tanzt langsamen Walzer. Limonen kommen in jeder Episode vor, werden zu Boden geschleudert, einander an den Kopf geworfen oder geschält, und eine Kasperlhandpuppe als quasi Reminiszenz an die verlorene Unschuld der Kindheit. Trojahn und Konold verstehen sich auf die Poetik von Bildern.

Der Schraubstock: Rebecca Nelsen und Carsten Süss. Bild: © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Limonen aus Sizilien: Rebecca Nelsen, David Sitka und Ursula Pfitzner. Bild: © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Das achtköpfige Ensemble weiß deren Angebot für sich zu nutzen. Es präsentiert sich nicht nur stimmlich stark, sondern geht auch mit überbordender Spielfreude ans Werk. Pörzgen hat die Charaktere fein ziseliert, sie kann natürlich im Kasino auf große Gesten verzichten und auf eine subtile Darstellung der Figuren setzen. Dabei wirkt es, als wären die Volksopern-Kräfte durch die Nähe zu ihrem Publikum wie entfesselt. Allen voran Morton Frank Larsen, der erst als feiger Liebhaber Antonio Serra, dann als nicht weniger hasenherziger Sohn Alberto sein großes komisches Talent ausspielt.

Carsten Süss wechselt vom kaltblütigen Gehörnten zu dessen merkwürdigem, ein böses Spiel spielenden Sohn Micuccio. Wenn die beiden in der dritten Episode aufeinandertreffen, geht’s gewaltig zur Sache. Im zweiten Teil ist David Sitka ein so leidenschaftlich wie verzweifelt liebender Micuccio. Rebecca Nelsen, erst als Giulia im Einsatz, verleiht der unterkühlt-distanzierten Teresina Kontur, auch stimmlich überzeugt die Sopranistin auf ganzer Linie. Ursula Pfitzner gibt Teresinas überkandidelte Tante Marta am Rand zur Karikatur.

Manuela Leonhartsberger ist das mitfühlende Dienstmädchen, erst Anna, dann Dorina. Es ist eben diese Anna, Micuccios Kindheitsvertraute, die sich als Verstorbene durch den Wald treiben lässt. Daniel Ohlenschläger lässt als Türsteher Ferdinando seinen Bassbariton erschallen. Martina Dorak interpretiert zum Schluss die Partie der Carolina, Micuccios besorgt-schusseliger Schwester, eine sizilianische Hausfrau mit Brille und Schürze, als wäre sie Eduardo de Filippos Film „Liebe, Brot und Fantasie“ entsprungen. Das Publikum dankte für die Aufführung mit viel Applaus. Die Volksoper hat ihre neue Spielstätte mit Erfolg erschlossen. Man darf gespannt sein, was hier als nächstes kommt.

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Wien, 18. 2. 2017