Belvedere: Jan III. Sobieski. Ein polnischer König in Wien

Juli 11, 2017 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Kunstmäzen, Familienmensch und Wien-Befreier

Henri Gascar: Porträt der Familie von Jan III. Sobieski, 1691. Krakau, Königsschloss auf dem Wawel, © Zamek Królewski na Wawelu, Bild: Łukasz Schuster

Der polnische König Jan III. Sobieski (1629 – 1696) ist untrennbar mit der Geschichte Wiens verbunden. Als Oberbefehlshaber des vereinten Entsatzheeres befreite er 1683 die Stadt aus der mehrwöchigen Belagerung durch die Osmanen. Mit diesem Sieg sicherte er sich einen Platz in der Weltgeschichte und im kollektiven Gedächtnis der Österreicher.

Die gemeinsam mit den vier bedeutenden polnischen Residenzen entwickelte Ausstellung im Winterpalais des Prinzen Eugen bietet nun erstmals im deutschsprachigen Raum die Möglichkeit, den Monarchen als Privatperson, sowie sein Wirken als Staatsmann, Feldherr und Mäzen der Künste und der Wissenschaften näher kennen zu lernen. In den Prunkräumen des Winterpalais spüren Kuratorin Maike Hohn  vom Belvedere und Kurator Konrad Pyzel  vom Museum Schloss Wilanów dem Leben und Wirken Jan III. Sobieskis nach. Anhand von knapp 100 Gemälden, Preziosen, kunstgewerblichen Objekten, Militaria und Memorabilien wird den Besuchern ein umfassendes und lebendiges Bild des polnischen Königs und seiner Zeit vermittelt. „Die Ausstellung ,Jan III. Sobieski. Ein polnischer König in Wien‘ gibt die Möglichkeit, diese bedeutende Persönlichkeit des europäischen Barock als Herrscher, Kriegsheld und Mensch kennenzulernen. Die facettenreiche Darstellung verdankt sich einer außergewöhnlich umfassenden österreichisch-polnischen Zusammenarbeit“, betont Belvedere-Chefin Stella Rollig bei der Präsentation der Schau am Donnerstag.

Sobieskis Herkunft und sein Weg zum Thron als gewählter polnischer König werden im ersten Abschnitt der Ausstellung behandelt. Es waren vor allem seine Fähigkeiten und Erfolge als Feldherr, die ihm die polnische Krone eintrugen. Bereits im Alter von 20 Jahren stand Sobieski zum ersten Mal auf dem Schlachtfeld. Der Sieg der polnisch-litauischen Armee bei Chocim/Chotyn 1673 über die osmanischen Truppen und der gleichzeitige Tod des amtierenden Königs begünstigten seine Wahl zum König durch den polnischen Adel im Jahr 1674. Kulturell war Sobieskis Umfeld vom Sarmatismus geprägt – einer allumfassenden Weltanschauung des polnischen Adels, der seine Herkunft genealogisch auf das antike Volk der Sarmaten zurückführte. Diese Geisteshaltung fand ihren augenfälligsten Ausdruck in der Bekleidung, die an orientalischen Kostümen angelehnt war. In einigen Porträts in der Ausstellung wird dies nachvollziehbar.

Husaren-Halbharnisch, Polen, zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts. Krakau, Königsschloss auf dem Wawel © Zamek Królewski na Wawelu, Bild: Stanisław Michta

Winterpalais des Prinzen Eugen: Ausstellungsansicht „Jan III. Sobieski. Ein polnischer König in Wien“. Bild: Sandro Zanzinger © Belvedere, Wien

Sobieskis Rolle als Mäzen der Künste ist eine weitere Sektion gewidmet. „Der Monarch beauftragte talentierte Künstler, die später an verschiedenen europäischen Herrscherhöfen Anstellung finden sollten. Unter ihnen findet sich auch Martino Altomonte, der nach seiner Tätigkeit als Schlachtenmaler und Porträtist für Sobieski nach Wien kam, um für Prinz Eugen die Freskenmalereien im Unteren Belvedere auszuführen. Überhaupt wäre die österreichische Malerei des Hochbarock ohne Altomonte nicht zu denken“, so Kuratorin Maike Hohn. Als weitere wichtige Künstlerpersönlichkeiten, die auch mit der Ausstattung der königlichen Residenz Schloss Wilanów beauftragt wurden, sind Jerzy Eleuter Szymonowicz-Siemiginowski und Jan Reisner zu nennen. Sie sind ebenfalls mit Werken in der Ausstellung vertreten. Der einst vor den Toren von Warschau gelegene Wilanów-Palast kann als Herzstück Sobieskis mäzenatischer Tätigkeit bezeichnet werden. Mit der architektonischen Umsetzung des Ausbaus von einem einfachen Landhaus zu einer barocken Königsresidenz wurde Vincenzo Agostino Locci beauftragt. Die Ausstellung zeigt die bedeutenden Ansichten der Schlossanlage von Bernardo Bellotto, die eigens zu diesem Zweck ihren fixen Platz im Canaletto-Saal des Warschauer Königsschlosses verlassen haben.

Sobieski förderte jedoch nicht nur die bildenden Künste, er zeigte sich auch an Erkenntnissen aus Wissenschaft und Forschung interessiert und unterstützte Gelehrte wie den Danziger Astronomen Johannes Hevelius, von dessen Person und wissenschaftlicher Arbeit die Ausstellung einen Eindruck gibt. „Hevelius erhielt von Sobieski ein jährliches Gehalt. Für die Tätigkeit in seinen Brauereien erteilte ihm der polnische König eine Steuerbefreiung. Überdies stellte Sobieski für den brandbedingten Wiederaufbau und die neuerliche Ausstattung von dessen Werkstatt entsprechende Geldmittel bereit“, erklärt Kurator Konrad Pyzel. Ein weiterer Abschnitt der Ausstellung widmet sich Sobieskis Rolle als Ehemann und Vater. Bis heute erhaltene Briefe an seine Frau Marie Casimire, eine französische Hofdame am polnischen Hof, bezeugen seine innige Zuneigung und Wertschätzung seiner Gattin und die politische Zusammenarbeit des königlichen Paares. Eine kleine Auswahl der Briefe ist – zum Teil erstmals in deutscher und englischer Übersetzung – digital einzusehen, Familienporträts zeigen das Herrscherpaar und ihre Kinder, die entgegen den damaligen Usancen in engem Kontakt mit den Eltern am Hof aufwuchsen.

Anonymer Maler Porträt des Kara Mustafa 18. Jahrhundert. Warschau, Museum Schloss Wilanów © Muzeum Pałacu Króla Jana III w Wilanowie, Bild: Zbigniew Reszka

Anonymer Maler, Porträt von König Jan III. Sobieski, 18. Jahrhundert. Warschau, Museum Schloss Wilanów © Muzeum Pałacu Króla Jana III w Wilanowie, Bild: Zbigniew Reszka

Ein eigenes Kapitel der Ausstellung befasst sich mit der Schlacht bei Wien. Bevor Sobieski die alliierten Truppen, bestehend aus kaiserlichen Kontingenten, Hilfstruppen aus dem Heiligen Römischen Reich sowie der polnischen Kronarmee, als Oberbefehlshaber zum Sieg gegen die Osmanen führte, schloss er ein Bündnis mit Kaiser Leopold I. Dieser für die österreichisch-polnische Geschichte bedeutende Vertragstext wurde anlässlich der Ausstellung vollständig übersetzt. Die Exponate zeigen zentrale Protagonisten des Entsatzes auf kaiserlicher wie auf polnischer Seite. Den Schlusspunkt der Sektion bilden Objekte rund um die Heilige Liga und den Frieden von Karlowitz im Jahr 1699. Der vorletzte Abschnitt der Ausstellung beleuchtet Sobieskis Rückkehr aus Wien mit königlichen Trophäen und kostbaren Textilien, die er teilweise als Votivgaben Kirchen und Klöstern in Polen stiftete. Schließlich geht die Ausstellung auf den Ruhm ein, der dem polnischen König unmittelbar nach dem erfolgreichen Entsatz von Wien zuteilwurde. Ein Beispiel für die Anerkennung, auch fernab der großen europäischen Herrscherhöfe, bildet das Denkmalprojekt für die Kathedrale von Le Puy-en-Velay. Auf Betreiben des Bischofs sollten in mehreren Kirchen der französischen Auvergne Monumente für Sobieski errichtet werden. Die Skulpturen in der Ausstellung sind Teile eines Denkmals, das letztlich jedoch nicht aufgestellt wurde.

„Die Ausstellung versammelt zentrale Werke zur Person, die auch als Momentum Sobescianum bezeichnet werden. Ausstellung und Ausstellungsort ergänzen sich dabei kongenial. Prinz Eugen von Savoyen, der Bauherr des Winterpalais, dürfte König Sobieski während der Entsatzschlacht um Wien 1683 kennen gelernt haben“, sagt Paweł Jaskanis, Direktor des Museum Schloss Wilanów. In Kooperation mit dem Museum Schloss Wilanów erscheint zur Ausstellung im Hirmer Verlag ein umfangreicher Katalog in deutscher und polnischer Sprache. Eine Datenbank mit gesammelten wissenschaftlichen und populärwissenschaftlichen Artikeln zu Geschichte, Kultur und Sitten Polen-Litauens sowie herausragenden Persönlichkeiten bietet eine umfangreiche Nachlese für alle Interessierten, die sich über die Ausstellung hinaus tiefergehend mit der Person und der Zeit Jan III. Sobieskis befassen möchten.

www.wilanow-palac.pl/pasaz

www.belvedere.at

6. 7. 2017

Albertina: Look! New Acquisitions/Neuerwerbungen

Juli 4, 2017 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Von Gottfried Helnwein bis William Kentridge

Gottfried Helnwein: Pink Mouse 2, 2008. Bild: Albertina, Wien © Bildrecht, Wien, 2017

Ab 6. Juli zeigt die Albertina zum ersten Mal eine Ausstellung auf zwei Ebenen des Museums: Auf mehr als 2.500 Quadratmetern – in der Propter Homines Halle und in der Bastei der Albertina – gibt das Haus einen Einblick in die Sammlungsstrategie zur zeitgenössischen Kunst unter der Direktion von Klaus Albrecht Schröder.

Aus mehr als 10.000 Werken, die in den letzten 18 Jahren an zeitgenössischer Kunst erworben wurden, haben Klaus Albrecht Schröder und Kuratorin Antonia Hoerschelmann an die 350 Werke von 55 Künstlerinnen und Künstlern ausgewählt. Deutlich erkennbar wird die Absicht, nach Möglichkeit nicht isolierte Einzelwerke zu erwerben, sondern Werkgruppen, um ein komplexes Verständnis für die künstlerischen Ideen und Gestaltungsprinzipien eines Schaffens zu erhalten. Grundsätzlich wurden für die Sammlung zeitgenössischer Kunst ausschließlich Zeichnungen und Druckgrafiken angekauft.

Dennoch befinden sich heute hunderte Gemälde in der Sammlung für Gegenwartskunst der Albertina. Viele Künstlerinnen und Künstler haben dem Museum bedeutende Gemälde geschenkt, um mit der Gesamtheit ihres Schaffens in diesem Museum repräsentiert zu sein: Zeichnung, Druckgrafik, Malerei werden nur als verschiedene Ausdrucksformen derselben unteilbaren künstlerischen Konzeption und Idee verstanden.

Alex Katz: Reclining Figure / Indian Blanket, 1987. Bild: Albertina, Wien © Bildrecht, Wien, 2017

William Kentridge: Camera in Landscape, 1994. Bild: Albertina, Wien © William Kentridge

Obwohl die hauptsächliche Intention dieser großen Ausstellung ist, einen Einblick in die Sammlungsstrategie der Albertina in den letzten beiden Jahrzehnten zu gewähren, ist die Ausstellung einmal nach Themen (Akt, politisches Engagement, Collage), dann nach Künstlergruppen (Neue Malerei, Minimalismus), das dritte Mal nach monografischen Gesichtspunkten (Doğançay, Deutsch, Helnwein) gegliedert.

Klaus Albrecht Schröder und Antonia Hoerschelmann nehmen mit dieser Auswahl ausdrücklich keine Wertung vor: „Wir könnten ohne weiteres mehrere vergleichbare Ausstellungen präsentieren, ohne dass sich ein einziges Werk wiederholen würde, und ohne jeglichen Verlust an Qualität und Bedeutung“, so Hoerschelmann. „Erfreulicherweise konnten wir in vorangegangenen Präsentationen einige der diesmal nicht vertretenen künstlerischen Positionen vorstellen, an weiteren Ausstellungen zur zeitgenössischen Kunst wird bereits gearbeitet.“

Georg Baselitz: Liebespaar 1984 – altsachlich (Remix), 2007. Bild: Albertina, Wien © Georg Baselitz

Sigmar Polke: Ohne Titel, 1999. Bild: Albertina, Wien © Bildrecht, Wien 2017

Teil der Sammlungsstrategie ist es, sich mit einzelnen Künstlerinnen und Künstlern über Jahre kontinuierlich zu befassen, bekräftigt Klaus Albrecht Schröder: „Es ist diese Kontinuität, die ein Museum von einer Kunsthalle unterscheidet. Wir bekennen uns zu einzelnen Künstlerinnen und Künstlern, sammeln deren Werk über Jahre und präsentieren es in unterschiedlichen Zusammenhängen immer wieder.“

www.albertina.at

4. 7. 2017

 

Reopening der Kunsthalle Krems am 1. Juli

Juni 30, 2017 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Von Abstract Painting bis zur sakralen Installation

Gerhard Richter: Frau in Hollywoodschaukel 196-3, 1968. ACT Art Collection Siggi Loch. Courtesy Richter Images. Bild: © Gerhard Richter 2017 (0131)/ Jens Ziehe

Im entkernten Foyer der Kunsthalle Krems empfing der neue künstlerische Direktor Florian Steininger Freitagvormittag ein Grüppchen Auserwählter, um ihnen seine drei Ausstellungen für das spektakuläre Reopening am 1. Juli zu präsentieren. Im Sommer 2016 wurde das Haus für ein Jahr geschlossen, nun ist die Sanierung abgeschlossen, Zeit für die Wiedereröffnung. Deren Glanzstück ist – und damit gleichsam die erste große Themenschau der neuen Leitung – die Ausstellung „Abstract Paiting Now! Gerhard Richter, Katharina Grosse, Sean Scully …“

Steininger selbst hat die Schau kuratiert, abstrakte Malerei ist seine Sache seit mehr als 20 Jahren, schon in seiner Diplomarbeit hat er sich mit ihr beschäftigt – mit Schwerpunkt aufs Österreichische. Diese Kennerschaft zeichnet den Rundgang mit ihm aus – wenn Steininger erklärt und anschaulich macht, ist es tatsächlich so, als sprächen die Bilder zu einem. „Wie er denn ans Werk ginge“, will einer der Rundgänger von Steiniger wissen. Dessen sophistische Antwort: „Ich bau‘ mir im Kopf die Ausstellung vor, damit ich sehe, wie die Werke miteinander können.“

Die Schau beginnt im Oberlichtsaal mit Gerhard Richters „Frau in Hollywoodschaukel“ aus dem Jahr 1968, das in Korrespondenz mit Werken von Herbert Brandl und Erwin Bohatsch gesetzt ist. Etwa 60 künstlerische Positionen umfasst die Ausstellung, deren „historische Basis“ die kommenden Entwicklungen nach dem von Richter und Sigmar Polke getragenen Abstrakten Expressionismus sind. In Österreich haben sich Tendenzen der neuen Abstraktion entwickelt, die ein selbstverständliches größeres Ganzes mit den internationalen Positionen bilden: Ab den 1980er-Jahren stehen konzeptuelle neugeometrische Arbeiten von Ernst Caramelle, Gerwald Rockenschaub und Heimo Zobernig neben Farbfeldmalereien von Erwin Bohatsch, Herbert Brandl, Hubert Scheibl und Walter Vopava. Darauf folgen in der Ausstellung jüngere Positionen, die das Projekt Abstraktion bis heute in voller Bandbreite fortführen.

Erwin Bohatsch: Ohne Titel, 2015. Courtesy Erwin Bohatsch. Bild: Jorit Aust

Wade Guyton: Ohne Titel, 2010. Sammlung Stolitzka, Graz. Bild: Nick Ash

Katharina Grosse tauscht den klassischen Pinsel gegen die Airbrushpistole und kreiert irisierende colour fields. In der modernen Malerei galt das Ornament als Verbrechen, als nutzlose Schlacke der autonomen Kunst. In der stilpluralistischen Postmoderne findet es in der Abstraktion bei Ross Bleckner und Philip Taaffe wieder einen Platz. Der erweiterte Abstraktionsbegriff schließt auch Natur und Landschaft in Form neoromantisch-expressiver Farbfelder wie jener von Per Kirkeby ein. Bei Sean Scully paaren sich Konstruktiv-Geometrisches und malerische Atmosphäre in einer Synthese von Ratio und Emotion. Spiritualität und geometrische Abstraktion in der Nachfolge von Kasimir Malewitsch und Barnett Newman sind bei Helmut Federle essenzielle Kriterien.

Bei Brice Marden und Lee Ufan speichert der Pinselstrich als Zeichen des meditativen Akts das Geistige in der Kunst. Diese Ernsthaftigkeit und diese Konzentration auf Geist und Bild sind auch in den monochromen Gemälden von Marcia Hafif, Joseph Marioni und Günter Umberg anzutreffen. Eine Art Schlusspunkt der Ausstellung setzt Wade Guyton mit seinen minimalistischen Streifenbilder, die er nicht mehr per Hand malt, sondern von einem Tintenstrahldrucker erzeugen lässt.

Tobias Pils: Untitled

Tobias Pils: Untitled, 2017. Kunsthalle Krems. Courtesy Galerie Gisela Capitain, Köln, Galerie Eva Presenhuber, Zürich, Galerie Capitain Petzel, Berlin und Tobias Pils. Bild: Jorit Aust

Für die Zenrale Halle hat der aktuell sehr angesagte Kunstwelt-Darling Tobias Pils eine Malerei-Installation gefertigt. Das Atrium ist endlich der Tageslichtraum, als der es angedacht war. Ursprünglich von Adolf Krischanitz als solches konzipiert, war die Glasdecke die vergangenen Jahre hindurch abgedeckt und der Raum mit Kunstlicht erhellt.

Pils widersetzt sich der Logik des Raumes, indem er ausgerechnet die frontale Glaswand, die von der Rampe aus Einblicke in die Halle gewährte, für seine Installation „Untitled“ beansprucht. Ein Fuß am unteren Bildrand ermöglicht den Einstieg ins Bild. Neben flächigen Formen sowie Linien- und Gitterstrukturen, sind Maschen und Wimpern zu sehen, Füße und Gitter treffen auf opake Flächen, Lasuren oder verwaiste Zonen. Im Zusammenfallen von Figürlichem und Ornamentalem liegt die Quintessenz der Malerei von Tobias Pils: Beim schrankenlosen Aufblättern seiner Empfindungen im Malprozess wird das Intimste nach außen gekehrt, bis zu dem Punkt, an dem das Persönliche Allgemeingültigkeit erlangt. An diesem Punkt ist es dann auch möglich, drei Schwangere im Rapport des Frieses zu befrieden.

Sébastien de Ganay: Transposition and Reproduction

Mit der Dominikanerkirche gewinnt die Kunsthalle Krems 2017 noch einen zusätzlichen Ausstellungsort. Der Fokus liegt hier auf raumbezogenen Projekten in der gotischen Sakralarchitektur. Als erstes wird dort ein Installations-Projekt des in Österreich lebenden französischen Künstlers Sébastien de Ganay zu sehen sein. Alle Objekte, die de Ganay dafür entworfen hat, zeugen von seiner Auseinandersetzung mit den Grenzen zwischen Kunst und Leben. Spektakulär ist die zentrale Bodenarbeit, die fast das ganze Mittelschiff der Kirche ausfüllt. Schwarzweiße Zementfliesen, zu einem monumentalen Rechteck verfugt, zitieren die Bodenfliesen der gotischen Kathedrale Notre-Dame in Amiens. Dieses berühmte Bodenlabyrinth war ein symbolischer Ort für Pilger, die nicht nach Jerusalem pilgern konnten.

De Ganays Arbeit, die man betreten darf, ist einerseits ein riesiges minimalistisch geometrisches „Bild“, verweist aber auch auf die jahrhundertealte kirchliche Tradition. Im langgestreckten Chor hat der Künstler die Form der Pfeiler des Mittelschiffs in acht unterschiedlich hohe Aluminiumskulpturen übertragen. Sie bilden einen imaginären Säulengang, sind in ihrer Hermetik und schimmernden Oberfläche aber auch autarke Objekte. Ein Aspekt, der in mehreren Arbeiten auftaucht, ist das Verschwinden, das Entschwundene, die Absenz. „Look it’s Jesus“: Durchaus mit Humor verweist die Video-Präsentation der Anfangssequenz aus Federico Fellinis „La dolce Vita!“, bei der eine Christusstatue an einem Hubschrauber hängend durch die Luft fliegt, auf den aus der (Dominikaner-)Kirche verschwundenen christlichen Content.

Sébastien de Ganay: Amiens Floor, 2017. Bild: © Studio Sébastien de Ganay, Drohnenfotografie: Rio Liovic / Ebo Rose

Sébastien de Ganay: Candle, 2017. © Studio Sébastien de Ganay, Bild: Simon Veres

De Ganay versteht es meisterhaft, die Stille und Kontemplation des Raums in seiner Installation aufzufangen. Oder wie Kurator Andreas Hoffer sagt: „Er füllt mit seinen Objekten die Leerstellen des säkularisierten Raums.“ Zu diesen Objekten gehören riesige Kerzen in Form der Dominikanerkirche, Beichtstühle, die mittels Briefschlitz zu Wunschstühlen werden. Man kann hier tatsächlich Gebete oder Wünsche deponieren. Und Fußmatten mit ausgestanzter Dominikanerkirche. Hoffer: „De Ganay nennt sie sein ,Matthäus 10:14′: Und wo euch jemand nicht annehmen wird noch eure Rede hören, so geht heraus von demselben Haus oder der Stadt und schüttelt den Staub von euren Füßen.“ Zweifellos ist die Installation ein Höhepunkt des Reopenings.

Neu: Videotour

Die Kunsthalle Krems entwickelte für die aktuellen Ausstellungen gemeinsam mit dem Netzwerk CastYourArt ein neues, audiovisuelles Vermittlungsangebot. Kurze Videos laden das Publikum ein, sich in Ausstellungsthemen zu vertiefen, und geben Einblick hinter die Kulissen. Gemeinsam mit Künstlern und Kuratoren blickt man fachkundig und kurzweilig auf die Ausstellungsinhalte. Atelierbesuche bei Suse Krawagna und Jakob Gasteiger führen das Publikum vom Ausstellungsort zu den Orten der künstlerischen Produktion. Direkt in den Ausstellungen der Kunsthalle Krems und Dominikanerkirche sind die Videos informative Wegbegleiter. Für die Vor- und Nachbereitung stehen sie auf der Webseite der Kunsthalle Krems allen Besuchern kostenlos zur Verfügung.

Zur Person Florian Steininger: www.mottingers-meinung.at/?p=16178

www.kunsthalle.at

30. 6. 2017

MdM Salzburg: Auf/Bruch. Vier Künstlerinnen im Exil

Juni 29, 2017 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Die neue Ausstellungsreihe startet mit Fotografinnen

Grete Stern: Sueno N° 2, Buenos Aires, 1949 (Traum Nr. 2.) Bild: Museum Folkwang, Essen

Das Museum der Moderne Salzburg startet eine Reihe über Künstlerinnen und Künstler mit Exilhintergrund, die wiederentdeckt und neu positioniert werden sollen. Unter dem Titel „Auf/Bruch“ werden in der ersten Ausstellung ab 1. Juli drei Fotografinnen – Ellen Auerbach, Grete Stern und Elly Niebuhr – sowie die Künstlerin und Pädagogin Friedl DickerBrandeis vorgestellt.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 verließen Tausende von Kulturschaffenden Deutschland, ab dem „Anschluss“ 1938 auch Österreich. Die unfreiwillige Auswanderung bedeutete für die Exilanten nicht nur Verlust und Isolation, sondern auch die Notwendigkeit, unter völlig neuen Bedingungen zu arbeiten und sich gleichsam neu zu erfinden. Während sich die vier aus jüdischen Familien stammenden Künstlerinnen Ellen Auerbach, Grete Stern, Elly Niebuhr und Friedl Dicker-Brandeis, die alle im Bereich der Gestaltung tätig waren, in ihren jeweiligen Disziplinen professionalisierten, wurden sie durch die Emigration zu beruflichen und persönlichen Neuanfängen gezwungen. Teils durch die Umstände genötigt, teils aus dem Bedürfnis heraus, das Erlebte zu verarbeiten, entwickelten sie im Exil jeweils eine neue künstlerische Sprache.

„Nach der Auseinandersetzung mit dem Werk von Charlotte Salomon in „Leben? Oder Theater?“ 2015 und der Beschäftigung mit Formen des ästhetischen und politischen Exils in der Ausstellung „Anti:modern“ 2016 rücken wir mit dieser Ausstellungsreihe weitere Künstlerinnen mit Exilhintergrund in den Fokus“, erläutert Sabine Breitwieser, Direktorin des Museum der Moderne Salzburg. In der Ausstellung sind etwa zweihundert Werke zu sehen, die verdeutlichen, wie unterschiedlich der „Auf/Bruch“ ins beziehungsweise im Exil bewältigt wurde. Die ausgestellten Arbeiten umspannen die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg bis zu den 1960er-Jahren und dokumentieren somit die Zeitgeschichte mehrerer Jahrzehnte.

Ellen Auerbach: Huejotzingo, Mexiko, um 1956. Bild: Museum Folkwang, Essen

Friedl Dicker-Brandeis: Verhör II, 1934–1938 Öl. Bild: Museum in Prag Fotoarchiv

Die Ausstellung begleitet die vier Frauen gleichsam auf den Stationen ihres Exils und breitet ihre künstlerischen Biografien im Spannungsfeld von Einschränkung und Entfaltung, Verlust und Inspiration aus. „Die Ausstellung zeigt exemplarisch, dass sich Exil und Emigration im Werk von Künstlern durch Diskontinuität, Verluste, Auf- und Abbrüche und fremdbestimmte Neuanfänge abzeichnen“, so Kuratorin Christiane Kuhlmann. „Ein gutes Beispiel für den Wandel der Bildsprache durch das Exil ist das Werk von Friedl Dicker-Brandeis. Beeinflusst von der Psychoanalytikerin Annie Reich wechselte sie auch das Medium: Auf die Architektur-, Möbel- und Textilentwürfe der 1920er-Jahre folgte jetzt figurative Malerei, in der sich die Exilerfahrung niederschlägt“, erläutert Kuratorin Beatrice von Bormann.

Grete Stern, geboren 1904 in Elberfeld, DE, gestorben 1999 in Buenos Aires, und Ellen Auerbach, geboren 1906 in Karlsruhe, gestorben 2004 in New York begannen ihre fotografische Karriere in Berlin. Beide absolvierten nach einem klassischen Kunststudium eine fotografische Ausbildung im Berliner Atelier von Walter Peterhans, der später als erster Professor für Fotografie ans Bauhaus in Weimar berufen wurde. Gemeinsam gründeten die beiden Frauen 1929 das Studio ringl+pit, das sich auf Werbefotografie spezialisierte und trotz der unkonventionellen Bildsprache in diesem Bereich etablierte. 1933 gingen sie ins Exil, Auerbach über Tel Aviv nach New York, Stern zuerst nach London, dann 1936 nach Buenos Aires. Dort waren sie jeweils auf sich allein gestellt und entwickelten neue Arbeitsformen, um zu überleben.

Die Bandbreite der gezeigten Arbeiten aus dem Museum Folkwang in Essen reicht von der frühen Werbefotografie über Porträtaufnahmen bis hin zu zwei besonderen Fotoserien: Die von 1948 bis 1952 entstandene Serie der Sueños, Fotomontagen für eine argentinische Frauenzeitschrift, zeugt von Grete Sterns intensiver Beschäftigung mit Ängsten von Frauen und deren gesellschaftlicher Rolle. Ellen Auerbach hingegen setzt sich in ihrer Serie Mexican Churches aus dem Jahr 1954 mit der Atmosphäre katholischer Kirchen in Mexiko auseinander. Ihr technischer Rückgriff auf die Methode des Carbrodrucks, ein damals bereits veraltetes und handwerklich schwieriges Farbdruckverfahren, lässt die Darstellungen von Christus- und Märtyrerfiguren besonders drastisch erscheinen.

Elly Niebuhr: Familienasyl in einem Gemeindebau der Stadt Wien, 1937–1938. Bild: Nachlass Elly Niebuhr, Universität für angewandte Kunst Wien, Kunstsammlung und Archiv

ringl+pit: Pétrole Hahn, Hairconditioner. Advertisement, 1931 (Pétrole Hahn, Haarspülmittel. Werbung). Bild: Museum Folkwang, Essen

Friedl Dicker-Brandeis, geboren 1898 in Wien, ermordet 1944 in Auschwitz, betrieb nach ihrer vielseitigen Ausbildung, unter anderem in den Werkstätten am Bauhaus in Weimar, ein erfolgreiches Atelier für (Innen-)Architektur in Wien, zeitweise gemeinsam mit dem Architekten Franz Singer. Zahlreiche Entwürfe ihrer innovativen Raumlösungen, wandelbaren Möbel und Textilien sind in der Ausstellung zu sehen. Der Einfluss der reformpädagogischen Bewegung auf ihre Arbeit wird in dem Phantasius-Spielzeugkasten, entstanden um 1925, mit hölzernen Einzelteilen zum Zusammensetzen von Tieren erkennbar.

Dicker-Brandeis, die 1931 der kommunistischen Partei beigetreten war, wurde 1934 inhaftiert. In den beiden Gemälden Verhör I und Verhör II verarbeitete sie dieses Erlebnis. Im selben Jahr floh sie nach Prag und wandte sich der realistischen Malerei und dem Kunstunterricht für Kinder zu. Ihre letzten Arbeiten entstanden im KZ Theresienstadt. 1944 wurde Dicker-Brandeis nach Auschwitz deportiert und von den Nationalsozialisten getötet.

Die ebenfalls gebürtige Wienerin Elly Niebuhr, geboren 1914, gestorben 2013 in Wien, absolvierte eine Lehre als Schnittzeichnerin in einem Miedersalon, studierte Chemie und begann 1936 eine Ausbildung an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt und im Fotostudio Hella Katz.

Ab 1937 entstanden ihre Fotoserien zu sozialen Errungenschaften des Roten Wiens, wie dem KarlMarx-Hof, dem Familienasyl sowie Einrichtungen für Frauengesundheit, Beratungsstellen und Gebärstationen. 1939 emigrierte sie nach London, 1940 weiter nach New York. Langfristig sah sie als Kommunistin aber keine Chance, sich in Amerika zu etablieren, und kehrte 1947 nach Österreich zurück. Dort konnte sie an ihre Sozialreportagen aus der Zeit vor dem Krieg nicht mehr anknüpfen und entwickelte sich zu einer vielbeschäftigten Modefotografin, die bis in die 1980er-Jahre tätig war.

www.museumdermoderne.at

29. 6. 2017

Belvedere: Maria Theresia und die Kunst

Juni 29, 2017 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

In Kunstfragen fortschrittlich und frei

Friedrich Heinrich Füger: Kaiserin Maria Theresia im Kreise ihrer Kinder, 1776. Bild: © Belvedere, Wien

Das Belvedere nimmt ab 30. Juni den 300. Geburtstag von Maria Theresia zum Anlass, ihren Bezug zur bildenden Kunst zu beleuchten und neue Aspekte abseits der gängigen historischen Darstellungen der berühmten Habsburg-Herrscherin zu zeigen. Kurator Georg Lechner fördert in der Ausstellung „Maria Theresia und die Kunst“ spannende Details zu Tage. So war Maria Theresia in ihrer Kunstauffassung sehr frei und unverbildet. Die etwa 120 Werke umfassende Schau zeigt, welche Bedeutung das kulturelle Engagement der „Herrin im Hause Österreich“ für die Nachwelt hatte.

Die Ausstellung zeigt in sechs Abschnitten Maria Theresias Zugang zur bildenden Kunst. Die Kaiserin war sich ihrer Repräsentationspflicht gänzlich bewusst. Gleichzeitig machte ein geschmälertes Budget die Erwerbung von Werken alter Meister nur sehr eingeschränkt möglich. So beschäftigte Maria Theresia vor allem zeitgenössische Künstler aller Metiers und bewies damit Mut zu unkonventionellen Lösungen und ein sehr progressives Kunstverständnis. Bis heute prägt die Auftrags- und Ankaufspolitik der Herrscherin einen Teil der Sammlungen des Belvedere.

„Als historische Einstimmung zeigen wir im ersten Abschnitt der Ausstellung Beispiele der Porträtmalerei, die zur Zeit Maria Theresias einen starken Aufschwung erfuhr. Zu den Lieblingsporträtisten der Kaiserin zählte allen voran Martin van Meytens d. J., der den Geschmack des Kaiserhauses wohl am besten traf“, erklärt Kurator Georg Lechner bei der Präsentation der Schau am Donnerstagvormittag. Daneben waren es die Werke Jean-Etienne Liotards, aber auch zahlreicher weiterer Künstler, die von der Kaiserin besonders geschätzt wurden.

Daniel Schmidely: Maria Theresia im ungarischen Krönungskleid, 1742. Bild: © Galéria mesta Bratislavy

C. Hirsch d.J.: Der Krönungsritt Maria Theresias in Pressburg, 1747. Bild: © Galéria mesta Bratislavy

Ein weiteres Kapitel widmet sich dem Bildhauer Balthasar Ferdinand Moll, der ebenfalls zu den Favoriten der Kaiserin zählte und mit zahlreichen Aufträgen bedacht wurde. Sein Hauptwerk bildet der noch heute in der Kapuzinergruft befindliche Doppelsarkophag der Monarchin und ihres Gemahls Franz Stephan. Die Dubletten der Seitenreliefs mit Szenen aus dem Leben des Herrscherpaares gelangten in die kaiserlichen Sammlungen und werden in der Ausstellung gezeigt.

Wilhelm Beyer war unter anderem in Ludwigsburg als Modellmeister in der Porzellanmanufaktur tätig, bevor er im Jahr 1773 vom Kaiserhaus mit der skulpturalen Ausstattung des Schönbrunner Schlossparks beauftragt wurde. Für die zeitgerechte Fertigstellung des Großauftrags mit 36 Statuen wurden 16 Bildhauer beschäftigt, die sich zu prägenden Gestalten auf dem Gebiet der Skulptur entwickelten. Beyer und seinem Kreis ist daher ein weiterer Abschnitt der Schau gewidmet.

Ein eigenes Kapitel befasst sich mit Maria Theresias Bezug zum Belvedere. Die Monarchin erwarb das Ensemble mitsamt den Gartenanlagen 1752 von Prinzessin Victoria, der Nichte Prinz Eugens von Savoyen, führte es aber nicht gleich einer konkreten Verwendung zu. „Es war die Entscheidung von Maria Theresia und ihrem Sohn Joseph II., die kaiserlichen Sammlungen von der Stallburg in das ehemalige Repräsentationsschloss Prinz Eugens zu verlegen. Damit wurde das Belvedere im Jahr 1777 als Bildungsinstitution und Museum erstmals für alle Bürgerinnen und Bürger frei zugänglich. Die in der Ausstellung präsentierten Gemälde waren bereits damals Teil der Sammlung “, so Belvedere-Generaldirektorin Stella Rollig.

Franz Xaver Messerschmidt: Maria Theresia, 1760. Bild: © Belvedere, Wien

In einem weiteren Abschnitt rückt die Landschaftsmalerei und hier besonders Johann Christian Brand in den Fokus. 1765 zum Kammermaler ernannt und später mit einer Professur an der Wiener Akademie bedacht, entwickelte sich der Künstler zum bedeutendsten Landschaftsmaler seiner Zeit. Maria Theresia beauftragte den Künstler mit der Reiherbeize in Laxenburg und der Schlacht bei Hochkirch für die Ausstattung der kaiserlichen Residenzen. Beide Bilder befinden sich heute in der Sammlung des Belvedere.

Nicht zuletzt ist den Entwürfen für Deckenfresken und Allegorien ein Kapitel in der Ausstellung gewidmet. Diese gelten als Charakteristikum für das Habsburgerreich zur Zeit Maria Theresias und dienten der Verherrlichung des Herrscherhauses. Die Ausstellung zeigt Ölskizzen von Franz Anton Maulbertsch, Gregorio Guglielmi, Daniel Gran und anderen mehr. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

www.belvedere.at

29. 6. 2017