ImPulsTanz: Das Programm 2017

Juni 26, 2017 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Jan Fabre ist ein Schwerpunkt gewidmet

Dada Masilo / The Dance Factory: Giselle. Bild: © John Hogg

54 Compagnien bespielen von 13. Juli bis 13. August in 63 Produktionen, davon 12 Uraufführungen, die großen Bühnen der Stadt, neue Orte wie die Außenhaut der Secession, ganze Museen, aber auch so prickelnde Schauplätze wie die Burgtheater Probebühne und weitere 30 Studios über ganz Wien verteilt.

So eröffnet etwa Jan Fabre, dem dieses Jahr ein besonderer Schwerpunkt im Festival gewidmet ist, mit seiner einmaligen Soloperformance „I am A Mistake“ am 13. Juli im Leopold Museum das Festival. Ebendort wo seit 6. Juni die Sonderausstellung „Stigmata – Actions & Performances 1976–2016“ kuratiert von Germano Celant zu Fabres 40 Jahren Performanceschaffen zu sehen sein wird. Ab 18. Juli bringt der belgische Allround-Künstler die Uraufführung von „Belgian Rules / Belgium Rules“ auf die Bühne des Volkstheaters.

Insgesamt 31 österreichische Erstaufführungen, unter anderem von Michael Laub, Cecilia Bengolea & François Chaignaud, Raimund Hoghe, Marlene Monteiro Freitas mit Andreas Merk, Salva Sanchis & Anne Teresa De Keersmaeker, Christian Rizzo, Germaine Acogny und Wim Vandekeybus sind im Rahmen von ImPulsTanz 2017 zu sehen. Ebenfalls erstmals in Österreich zeigt der südafrikanische Ballett-Shootingstar Dada Masilo ihre neueste Produktion „Giselle“ im Volkstheater, wohin sie auch mit ihrem gefeierten „Swan Lake“ als [ImPulsTanz Classic] zurückkehrt. Weitere Classics stehen von Mathilde Monnier & La Ribot, Simon Mayer oder etwa Amanda Piña & Daniel Zimmermann auf dem Programm.

Die Kooperationen mit dem Leopold Museum und dem mumok finden dieses Jahr ihre Fortsetzung. Im Leopold Museum begegnet das Performance-Lebenswerk von Jan Fabre den Wiener Künstlern Akemi Takeya und Oleg Soulimenko, oder Gaëtan Rusquet, Elina Maligina, Marie-Caroline Hominal, Mårten Spångberg und François Chaignaud. Im mumok dialogisieren unter dem Titel „Private? What Private?!“ Christine Gaigg, Lisa Hinterreithner, Philipp Gehmacher, Maria F. Scaroni und Peter Pleyer mit den laufenden Ausstellungen – darunter Jakob Lena Knebls opulente Schau „Oh!“ und die Personale von Martin Beck.

In der Hofstallung wird Ivo Dimchev sechs Tage lang singen, malen und dichten und dabei den Begriff Live Art auf eine neue Stufe heben. Im mumok kino sind Filme von Matthew Barney, Erna Ómarsdóttir und Valdimar Jóhannsson mit der Icelandic Dance Company, oder der Tanzfilmklassiker „Rosas danst Rosas“ von Thierry De Mey zu sehen. Und fast wie nebenbei wird Doris Uhlich die Außenhaut der Wiener Secession zum Schwingen bringen und Liz King bespielt die Akademie der bildenden Künste.

Jan Fabre / Troubleyn: Belgian Rules / Belgium Rules. Bild: © Maarten Vanden Abeele

François Chaignaud: Думи мої / Dumy Moyi. Bild: © Odile Bernard Schröder

Das EU-Projekt „The Humane Body – ways of seeing dance“, das bei ImPulsTanz 2016 lanciert wurde und dieses Jahr seinen Höhepunkt findet, schafft Bewusstsein für Blinde und Sehbehinderte als Publikum für zeitgenössischen Tanz und Performance. So etwa werden Stücke von Anne Juren, Volmir Cordeiro, Vera Tussing und Simon Mayer nicht nur durch Audiodeskreptionen und einführende Touch Tours zugänglich gemacht, sondern Blinde und Sehbehinderte von Beginn an im Kreationsprozess mitgedacht. Die Vorstellungen sind sowohl für blindes und sehbehindertes als auch sehendes Publikum.

Seit 2001 präsentiert die „[8:tension] Young Choreographers’ Series“ innerhalb von ImPulsTanz neue und aufregende Positionen aus Tanz, Choreografie und allem, was daneben, dazwischen oder darum herum liegt. 2017 sind dies acht aktuelle und akute Auseinandersetzungen mit dem digitalen Zeitalter und der Frage, was dieses mit unseren (Selbst-)Bildern und den Projektionen von Liebe und Macht anstellt. Was nicht heißt, dass es in der Ära des globalisierten Selfietums nicht auch noch berückenden Tanz, opulenten Glamour, klare Worte und seltsame Lieder gibt. Oder Punk und Poetry, Eisbären und Pandas, frivole Teezeremonien und Caribbean Queerness aus London.

Der mit der [8:tension]-Reihe verbundene und mit 10.000 Euro dotierte Casinos Austria Prix Jardin d’Europe wird ebenso wie der FM4 Fan Award bei der Award Ceremony gehosted von Florentina Holzinger und Dirk Stermann am 13. August vergeben. Die Jury ist mit Gurur Ertem, Philipp Gehmacher und Inge Koks hochkarätig besetzt. Mit im Rennen um den begehrten Preis sind unter anderem Samira Elagoz, Ola Maciejewska, Claire Vivianne Sobottke, Costas Kekis, Anna Prokopová & Petr Ochvat und Rachael Young.

Das Gesamtprogramm wird abgerundet durch fünf Buchpräsentationen von Mary Overlie, Peter Stamer, Silke Bake & Christel Weiler, einem Research Project Showing von Angela Schubot und einer Music Album Premiere von Ivo Dimchev am letzten Festivaltag im Volkstheater.

Die ImPulsTanz festival lounge gastiert erneut im Vestibül des Burgtheaters und verschreibt sich in diesem Jahr dem Motto „BOING! BOOM! TSCHAK!“ Hier kommen Künstler und Zuschauer, Tanzfans und Musikliebhaber zusammen, tauschen sich aus und tanzen bis zum Morgengrauen. Während der Festivalzeit präsentiert die ImPulsTanz festival lounge allabendlich Live-Konzerte und DJ Sets bei freiem Eintritt. Pause macht sie nur an zwei Abenden. Dann, wenn ImPulsTanz soçial zu den zwei Festivalparties – dieses Jahr mit Sixtus Preiss und Yasmo & die Klangkantine – lädt, die sich als feste Highlights im sommerlichen Nachtleben Wiens etabliert haben.

Germaine Acogny / Mikaël Serre: Somewhere at the Beginning. Bild: © Thomas Dorn

Ismael Ivo / Biblioteca do Corpo: Oxygen. Bild: © Alvise Nicoletti

 

Die Workshops

258 Workshops und Researchprojekte umfasst in diesem Jahr das ImPulsTanz-Programm, das von 17. Juli bis 11. August Anfänger und Profis, Kinder, GoldenAger, AllAbilities und Neugierige aus allen Teilen der Welt einlädt, sich in Parkour, Ballett, Yoga, Bollywood Dance oder Afro Fusion zu probieren. Allein 105 Workshops sind offen für alle Tanzbegeisterten, ob mit oder ohne Vorkenntnisse, und laden ein, in die Welt des zeitgenössischen Tanzes einzutauchen. Highlights dieses Jahr sind die Workshops im Rahmen von Summer of Movement im Haupthof des MuseumsQuartiers – ohne Voranmeldung, ohne Vorkenntnisse und gratis! Darüber hinaus findet erstmals bei ImPulsTanz das Festival Urbaner Künste – urbanative – statt. Von 5. bis 12. August gibt es im Arsenal Kurse, Flohmärkte, Battles und alles, was „urban“ ist. Mit Nina Kripas, Archie Burnett, Yasmo und den Waxolutionists.

www.impulstanz.com

Wien, 26. 6. 2017

Art Carnuntum: Piero Bordin präsentiert das Programm

Juni 11, 2017 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Marko Mandic und Gerard Logan kehren zurück

Thyestes: Marko Mandic. Bild: Minitheater Ljubljana/ Novo Kazaliste Zagreb/ Zadar Snova

Mandic und Robert Waltl. Bild: Minitheater Ljubljana/ Novo Kazaliste Zagreb/ Zadar Snova

Das Welt-Theater-Festival Art Carnuntum zeigt auch im Sommer 2017 antike Dramen vom Feinsten. Und auch Shakespeare-Fans kommen natürlich auf ihre Kosten. Piero Bordin, Kopf und Herz der internationalen und international renommierten Veranstaltungsreihe, stellte Freitagvormittag in Wien seine diesjährigen Vorhaben vor. Jedes Jahr wieder der besondere Charme von Art Carnuntum: Alle Aufführungen finden im römischen Amphitheater Petronell-Carnuntum statt.

Bei jedem Wetter, da auf einem überdachten Podium. Jedes Jahr aufs Neue köstlich: das Buffett mit Carnuntiner Wein und Spezialitäten aus der Region. pauer.opernreisen@ diereiserei.at bieten zu jeder Vorstellung einen Busshuttle ab Wien an.

Das Programm für den Sommer 2017:

 

Samstag, 24. Juni: „Thyestes“ von Seneca. Archaische Mythologie in der Inszenierung von Starregisseur Ivica Buljan. Kaiser Nero liebte es einst selbst in der Rolle des Thyestes aufzutreten – der wohl grausamsten Geschichte der griechischen Mythologie in der Fassung des römischen Philosophen Seneca. Starregisseur Ivica Buljan und Film- und Schauspielstar Marko Mandic kommen nach dem großartigen Erfolg im Vorjahr wieder nach Carnuntum. Da brillierte Marko Mandic mit darstellerischer Urgewalt als Pylades  in der gleichnamigen Sensationsproduktion des La MaMa Theaters New York – ebenfalls inszeniert von Ivica Buljan (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=21209). Die diesjährige Aufführung ist eine Koproduktion des Minitheater Ljubljana, Novo Kazaliste Zagreb und Zadar Snova. In slowenischer Sprache mit Informationen auf Deutsch.

Samstag, 1. Juli: „The Summit/Der Gipfel“ von Piero Bordin. Welt-Geschichte “Made in Carnuntum”. Nach mehrjährigen Recherchen präsentiert Piero Bordin eine rasante theatralische Reise zum wohl größten historischen Ereignis auf heute österreichischem Boden. Kaum ein anderes Geschehen veränderte die Welt dermaßen wie die einst im heutigen Niederösterreich stattgefundene Kaiserkonferenz von Carnuntum im Jahre 308 und die dabei getroffenen Entscheidungen. In Bordins spektakuIärer Inszenierung ist man live dabei, am einstigen Originalschauplatz, im römischen Amphitheater von Petronell-Carnuntum. Die symbolhafte und spektakuläre Zeitreise führt die Zuschauer zum Gipfeltreffen der römischen Kaiser im Jahre AD 308 und berichtet dabei über eine der wichtigsten Entscheidungen in der Geschichte der Menschheit.

Und dies alles am Originalschauplatz, im niederösterreichischen Carnuntum. Protagonist ist der langjährige ORF-ZiB-Moderator und Chefredakteur Gerald Gross, der die historischen Fakten von der Kaiserkonferenz über die Toleranz-Edikte von Nikomedia und Mailand bis zur UNO-Menschenrechts-Deklaration souverän und amüsant vermittelt. Mit Live-Musik von Stücken von Joseph Haydn, Yannis Markopoulos und Christopher Hoh und – mit echten Pferden. Art Carnuntum Eigenproduktion in deutscher Sprache.

The Summit. Bild: Art Carnuntum

The Summit. Bild: Art Carnuntum

Samstag, 8. Juli: „The Rape of Lucrece“ von William Shakespeare. „Die Schändung der Lukretia“ gehört zum Gründungsmythos der Römischen Republik. Ein geschichtlicher Nachweis ist nicht überliefert. Die Vergewaltigung Lukretias wird erstmals von Livius zum Ende des ersten Buches von „Ab urbe condita“ berichtet. Von dieser Sage wurden viele Autoren und Künstler inspiriert. Antonio Bellucci, Sandro Botticelli, Lucas Cranach der Ältere wie auch der Jüngere, Albrecht Dürer, Lorenzo Lotto, Tizian, Rembrandt, Rubens, Paolo Veronese und viele andere hielten ihr Schicksal mit ihren Gemälden fest, Shakespeare widmete ihr sein Versepos. Bereits 2010 – und damals überschlugen sich die heimischen Theaterkritiker vor Glück – präsentierte der für den Oliver Award nominierte National-Theatre und Royal-Shakespeare-Company-Darsteller Gerard Logan bei Art Carnuntum seine Interpretation von Shakespeares „The Rape Of Lucrece“ in der Inszenierung von Gareth Armstrong. Ein Jahr später wurde diese Produktion beim Edinburgh Fringe Festival – dem jährlich mit mehr als 32.000 Veranstaltungen weltgrößten Kunstfestival – als beste One-Man-Show ausgezeichnet. 2017 kehrt die Aufführung zu Art Carnuntum zurück. In englischer Sprache.

Shakespeare-Fans lädt Art Carnuntum außerdem am 23. Juli zu einem Filmabend in der Kulturfabrik Hainburg. Großartige, jeweils zehnminütige Schlüsselszenen aus allen Shakespeare-Stücken, die in der griechisch-römischen Welt angesiedelt sind, werden zu sehen sein. Interpretiert von den bekanntesten Schauspielern des Shakespeare‘s Globe Theaters London. Der Eintritt ist frei, Anmeldung erforderlich: shakespeare-stage.com.

The Rape of Lucrece: Gerard Logan interpretiert Shakespeare. Bild: Edinburgh Fringe Festival

Antigone: Eva Gottschaller und Peter Kaghanovitch als Kreon. Bild: Ensemble Persona

Samstag, 15. Juli: „Antigone“ von Sophokles. Das Münchner Ensemble Persona lebt seine Überzeugung, mit herausragender Sprachbehandlung den Reichtum an Lebensklugheit großer Texte in all seinen tiefsinnigen, poetischen und humorvollen Facetten für den Zuschauer näher zu bringen und emotional berührend zu transportieren. Die Darsteller stellen sich der Suche: Wie und wo können sich schauspielerische Risikobereitschaft und rhetorische Vorlage treffen und befruchten? Wo liegen die authentischen Klänge, die uns heute wirklich berühren können? Was tönt nur „theaternd“? Wo beginnt Sprache tatsächlich zu handeln? Nun hat sich das Ensemble Sophokles Antigone vorgenommen. Das Stück der Stunde, denn in Zeiten aufstrebender Autokraten scheint es immer notwendiger zu sein, Fragen nach Zivilcourage und Demokratiebewusstsein umso deutlicher zu stellen. In der Inszenierung von Tobias Maehler sind unter anderem Eva Gottschaller als Antigone und Peter Kaghanovitch als Kreon zu sehen. Peter Kaghanovitch war schon öfters mit erfolgreichen Inszenierungen von Hansgünther Heyme bei Art Carnuntum. In deutscher Sprache.

www.artcarnuntum.at

Wien, 11. 6. 2017

Crowdfunding für „Das Floß der Medusa“

Juni 8, 2017 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Die TheaterArche sucht Förderer für ihr nächstes Projekt

Théodore Géricault: Das Floß der Medusa (Le Radeau de la Méduse), 1819. Bild: Louvre

Die TheaterArche will mithilfe zukünftigen Publikums ihr wichtigstes Projekt für das Jahr 2018 auf die Beine stellen. Gespielt werden soll „Das Floß der Medusa“ nach dem Roman von Franzobel, und das Zauberwort dazu heißt: Crowdfunding. 15.000 Euro werden benötigt, wer gibt, bekommt im Gegenzug Vieles – von natürlich Eintrittskarten über Schauspielunterricht und Gesangstraining bis zu Originalzeichungen von Bianca Tschaikner.

Die bekannte Illustratorin wird beim „Floß der Medusa“ live mitzeichnen, den Kannibalismus, die Gewalt. Ihr Zeichnen wird projiziert und dadurch eine Art lebendiges, sich veränderndes Bühnenbild entstehen. Tschaikner ist es, die während der Aufführung den Bogen vom geschriebenen, gesprochenen Wort zu Théodore Géricault gemaltem Meisterwerk spannen wird.

Jakub Kavin, künstlerischer Leiter der TheaterArche, erklärt: „Unser Stück beleuchtet menschliche Abgründe und die gesellschaftliche Zerrissenheit im Rahmen einer Katastrophe. Wir begeben uns damit auf eine theatrale Forschungsreise: Wie verhält sich der Mensch, wenn er in eine aussichtslose Situation geworfen wird? Welche Überlebensmechanismen treten in Kraft? Wo sind die Grenzen menschlicher Zivilisation? Wann gewinnen niedere Triebe und der bloße Überlebensinstinkt die Oberhand? Das sind die Fragen, die unsere Inszenierung stellt.“

Bianca Tschaikner: Seemänner, 2017

Aktuelle Bezüge sind evident bei dieser geplanten Großproduktion. Dreißig Schauspieler, Tänzer, Performer und Musiker werden dabei mitwirken. „Alle Darstellerinnen und Darsteller sind während des gesamten Stücks auf der Bühne. Es gibt kein Entrinnen“, so Kavin.

Geplant ist die Premiere vor dem 1. Juli 2018. Angefragt dafür sind bereits mehrere größere Häuser wie das Volkstheater, das Schauspielhaus oder der Rabenhof. Und auch die Wiener Festwochen will Jakub Kavin noch kontaktieren. Der Franzobel-Roman ist bei Zsolnay erschienen, die Rechte für die Bühnenfassung liegen beim Thomas Sessler Verlag.

Zum Crowdfunding: wemakeit.com/projects/das-floss-der-medusa

www.theaterarche.at

Wien, 8. 6. 2017

Eine Einladung in die Elbphilharmonie

Mai 8, 2017 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Zu ersteigern beim Hemayat-Sommerfest

Bild: Pixabay

Am 11. Mai, ab 19 Uhr, feiert Hemayat sein großes Sommerfest im Palais Schönburg – und finanziert damit schon zum siebenten Mal zusätzliche dringend benötigte Therapieplätze für traumatisierte Flüchtlinge. Mehr Menschen als je zuvor suchten im Jahr 2016 das Betreuungszentrum auf.

Laut Statistik waren es 1044 Überlebende von Krieg und Folter, die bei Hemayat psychotherapeutische, psychologische und medizinische Betreuung und Behandlung erhielten. Fürs diesjährige Fest haben sich maschek. als Liveact angesagt; außerdem kann man wieder an der legendären Dorotheum-Auktion teilnehmen. Im Vorjahr kamen so Spenden in der Höhe von 75.000 Euro zusammen.

Absolutes Highlight ist dieses Jahr folgendes Auktionslos: „Die Elbphilharmonie entdecken: Generalintendant Christoph Lieben-Seutter lädt Sie zu einem Konzert ein und führt Sie persönlich durchs Gebäude“. Zu ersteigern gilt es außerdem einen Kaffee mit Bundespräsident Alexander van der Bellen in der Präsidentschaftskanzlei. Adele Neuhauser, alias Majorin Bibi Fellner, lädt ein, sie zum Tatort-Set zu begleiten und mit ihr hinter die Kulissen ihrer Arbeit zu schauen. Miguel Herz-Kestranek führt durch ein Museum freier Wahl. Alfons Haider bittet zur Generalprobe des Opernballs 2018, Erika Pluhar zu einer privaten Lesung, und Ulrike Lunacek sogar ins EU-Parlament nach Brüssel. Christine Nöstlinger schreibt ein persönliches Gedicht. Mit Georg Friedrich kann man den Prater neu entdecken und vieles mehr …

Ab sofort kann unter diesem Link online mitgesteigert werden: www.dorotheum.com/auktionen/aktuelle-auktionen/kataloge/list-lots/auktion/12531-charity-auktion-zeitspenden-und-kunstwerke-zugunsten-hemayat.html?currentPage=1

www.hemayat.org

Wien, 8. 5. 2017

Sommernachtskomödie Rosenburg: Schlafzimmergäste

Mai 7, 2017 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Mit Babett Arens, Angelika Niedetzky und Elke Winkens

Bild: Sommernachtskomödie Rosenburg

Nina Blum, Intendantin Sommernachtskomödie Rosenburg, wagt mit ihrem Team 2017 den berühmten Blick durchs Schlüsselloch, nämlich in die drei Schlafzimmer von Alan Ayckbourns „Schlafzimmergäste“. In die komödiantischen Irrungen und Wirrungen auf der niederösterreichischen Rundbühne stürzen sich Babett Arens, Angelika Niedetzky, Elke Winkens, Adriana Zartl, Florentin Groll, Thomas Groß, Daniel Keberle und Martin Oberhauser.

Premiere ist am 29. Juni, wie Blum bei einem Pressegespräch am Donnerstag verkündete. „Nach dem großen Erfolg von ‚Kalender Girls’ im Sommer 2016 (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=21154) erwartet unsere Besucher wieder eine wunderbare Beziehungskomödie: Ayckbourn gewährt witzige und erschreckend vertraute Einblicke in das Beziehungsleben von vier Paaren unterschiedlichen Alters und ihrer konfusen Suche nach dem verlorenen Glück – und das auf höchst vergnügliche Art und Weise“, so Nina Blum. „Das Schlimmste sind die Versuchungen, denen man nicht erliegen kann“, beschreibt es Alan Ayckbourn selbst. Oder anders ausgedrückt: „Die meisten Männer würden ihre bessere Hälfte gerne gegen zwei jüngere Viertel eintauschen.“

Bild: Sommernachtskomödie Rosenburg

Bild: Sommernachtskomödie Rosenburg

„Schlafzimmergäste“ wurde in Österreich bislang nur ein einziges Mal gespielt. Regie auf der Rosenburg führt Marcus Ganser, der erklärt: „Es wird ein stürmischer nächtlicher Reigen der Akteure durch diverse Ehebetten, mit unterschiedlichsten Absichten, in verschiedensten Konstellationen. Es geht um Fragen, die sich der eine oder die andere vielleicht auch schon gestellt hat: Würde mich der Partner des Anderen glücklicher machen? Und welche Art von Partnerschaft macht mich überhaupt glücklich?“ In „Bedroom Farce“, so der Originaltitel, enthüllt Ayckbourn die tragisch-komische, alltägliche Sprachlosigkeit von Paaren, die sich oft hinter übertriebener Geschwätzigkeit verbirgt. Und Blum ergänzt: “ Stress kommt in den besten Beziehungen vor. Denn nur wer streitet, kann sich wieder versöhnen. Wie es schon Goethe in seinen ‚Wahlverwandtschaften’ schrieb: Im Ehestand muss man sich manchmal streiten, denn dadurch erfährt man etwas voneinander.”

www.sommernachtskomoedie-rosenburg.at

Wien, 7. 5. 2017