Stadtsaal/Thomas Maurer: Zeitgenosse aus Leidenschaft

Januar 23, 2022 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Bezos‘ Penis, Hofers Pocken und ein P.C.-Kabarettist

Bild: © Ingo Pertramer

Den Neujahrsvorsatz hat Thomas Maurer offenbar gefasst, 2022 alles richtig zu machen, und so begrüßt er unter den Zuschauerinnen und Zuschauern auch sein LGBTQIA+Publikum, die MigrantInnen aller Communitys mögen sich mitgemeint fühlen. Maurer spricht den Gender*

in jedem Satz, das zieht er durch bis zum Schluss. Nur Oarschloch und Nazi, so Maurer, werden die Ausnahmen sein. Derart „woke“ sei er jetzt, der perfekte politisch korrekte Kabarettist, der sich mit seinem aktuellen Programm „Zeitgenosse aus Leidenschaft“ im Stadtsaal und in der Regie von Petra Dobetsberger präsentiert. Die Tagespolitik hat Maurer schon länger an die Staatskünstler, dem Satirekollektiv mit Robert Palfrader und Florian Scheuba, ausgelagert. Hier beschäftigt er sich frei nach Otto Grünmandls: „Politisch bin ich vielleicht ein Trottel, aber privat kenn ich mich aus“ mit dem nun vernünftigem, weil gesundem Leben seiner Bühnenfigur Thomas Maurer, die nicht mehr rauchen und kein Fleisch mehr essen will, und sich unversehens bei einem Tankstellenshop mit Tschick und Leberkäsesemmel im Auto wiederfindet.

Ein roter Faden ist in „Zeitgenosse aus Leidenschaft“ schwer bis gar nicht auszumachen. Maurer mäandert auf Stand-up-Art durch eine breit gefächerte Themenlandschaft. Die Aufgabenbereiche für einen Zeitgenossen sind eben sehr komplex, interkulturelle Fettnapf-Tritte inklusive. Und doch verdichtet sich das Gesagte im Laufe des Abends zu jenem Gegenwartsgefühl trauriger Erkenntnis, wie vieles komplett falsch läuft, wie wenig sich aber trotzdem ändert – global genauso wie bei einem selbst.

Maurer gesteht, dass er sich als Ministrant in den 1970er-Jahren des Blackfacings schuldig macht habe, weil – entschuldigend – ihm der Caspar als der coolste vorgekommen sei. Danach eine schnelle Tschick in der Sakristei: „Ich habe Jesus für Philip Morris verraten.“ Flugs geht’s zu den Azteken und ihrem Menschenopfer-Kult. Rückblickend, so Maurer, könnte man darüber nachdenken, ob deren kannibalistische Rituale um so vieles grausamer waren als die 15.000 Menschenopfer, die der Bau des Fußball-WM-Stadions in Katar gefordert hat. Das sind Zusammenhänge, die erst einmal geknüpft sein wollen – und Maurer gelingt das ganz famos, ohne, dass sein Vortrag jemals in die Häme kippt, sondern so, dass herzlich gelacht werden kann.

Die persönlich liebste Story erzählt Maurer nach der Pause – ein bisschen Fun im Fundamentalismus: Bärtige, bewaffnete Männer ziehen Richtung Stadt. Rebellische Aufwiegler und maßnahmenkritische Umstürzler, die endlich zu ihrem Recht kommen wollen. Die Taliban auf dem Marsch nach Kabul? Nein! Tirol 1809, als Andreas Hofer mit seinen Tiroler Schützen gegen die Bayern in die Schlacht zog. Auslöser des Konflikts ist – die Impfplicht gegen die Pocken. Doch die Tiroler, Maurer schildert in herrlichstem Dialekt, sahen das Vorgehen gegen die Blattern als Lästerung des Menschen gegen Gottes Plan – und er zieht den Schluss: „Man kann für die Freiheit demonstrieren und sich dabei eine infektiöse Lungenerkrankung einfangen.“ (Wenigstens konnten die Clusteranten anno 1809 nicht mit dem Bus nach Wien fahren, Anm.)

Flott und vom Hundersten in Tausendste geht’s durch 21. Jahrhundert, dessen „biologischer Obergrenze“ und jener der eigenen Schuldgefühle. Irgendwann geht nicht mehr. Maurer windet Girlanden vom Klimawandel: „Man kann auf der Autobahn fahren und dabei die Klimaanlage auf Weißweintemperatur stellen. Oder kühl distanziert der Zeitung entnehmen, welcher unseligen Weltgegend gerade ,Hilfe vor Ort‘ in Aussicht gestellt wird und wer gerade wieder ,Klimahysterie‘ gesagt hat.“ Bis zu Jeff Bezos und seinen an einen Penis erinnernden Space Penetrator. Maurer wünscht sich ein „Vaginaldesign“: „Ich stell‘ ma des vor wie ein Langsemmerl“.

Ein nachhaltiges Konsumverhalten wird gefordert – es hagelt Kritik für die immer schlimmer werdende Bodenversieglung rund um die ländlichen Gewerbeparks: „So sieht das Anthropozän aus, wenn der Baumeister der Schwager vom Bürgermeister ist.“ Die Energieforschung wird erwähnt und SUVs, die „wie Werkfahrzeuge am Todesstern anmuten.“ Dass es in der Apotheke Globuli und Schüsslersalz zu kaufen gibt, lässt ihn an der Aufklärung (ver-)zweifeln.

Die Welt wäre besser, befindet Maurer, „wenn die Leute sich vorher vorstellen, was sie sich nachher nicht hätten träumen lassen.“ Sarkasmus, weiß Maurer, ist die Würze der Debatte, und bohrt genüsslich in der Wunde des Österreichertums. Ein augenzwinkernd ironischer Blick des Kabarettisten und die Um- und Zustände, die auch der „Zeitgenosse aus Leidenschaft“ nicht zu ändern vermag. Maurers Ausführungen sind so geistreich wie amüsant, er versteht es Antworten auf Fragen zu geben, die man sich eigentlich noch nie gestellt hat, und wirft jeder Antwort eine neue Frage hinterher. Und gerade als man gespannt ist, wie Maurer sein Ideengewirr am Ende zusammenfassen will, dreht er eine gedankliche Runde zurück zum Anfang: „Gegenderte Sätze sind wie Windkraftparks: Nicht schön anzusehen, aber ganz ohne wird es auf Dauer auch nicht gehen.“ Jubel, Applaus.

Nächste Vorstellungen im Stadtsaal am 28. und 29. Jänner, es gibt noch Karten. Alle Termine österreichweit:

thomasmaurer.at          www.stadtsaal.com

  1. 1. 2022

Theater Nestroyhof Hamakom: Herbst der Untertanen

Januar 19, 2022 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Ein Dienstbotenkrieg von gnadenloser Grausamkeit

Christine Dorner, Tonia Fechter und Katharina Schumacher. Bild: © Marcel Köhler

Im Halbdunkel raunt es: „Existiert das Land noch, aus dem sie kommt?“, dann: „Wo ist die Waffe?“ Seit Tschechow weiß man, gibt’s im ersten Akt eine Waffe, wird im dritten damit geschossen. Man wird sehen … Im Theater Nestroyhof Hamakom wurde nach mehrmaliger Cov19-Verschiebung endlich die österreichische Erstaufführung von „Herbst der Untertanen“ der georgischen Autorin Nino Haratischwili über die Bühne gebracht.

Doch einer fehlte – Regisseur Michael Gruner, der am 20. Oktober 2021 verstarb. Und so legt beim Schlussapplaus Ingrid Lang, die Leiterin des Hamakom, eine rote Rose auf seinen Platz und verbeugt sich vor ihr. Ein bewegendes Bild. Davor war’s weniger seelenvoll zur Sache gegangen. „Herbst der Untertanen“ erzählt von den letzten drei Bewohnerinnen einer palastähnlichen Villa (wofür sich das angekratzte Jugendstil-Ambiente des Hamakom wunderbar eignet), in einem Land, offensichtlich einer Diktatur, in der zum wiederholten Male ein Bürgerkrieg tobt. Eine Revolution gegen das Regime, die Partisanen rücken auf die Stadt zu, draußen vor der Tür fallen Schüsse, detonieren Granaten.

Der Hausherr, General und erster, gleichzeitig meistgehasster Mann im Staat, hat sich nebst Gattin abgesetzt. Auch haben sämtliche Hausangestellte das Weite gesucht. Einzig Rina, die alte Köchin, Kaela, die Haushälterin, und eine junge Dienstmagd, ein Flüchtlingsmädchen aus dem in den Bürgerkrieg hineingezogenen Nachbarland, vom General lustvoll sabbernd „Lucy“ genannt, sind geblieben. Christine Dorner gestaltet die Rina zum Gruseln gut, den Kadavergehorsam der Patriotin um jeden Preis, die im festen Glauben, ihr General werde zurückkehren, der Herrschaft allabendlich ein Festmahl zubereitet.

Christine Dorner, Tonia Fechter und Katharina Schumacher. Bild: © M. Köhler

Tonia Fechter und Katharina Schumacher. Bild: © Marcel Köhler

Kaela bricht zusammen: Katharina Schumacher. Bild: © Marcel Köhler

„Eine ausgemergelte Sadistin, die die Moral der Welt für sich gepachtet hat“, nennt Kaela sie, Katharina Schumacher als angriffslustige, spöttische Rebellin im Adlerhorst, die endlich den Luxus genießen will, Madames Kleider tragen, in deren Bett schlafen, deren Essen essen – Cordon Bleu und teurer Wein statt des Angestellteneintopfs. Gruner, Experte für psychologische Tiefenbohrung, entfaltet ein Machtspiel um Befehlsgewalt, Erniedrigung und Menschenwürde. Die zwei von Kriegen gezeichneten Frauen (Lucy steigt erst später in den Irrwitz ein, noch ist sie Opfer, nicht Täterin) begegnen einander mit gnadenloser Grausamkeit – so wie sie’s wohl von der Herrschaft gelernt haben, so wie jene wohl mit ihnen umgegangen ist. Nichts anderes kennend erhalten, replizieren, ahmen die Frauen die Strukturen des „Führer“-Staates nach.

Irrwitz, das Wort war hier nicht zufällig gewählt. „Herbst der Untertanen“ ist auch eine Farce, ein brutaler Spaß, in der es Kaela ist, die das Leben meistens als Groteske nimmt. Katharina Schumacher bringt mit ihrer Spielenergie das Setting von Alina Amman zum Leuchten. Bald schlüpft sie in die Generalsuniform, imitiert diesen zu Lucys Amüsement, dann probieren die beiden Champagnertrunken die Abendkleider der Gnädigen auf dem Balkon (wie schön, dass der auch mal bespielt wird!), was Rina naturgemäß erzürnt. Und während Gruner mit Tonia Fechters Lucy die Ambivalenz von Abscheu und Empathie auslotet, gehen die Gegnerinnen Rina und Kaela wie Kampfhündinnen aufeinander los. Frauensolidarität? Fehlanzeige!

Imitiert den General in seiner Uniform: Katharina Schumacher als Kaela, hi.: Tonia Fechter. Bild: © Marcel Köhler

Jedes Mittel ist den beiden recht, um den Schmutz der Vergangenheit freizulegen, Sätze werden wie Streubomben abgeworfen, um möglichst viel emotionalen Schaden anzurichten. Rina schildert explizit und en detail die Massenvergewaltigung Kaelas durch Soldaten, und Christine Dorner spielt das mit diebischer Freude und großer Genugtuung. Diese rächt sich mit einem Auftritt im militärischen Tarnanzug. „Zieh‘ das aus“, kreischt Rina. Man erfährt, die „Mutter aller Tugenden“ hat ihren Sohn, als der vom Staatsheer zum Widerstand wechselte, an seine Folterer und Mörder ausgeliefert.

Prägnant, präzise und böse wird dieses genüssliches Stochern in offenen Wunden in den Spielraum gestellt, noch wird Lucy wie ein Pingpong-Ball, weinend, verzweifelt, zwischen den Älteren hin und her geworfen. Auf Geheiß Rinas muss sie Kaela mit einem nassen Putztuch prügeln. Ein Haus des Wahnsinns. „Ihr seid ja krank“, stellt die zwischen Hoffnungslosigkeit und Zweckoptimismus changierende Lucy immer öfter fest. Sie selbst will nun endlich raus aus der klaustrophobischen Situation, will die Eltern und die Schwester wiederfinden, da eröffnen ihr Rina und Kaela, welche Informationen der General bei der Flüchtlingshilfe über sein neues Hausmädchen eingeholt hat … (worauf Tonia Fechter mit ein bissl viel hysterischer Theatralik reagiert).

Gruner dreht permanent stärker an der Schraube. Anfangs noch subtile Nebenbemerkungen werden bald offen auf dem Schlachtfeld ausgetragen. Er treibt seine Schauspielerinnen Christine Dorner, Katharina Schumacher und Tonia Fechter zum Äußersten, hetzt Rina, Kaela und Lucy wieder und wieder aufeinander los. In extremen Zeiten, sagt Gruner, ist gegenseitige Zerfleischung wahrscheinlich „menschlicher“ als Zusammenhalt. Das Ende naht, die Apokalypse. Es gibt keine Vorräte mehr, kein Wasser. „Wo ist die Waffe?“, raunt es wieder im Halbdunkeln. Da hört man ein Geräusch von Lucy aus der Küche. „Ach, du Scheiße!“

Zu sehen bis 11. Februar.

www.hamakom.at           Trailer: www.facebook.com/theaternestroyhofhamakom/videos/609756156778637

  1. 1. 2022

Theater der Jugend: Die Abenteuer des Odysseus

Januar 18, 2022 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Griechischer Wein und ganz viel Blut auf der Erde

Bild: © Theater der Jugend

Bevor es über den mythologischen Troja-Helden zu berichten gilt, ein Wort über die Alltagshelden des Theaters, die dieser Tage allüberall alles tun, damit der Vorhang hochgeht. Im Theater im Zentrum, dem kleineren Haus des Theaters der Jugend, gelang dies bei „Die Abenteuer des Odysseus“ mit zwei Umbesetzungen: Curdin Caviezel, der die in dieser Spielfassung sehr wichtige Rolle des Telemachos übernahm.

Und Rafael Schuchter als Eurylochos, Bote, Teiresias, Freier auf Ithaka und Teil des Chors im Sturm. Wie die beiden in Windeseile in die Produktion gerauscht sind, nötigt Respekt ab. Auch Bijan Zamani als Odysseus, der sich im Probeneifer die Nase gebrochen hat, und dennoch auf der Bühne steht. Michael Schachermaier hat „nach Homer“ inszeniert und dafür die Magiemaschine angeworfen (Bühnenbild aus beweglichen Schiffsbausteinen: Judith Leikauf und Karl Fehringer, Kostüme: Regina Rösing, Abenteuerfilmmusik: Thomas Felder, das hier Atmosphäre schaffende Licht: Lukas Kaltenbäck); er hat am Haus vor einem Jahrzehnt schon mal bei der „Odyssee“ eines anderen Autors Regie geführt, nun machte er sich selber an den Text heran.

Schachermaier hat dafür einen Rahmen gebaut. Nach zwanzig Jahren Abwesenheit wird Odysseus als letzter Überlebender von Poseidons Rache an die Gestade von Ithaka gespült. Er ist traumatisiert, verwirrt, erkennt die Heimat erst nicht. Da torkelt sein steinalter Hund Argos heran, anrührend knuffig: Enrico Riethmüller, der später auch den Zerberus gibt (bis auf Odysseus und Telemachos sind die Darstellerinnen und Darsteller für mehrere Charaktere zuständig), er erkennt seinen Herrn. Pfötchen, ein Schlecker übers ganze Gesicht – Odysseus findet sich wieder, und Telemachos, der auf der Suche nach seinem treuen, vierbeinigen Freund ist. Jetzt kommt Schachermaiers genialer Kunstkniff. Der Vater erzählt dem Sohn, was bisher geschah – nicht die ganze Odyssee, die passte nicht ins 90-Minuten-Format -, und Telemachos, skeptisch und unentschlossen, wie er sich dem Alten gegenüber verhalten soll, findet sich plötzlich mitten drin in den „Abenteuern des Odysseus“.

Bild: © Theater der Jugend

Bild: © Theater der Jugend

Bild: © Theater der Jugend

Odysseus verliebt sich in Penelope, kein Heimchen am Herd: Cathrine Sophie Dumont, die hinter milchigen Folien auch als Schemen der Pallas Athene zu sehen ist, und im Hades als Odysseus‘ tote Mutter, Telemachos wird geboren, da erscheint Menelaos, Clemens Matzka martialisch in schwarzem Leder, und fordert vom Kriegsdienstverweigerer Gefolgschaft ein. Die zehn Jahre vor Troja sind schnell erzählt. Trojanisches Pferd. Kein Dankesopfer für Poseidon, abermals Matzka, den Gott der Meere und der Pferde, ergo Irrfahrt.

Jürgen Heigl, Rafael Schuchter, Enrico Riethmüller, Clemens Matzka – und Johanna Egger wechseln von Odysseus‘ Mannschaft zum präpotenten Pack von Penelopes Freiern, als erstere dem Listenreichen treu ergeben, obwohl der „Ithaka“-Ruf alsbald vom Stinkefinger begleitet wird, als zweitere sind sie famose Intriganten. Johanna Egger soll wohl ein Gegengewicht zu so viel toxischer Männlichkeit sein. Das alles zeigt Schachermaier nicht bitterernst, sondern modern und mit einer Portion frechen Humors. Vom Zyklopen Polyphem hört man aus den Tiefen des Saals nur ein Brüllen und Stampfen, die Schiffscrew in der Höhle, heißt: auf giftgrüner Leinwand, will den einäugigen Riesen zwecks Flucht betrunken machen, die Männer singen Udo Jürgens „Griechischer Wein“ und kommen schließlich mit dem aufgespießten Auge aus dem Untergrund.

Johanna Egger kann auch Circe. In durchsichtigen Gewändern singt sie den Popsong „Give in, you never win, whatever Circe wants Circe gets“. Kein Wunder, dass da Telemachos Hormone verrücktspielen, der Vater setzt zu einem „Du kommst jetzt in eine Phase…“-Vortrag an, Kichern im Saal, bevor sich der Kriegsverbrecher entschließt, bei der schönen Zauberin auch Ehebrecher zu werden. Der Schweinechor intoniert dazu eine Rumba, Odysseus fühlt sich jedenfalls sauwohl. Telemachos fragt: „Und was ist mit Mutter?“, darauf Odysseus: „Komm erst mal in mein Alter …“

Bild: © Theater der Jugend

Bild: © Theater der Jugend

Bild: © Theater der Jugend

Bijan Zamani. Bild: © Theater der Jugend

Vom Hades, wo Odysseus auf „Mama?“ trifft und den Seher Teiresias befragt, wird man aufgerieben zwischen Skylla und Charybdis, dies alles erzeugt durch Lichteffekte. Ein Papierschiffchen wird auf den Stoffbahnen-Wellen hin und her geworfen, bis es zerfetzt ist. Dann die Sirenen. „Die Abenteuer des Odysseus“ im Theater im Zentrum, das ist Spiel, Satz und Sieg für Bijan Zamani, der nicht nur als grüblerischer, leise gewordener später Kriegsheimkehrer überzeugt, sondern auch die Statur eines, wenn auch angeschlagenen, eigentlich: Anti-, Helden mitbringt. Das Ensemble rund um ihn agiert vom Feinsten. Mit viel Nebel, Zwielicht und Höllenlärm kommt die Sage des klassischen Altertums hier aufs nicht nur jugendliche Publikum zu.

Der Schluss ist bekannt: Penelope verlangt vom künftigen König und Gatten, Odysseus Bogen zu spannen, die Freier versagen kläglich, als ein „Bettler“ erscheint, den sie unter Spott und Hohn an die Waffe lassen. Odysseus enttarnt sich. Das Blutbad unter den Freiern erspart einem Schachermaier. Man hätte zweifellos – Ui: Feminismus! – die Rolle des Odysseus vor Troja, seine Gräueltaten und Gewaltakte (vom Aussetzen des Philoktetes auf Lemnos, der falschen Beschuldigung und Steinigung des Palamedes, den vor Hektor Flüchtenden, womit er sowohl seinen Waffenbruder Diomedes als auch den greisen Nestor im Stich ließ …), kritischer beleuchten können. Schauermaier feiert seinen Protagonisten lieber ab. Gutgelaunt also verlässt man das Theater. Ende gut, alles gut. Denn freilich muss auch Argos im Gegensatz zu Homer hier nicht sterben …

Für Jugendliche ab 11 Jahren.

www.tdj.at           Trailer: www.youtube.com/watch?v=SeMhpfMxynM

  1. 1. 2022

Werk X-Petersplatz: Rocky! Die Rückkehr des Verlierers

Januar 18, 2022 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Der Boxer auf dem Weg zum populistischen Politiker

Andreas Patton als Rocky. Bild: © Alexander Gotter

Gut gelaunt und gut gekleidet kommt der Schauspieler auf die Spielfläche. Einen Humanisten nennt er sich, so wie wohl auch sein Publikum aus solchen besteht, und wie es sich für Philanthropinnen und Philanthropen gehört, wünscht er dem „kleinen Mann“ eine Ausstiegschance bis zu einem gewissen Grad, der Unterschichtler soll seinem sozialen Erbe entfliehen können. Im hermetischen Andachtsraum der Gleichgesinnten,

wo die Meinung Andersdenkender nicht willkommen ist, werden diese weisen Worte von der ZuschauerInnentribüne her abgenickt. Andreas Patton spielt im Werk X-Petersplatz „Rocky! Die Rückkehr des Verlierers“, inszeniert von Hans-Peter Kellner, der das preisgekrönte Stück von Tue Biering auch vom Dänischen ins Deutsche übersetzte. Die deutschsprachige Erstaufführung ist eine Produktion der Juggernauten in Kooperation mit dem WERK X- Petersplatz.

Der Schauspieler präsentiert auch gleich sein liebstes Paradebeispiel, wenn auch ein fiktives, „Rocky“, den ständigen Verlierer, der dennoch nicht aufhört zu fighten und zu fighten und zu fighten. Animiert von Patton summen alle die legendäre Titelmelodie des Films, eine Zuschauerin fordert Patton auf, „Adrian“ zu rufen. „Ich bin alles andere als Rocky. Ich bin belesen, gebildet, habe Möglichkeiten zu wählen, doch ich kann mich in den Schmerz und die Ohnmacht dieses linkshändigen Losers hineinversetzen“, kontert der – nur um sein Anschauungsobjekt mit dem nächsten Satz schon zu verraten: „Muskeln ohne mentalen Überbau“.

Patton beginnt, die Filmstory nachzuerzählen, und wer die Filmreihe mit Sylvester Stallone immer gemocht hat, muss sich klarmachen, dass es hier nicht darum geht. Ausstatterin Sandra Moser erreicht mit geringsten Mitteln kolossale Wirkung, das Sounddesign von Edgar Aichinger steuert Atmosphäre bei. Patton berichtet vom besten Freund Paulie, von der geliebten Adrian, vom Trainer Mickey (Burgess Meredith unvergesslich), er „läuft“ hinauf zur Liberty Bell. Mit roter Farbe pinselt er Creed an die Wand, der ungeschlagene schwarze Schwergewichts-Boxweltmeister, der hofft bei einem Schaukampf mit lebendigem Sandsack die Leute zu amüsieren.

Fürs Training zerrt Patton ein geschlachtetes Schwein* in den Raum, hat Rocky doch im Schlachthaus die Fäuste schwingen lassen. Trotz FFP2-Maske wittert man den Fleisch- und Blutgeruch. Patton zieht das Schwein an einem Elektrokettenzug hoch. *Die auf der Bühne eingesetzten Schweine wird nach den Vorstellungen in das Wolfsgehege des Wildparks Ernstbrunn gebracht, wo sich das weltweit einzigartige Wolf Science Center der Vet-Uni Wien befindet. www.wolfscience.at    www.wildpark-ernstbrunn.at Der schutzlose Körper, auf den bald eingedroschen wird, ist erbarmungswürdig.

Bild: © Alexander Gotter

Bild: © Alexander Gotter

Bild: © Alexander Gotter

Bild: © Alexander Gotter

Patton wechselt nun vom selbstverständlichen Mitglied der kulturellen Elite im Land zum halbnackten Haudrauf. Die Beinarbeit führt weg vom gutmütigen Trottel, mit einem Mal ist „Rocky! ein Politstück. Und der Protagonist lässt deutlich seinen Hass spüren. Auf die schwarzen Affen, auf die, die ins Land kommen und Unterstützung fordern, während Einheimische sich die Mieten nicht mehr leisten können. „Die Weißen werden überrannt, bis keine mehr von uns übrig sind“, sagt er. Unwillkürlich erinnert man sich an die Kapitolstürmer, den „QAnon-Schamanen“ Jake Angeli, die Staatsverweigerer auf dem Heldenplatz und den rechten, nein: nicht Rand, sondern die rechte Mitte bei den Corona-Maßnahmen-Demos.

Rocky reüssiert, er wird nicht mehr ausgelacht, sondern aufgefordert zu kandidieren. Wenn er es schafft, können andere es auch! Wenn sich die vielen weißen Rockys dieser Welt erheben, sich nicht länger mit ihrer Rolle als Verlierer abfinden und ihre eigenen Wertvorstellungen definieren, wird die Geschichte zum Albtraum des Establishments. „Es ist die Naivität der Politiker, die nicht gesehen haben, was aus uns Rockys wird. Es gibt welche, die kein Recht haben, hier zu sein. Es muss Schluss sein mit den Bimbos und Kanaken in Samt und Seide“, krakeelt Rocky bei einer Wahlveranstaltung. Apollo Creed mit seiner bürgerlichen Attitüde gehört da dazu. Das Stimmvieh hängt an Rockys schiefer Lippe. Vereint in kollektiver Wut, im Demofieber: „Wir sind das Volk!“ Das ist geil.

Selbst die Herzen der Ku-Klux-Klan-Oberschichtstudenten fliegen Rocky zu. Seine Parolen sind einfach, er verkörpert ein kleines, überschaubares Wertesystem, er hat für alles eine simple physische Lösung. Rocky ist längst nicht nur aus dem Zinshaus im ärmeren Viertel, er ist Anwalt, Arzt, Architekt, Polizist, beim Bundesheer. Was Kunst und Kultur betrifft, entsteht eine „Identitätsbewegung für österreichische Interventionen“ … Andreas Patton brilliert als „Schauspieler“ mit seiner intimen, intensiven Art in diesem vielschichtigen Gesellschaftsspiel, dazwischen die Momente martialischer Gewalt.

„Rechtsradikal“, das sagt sich leicht. Karikieren, sich über sie zu belustigen oder sie gar zu verhöhnen, ist mittlerweile kontraproduktiv. Am Horizont zeigt sich eine posthumanistische Epoche und wir im Theater-Safe-Space haben kein Patent mehr darauf, den Humanismus zu verteidigen. Andererseits: Wer seine Toleranz aufgibt, tauscht nur die Rolle mit den Rockys. Rocky, das ist kein Einzelkämpfer mehr, sondern ein ganzes Spektrum der Rechten, das ein dringliches Demokratieproblem widerspiegelt: Auf welche Art, oder überhaupt?, können wir mit jenen kommunizieren, die anderen ethischen Paradigmen folgen als wir?

Am Ende „Schauspieler“ Andreas Patton. Er ist jetzt der Verlierer. Nackt. Gedemütigt und wertlos. Er klassifiziert sich mit roter Farbe in seine Teilstücke, wie’s bei Schlachtvieh getan wird. Er hängt sich, die Füße voran, an den Elektrokettenzug und zieht sich hoch: „Ich bin das Schwein am Haken, die intellektuelle Elite, die er längst mit unsichtbarer Faust zu Boden geboxt hat“, sagt er, und raunt, das Publikum wäre als nächstes dran. Dem gilt es vorzubeugen, indem man auf die Bühne wie in einen Boxring steigt. Bevor die Rockys dort oben stehen – und wir draußen vor der Tür.

Zu sehen bis 22. Jänner.

werk-x.at           Trailer: vimeo.com/654882969

  1. 1. 2022

Theater in der Josefstadt: Rechnitz (Der Würgeengel)

Januar 16, 2022 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Tanz der Nazi-Vampire

Sona MacDonald. Bild: © Philine Hofmann

Sona MacDonald singt „Zu Asche, zu Staub“, den Hit aus der Fernsehserie „Babylon Berlin“, wo ihn die mysteriöse Severija performte: „Du bist dem Tod so nah / Und doch dein Blick so klar / Erkenne mich, ich bin bereit / Und such‘ mir die Unsterblichkeit …“ Sprechen wird Sona MacDonald nicht, sie bleibt beinah zwei Stunden ohne Sprechtext, bevor sie am Ende vor dem Vorhang Zeugnis ablegt. Bis dahin ist die glatzköpfige Schönheit der

Geist der Vergangenheit, eine Endzeitdiva, eine Vampirin (der Eindruck bestätigt sich, als sie einmal Tamim Fattal in den Hals beißt) – eine Spiegelung jener Gräfin Margit Batthyány, auf deren burgenländischem Schloss in der Nacht vom 24. auf den Palmsonntag 25. März 1945 ein Gefolgschaftsfest stattfand. Die Rote Armee rückt näher, da will man sich einmal noch amüsieren, und so lösen sich kurz vor Mitternacht 15 Personen von der Party, um im Kreuzstadl 180 ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter zu erschießen, zu erschlagen, zu verscharren – das Massengrab wurde bis heute nicht gefunden. Dies Massaker hat Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek in ihrem Stück „Rechnitz (Der Würgeengel)“ dramatisch aufbereitet. Wie stets hat sie eine Textfläche verfasst, Botinnen und Boten berichten vom Vorgefallenen, widersprechen sich, wissen’s auch nicht so genau.

Seit der Uraufführung durch Jossi Wieler 2008 hat man „Rechnitz“ nun schon einige Male gesehen, und die meisten Inszenierungen hangelten sich an der Wieler-Arbeit entlang. Jetzt hat Regisseurin Anna Bergmann, die an der Josefstadt schon „Fräulein Julie“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=15214) und „Madame Bovary“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=28773) realisierte, einen ganz anderen, außergewöhnlichen Blick auf das Werk geworfen. Sie hat zum einen die Botinnen und Boten zu Typen gemacht: ein Waffenmeister, ein SS-Mann, ein Nazi-Bonze, ein Priester, eine Society-Lady, Köchin, Magd, Chauffeur, Fleischhauer, Oliver Rosskopf als der örtliche Gestapo-Führer Franz Podezin, Götz Schulte als Gutsverwalter Hans Joachim Oldenburg, Dominic Oley als Ehemann Graf Ivan Batthyány …

In der Szene „Eine Vorstadtsiedlung“ hat sich schon die Ur-Wiener Nachkriegsgemütlichkeit breitgemacht. Mit Käsekrainern am Kugelgrill und Robert Joseph Bartl als populistischem Politiker samt Rauhaardackel, der sein „So sind wir nicht“ erklärt, und hofft, „dass die bloß nix ausgraben“. Oder Dominic Oley, Oliver Rosskopf und Götz Schulte als den „Hiesiegen“, denen die bekannte Textstelle: „Es können nicht alle Opfer sein!, jemand muss auch Täter sein wollen, bitte melden Sie sich, wir brauchen jeden Täter, den wir kriegen können, denn dann können wir uns selbst dazurechnen, ohne dass man es merkt …“ nachgeboren, unschuldsvermutend von den Lippen perlt.

Tamim Fattal und Michaela Klamminger. Bild: © Philine Hofmann

Sona MacDonald singt „El male rachamim“. Bild: © Philine Hofmann

MacDonald, Elfriede Schüsseleder und Michaela Klamminger. Bild: © P. Hofmann

Dies der Bergmann zweiter Streich, ihre Spielfassung gliedert den Text in vier Bilder, „Das Fest“, „Die Dienstbotenküche“, „Das Massengrab“, eben „Eine Vorstadtsiedlung“ und einen Epilog für die MacDonald – doch wenn man eine derart grandiose Sängerin an der Seite hat, wäre es eine Schande sie nicht singen zu lassen. Bühnenbildnerin Katharina Faltner hat ein sich drehendes Rundpodest gebaut, die oftmals gewechselten Kostüme sind von Lane Schäfer, in der Mitte Sona MacDonald in Gottesanbeterinnen-Grün, und rund um sie shaken und schütteln sich die Zombie-Blutsauger im Danse Macabre. Tanz der Nazi-Vampire! Ein erstes der folgenden überwältigenden Bilder. Ein Näherrücken-Lassen des Publikums an die Banalität des Bösen, wird doch die Jelineck’sche abstrakte Distanz, die reflexive Ruhe ihrer „Boten“ zum Geschehen durch diese Spielart bis zu einem gewissen Grad ausgehebelt.

Agiert wird intensiv und expressiv. Jede Szene hält für jede Darstellerin, jeden Darsteller – außer MacDonald – eine neue, albtraumhafte Karikatur bereit. Elfriede Schüsseleder ist mal Professorin, mal Köchin, Michaela Klamminger mal Fernsehmoderatorin, mal Magd. Tamim Fatal ist mal Fleischhauer mit blutiger Schürze, dann anrührend das Mordopfer Nikolaus W., dem fröhlich ein Grab geschaufelt wird, in dem der „hohle Mensch“, entleibt seiner Menschenwürde, dem Nichterinnern anheimgegeben, lebendigen Leibes versinken möge. In der Dienstbotenküche singen alle gemeinsam „Is schon still uman See“. Dann senken sich von oben an ein Schlachthaus gemahnende Plastikplanen herab, hüllen die Manege des Grauens ein. Durch die rotmilchigen Folien sieht man einen nackten Männerkörper an einem Fleischerhaken, er zappelt, windet sich, stöhnt.

Das Ensemble beim Untotentanz. Bild: © Michaela Mottinger

Jagdgesellschaft: Robert Joseph Bartl, Tamim Fattal, Dominic Oley, Elfriede Schüsseleder, Michaela Klamminger und Oliver Rosskopf. Bild: © Philine Hofmann

Götz Schulte, Dominic Oley, Robert Joseph Bartl und Elfriede Schüsseleder. Bild: © Philine Hofmann

Sona MacDonald, Tamim Fattal, mit den Schaufeln: Götz Schulte und Dominic Oley. Bild: © Philine Hofmann

Es naht die Zeit der Abschüsse. Sona MacDonald, die brillante Performerin kann auch Oper. Zu „Wie nahte mir der Schlummer“ und „Was gleicht wohl auf Erden dem Jägervergnügen“ aus dem „Freischütz“ kommt die Flinte zum Einsatz. Drei Notenzeilen, drei Mal Anlegen – KlickKnall. In einem fulminanten letzten Auftritt findet Sona MacDonald endlich ihre Sprechstimme, da steht das Schloss schon in Flammen, um die Beweise zu vernichten, und der Daimler zur Flucht bereit. „Ertrage mich jetzt, liebes Land“, fordert die Kriegsverbrecherin von den Zeitzeuginnen und Zeitzeugen.

Dann die MacDonald auf großer Leinwand, ein stiller Schluss nach all dem vor wütendem Zynismus bebenden Remmidemmi. Sie wandert über den Rechnitzacker zum Kreuzstadl, unterwegs liest sie sterbliche Überreste der Opfer auf, es sind nur noch Knochenfragmente. Auf der Bühne bettet sie sie auf einen Tallit. Sie singt „El male rachamim“, ein Gebet für Begräbnisse, Gemeuchelte der Shoa und dieser Zeiten auch Terroropfer. Welch eine Aufführung, welche ein eindringlicher Appell gegen kollektives Schweigen und lautstarkes Verdrängen. Einmal wirft Elfriede Schüsseleder den Satz in die Arena: „Der Schoß ist fruchtbar noch aus dem das kroch.“ Das ist zwar aus Brechts „Arturo Ui“, deswegen nicht weniger wahr.

Anna Bergmanns Trauerarbeit, die der Jelinek ihr Debüt an der Josefstadt bescherte, überzeugt durch Klugheit, Einfallsreichtum und großem Respekt vor dem Werk der Literaturnobelpreisträgerin. Bergmann hat Jelinek gelesen, neu gelesen. Das exzellente Ensemble, dass sich in seinen Rollen immer wieder selbst erschießt, nur um als Wiedergänger um die nächste Ecke zu biegen, denn solcherart weiß Jelinek, weiß Bergmann stirbt nicht aus, tut das Übrige. Es mag dies der Beginn der etwas anderen Jelinek-Rezeption sein. Und nachdenklich auf dem Nachhauseweg sinniert man über den Spießrutenlauf beim Hinweg zum Theater. Samstag war’s, Corona-Maßnahmen- und Impfgegner-Demonstration am Ring. 27.000 Teilnehmende samt rechtem, nein: nicht Rand, rechter Mitte am historisch missbrauchten Heldenplatz. Und auf dem Podium kreischend geifernd … tja, ja …

www.josefstadt.org           Trailer: www.youtube.com/watch?v=Ahb-OZfVFrs

  1. 1. 2022