Eine Einladung in die Elbphilharmonie

Mai 8, 2017 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Zu ersteigern beim Hemayat-Sommerfest

Bild: Pixabay

Am 11. Mai, ab 19 Uhr, feiert Hemayat sein großes Sommerfest im Palais Schönburg – und finanziert damit schon zum siebenten Mal zusätzliche dringend benötigte Therapieplätze für traumatisierte Flüchtlinge. Mehr Menschen als je zuvor suchten im Jahr 2016 das Betreuungszentrum auf.

Laut Statistik waren es 1044 Überlebende von Krieg und Folter, die bei Hemayat psychotherapeutische, psychologische und medizinische Betreuung und Behandlung erhielten. Fürs diesjährige Fest haben sich maschek. als Liveact angesagt; außerdem kann man wieder an der legendären Dorotheum-Auktion teilnehmen. Im Vorjahr kamen so Spenden in der Höhe von 75.000 Euro zusammen.

Absolutes Highlight ist dieses Jahr folgendes Auktionslos: „Die Elbphilharmonie entdecken: Generalintendant Christoph Lieben-Seutter lädt Sie zu einem Konzert ein und führt Sie persönlich durchs Gebäude“. Zu ersteigern gilt es außerdem einen Kaffee mit Bundespräsident Alexander van der Bellen in der Präsidentschaftskanzlei. Adele Neuhauser, alias Majorin Bibi Fellner, lädt ein, sie zum Tatort-Set zu begleiten und mit ihr hinter die Kulissen ihrer Arbeit zu schauen. Miguel Herz-Kestranek führt durch ein Museum freier Wahl. Alfons Haider bittet zur Generalprobe des Opernballs 2018, Erika Pluhar zu einer privaten Lesung, und Ulrike Lunacek sogar ins EU-Parlament nach Brüssel. Christine Nöstlinger schreibt ein persönliches Gedicht. Mit Georg Friedrich kann man den Prater neu entdecken und vieles mehr …

Ab sofort kann unter diesem Link online mitgesteigert werden: www.dorotheum.com/auktionen/aktuelle-auktionen/kataloge/list-lots/auktion/12531-charity-auktion-zeitspenden-und-kunstwerke-zugunsten-hemayat.html?currentPage=1

www.hemayat.org

Wien, 8. 5. 2017

Sommernachtskomödie Rosenburg: Schlafzimmergäste

Mai 7, 2017 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Mit Babett Arens, Angelika Niedetzky und Elke Winkens

Bild: Sommernachtskomödie Rosenburg

Nina Blum, Intendantin Sommernachtskomödie Rosenburg, wagt mit ihrem Team 2017 den berühmten Blick durchs Schlüsselloch, nämlich in die drei Schlafzimmer von Alan Ayckbourns „Schlafzimmergäste“. In die komödiantischen Irrungen und Wirrungen auf der niederösterreichischen Rundbühne stürzen sich Babett Arens, Angelika Niedetzky, Elke Winkens, Adriana Zartl, Florentin Groll, Thomas Groß, Daniel Keberle und Martin Oberhauser.

Premiere ist am 29. Juni, wie Blum bei einem Pressegespräch am Donnerstag verkündete. „Nach dem großen Erfolg von ‚Kalender Girls’ im Sommer 2016 (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=21154) erwartet unsere Besucher wieder eine wunderbare Beziehungskomödie: Ayckbourn gewährt witzige und erschreckend vertraute Einblicke in das Beziehungsleben von vier Paaren unterschiedlichen Alters und ihrer konfusen Suche nach dem verlorenen Glück – und das auf höchst vergnügliche Art und Weise“, so Nina Blum. „Das Schlimmste sind die Versuchungen, denen man nicht erliegen kann“, beschreibt es Alan Ayckbourn selbst. Oder anders ausgedrückt: „Die meisten Männer würden ihre bessere Hälfte gerne gegen zwei jüngere Viertel eintauschen.“

Bild: Sommernachtskomödie Rosenburg

Bild: Sommernachtskomödie Rosenburg

„Schlafzimmergäste“ wurde in Österreich bislang nur ein einziges Mal gespielt. Regie auf der Rosenburg führt Marcus Ganser, der erklärt: „Es wird ein stürmischer nächtlicher Reigen der Akteure durch diverse Ehebetten, mit unterschiedlichsten Absichten, in verschiedensten Konstellationen. Es geht um Fragen, die sich der eine oder die andere vielleicht auch schon gestellt hat: Würde mich der Partner des Anderen glücklicher machen? Und welche Art von Partnerschaft macht mich überhaupt glücklich?“ In „Bedroom Farce“, so der Originaltitel, enthüllt Ayckbourn die tragisch-komische, alltägliche Sprachlosigkeit von Paaren, die sich oft hinter übertriebener Geschwätzigkeit verbirgt. Und Blum ergänzt: “ Stress kommt in den besten Beziehungen vor. Denn nur wer streitet, kann sich wieder versöhnen. Wie es schon Goethe in seinen ‚Wahlverwandtschaften’ schrieb: Im Ehestand muss man sich manchmal streiten, denn dadurch erfährt man etwas voneinander.”

www.sommernachtskomoedie-rosenburg.at

Wien, 7. 5. 2017

aktionstheater ensemble: Immersion. Wir verschwinden

November 23, 2016 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Nach dem Nestroy-Preis gleich die nächste Uraufführung

Bild: Gerhard Breitwieser

Bild: Gerhard Breitwieser

Sie schimpfen auf „die da oben“ und empfinden sich als „die da unten“. Martin Gruber, das eben mit einem Nestroy-Theaterpreis ausgezeichnete aktionstheater ensemble und „Tanz Baby!“-Mastermind Kristian Musser widmen sich in ihrer neuesten Uraufführung „Immersion. Wir verschwinden“ den am gesellschaftlichen Kuchen Zukurzgekommenen, für die Aufmerksamkeit alles bedeutet und doch in ihrer Einsamkeit verloren gehen.

Selbstverständlich darf auch hier wieder der ironische Blick auf die eigene Theaterarbeit nicht fehlen. Premiere ist am 24. November im Werk X – Eldorado. Inhalt: Michaela entrüstet sich über das mangelnde Können einer Darstellerin aus einem Werbeclip für eine Provinzstadt. Das hätte sie wirklich besser gemacht. Andreas darf während einer Gala vor internationalen Finanzmogulen seine Gedichte vortragen. Eine Karriere als gefeierter Poet scheint sich aber doch nicht abzuzeichnen. Martin träumt vom großen Durchbruch als Schauspieler in einer französischen Filmproduktion. Bei den Dreharbeiten am Mount Everest wird er aber zum Statisten degradiert. Sein einziger Satz wird gestrichen. Von nun an geht’s bergab. Zurück in der Realität bleibt für alle ein Engagement beim Aktionstheater. Anlässlich eines drohenden Rechtsruckes, entschließt man sich nur noch Komödien zu machen. Das hat in früheren Zeiten auch schon einmal funktioniert …

Bild: Gerhard Breitwieser

Bild: Gerhard Breitwieser

Bild: Gerhard Breitwieser

Bild: Gerhard Breitwieser

Um die Grenzen zwischen Wunsch und Wirklichkeit vergessen zu machen, konterkarieren die Sängerin Sonja Romei und Kristian Musser das Geschehen mit minimalistischen Interpretationen vergangener Hits und sphärische Neukreationen. Eine poetische Intervention mit den Darstellern Susanne Brandt, Michaela Bilgeri, Martin Hemmer und Andreas Jähner.

Trailer: vimeo.com/189901179

www.aktionstheater.at

Wien, 23. 11. 2016

KlezMore Festival Vienna: Drei Tipps aus dem Programm

November 4, 2016 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Sogar Esther Bejarano kommt nach Wien

Afenginn. Bild: Soeren Solkaer

Afenginn. Bild: Soeren Solkaer

Am 5. November startet die diesjährige Ausgabe des KlezMore Festival Vienna. Im Zentrum stehen diesmal Konzerte, die eine breite Bestandsaufnahme lokaler und globaler Auslegungen des Genres und der Musikkultur des Klezmer erlauben, mit Platz für Traditionspflege ebenso wie für Innovation. Denn wie stets spannt KlezMore-Mastermind Friedl Preisl einen packenden programmatischen Bogen durch die Szene.

Drei Programmtipps:

Afenginn. 9. November, Reigen. Die 2002 gegründete dänische Band kommt  mit einem ganz speziellen Album im Gepäck nach Wien: „Opus“. Schon mit „Lux“ im Jahr 2013, wandten sich Afenginn um Bandleader Kim Nyberg von ihrem angestammten Sound ab, dem international gefeierten „Bastard Etno“. Nyberg konzipierte „Opus“, mit vielen Gastmusikern eingespielt, wie eine klassische Sinfonie – vier Sätze, jeweils zwanzig Minuten lang, verbunden durch wiederkehrende Motive und Rhythmen. Anspruchsvoll und mitreißend bewegt „Opus“ mit leisen Tönen ebenso wie mit seinen wilden, überbordenden oder hymnischen Momenten. www.afenginn.dk

Sasha Lurje & Daniel Kahn. 16. November, Kirche am Gaussplatz. Als ausgewiesene Spezialisten für Sehnsucht und deren musikalische Manifestationen haben diese beiden umtriebigen Künstler ein eigenes Programm zusammengestellt. Schöne, böse Lieder, voller Liebeskummer, Wollust, Mord und Angrenzendem, zum Totlachen, in Deutsch, Englisch, Jiddisch, Ukrainisch und Russisch. Von Nick Cave-Klassikern bis hin zu russischen Balladen. sashalurje.wixsite.com/sasha

Sasha Lurje & Daniel Kahn. Bild: Sanguisugus

Sasha Lurje & Daniel Kahn. Bild: Sanguisugus

Nikitov. Bild: Dordrecht

Nikitov. Bild: Dordrecht

Nikitov. 17. November, Sargfarik. Als „chilliger Jiddpop“ wurde der Sound von Nikitov um Sängerin Niki Jacobs beschrieben, was der vergnüglichen Klang-Kunst des Quintetts durchaus gerecht wird. Nikitov können Traditionelles, „Tumbalalaika“ oder „Bay mir bistu sheyn“, ebenso wie pfiffig-poppige Eigenkompositionen. Eine Köstlichkeit sind Nikitovs Übertragungen von Klassikern, „Stairway to Heaven“ wird zu „A Fisbank im Himl“ oder „Ain´t no Sunshine“ zu „Nit keejn zoensjain“. www.nikitov.com

Das Festival-Highlight:

Esther Bejarano & Microphone Mafia. Bild: Kutlu Yurtseven

Esther Bejarano & Microphone Mafia. Bild: Kutlu Yurtseven

Wird die Gala am 19. November im HdB Rudolfsheim mit Esther Bejarano & Mircophone Mafia. Mit diesem Abend meldet sich Esther Bejarano, 91-jährige Auschwitz-Überlebende – sie spielte im dortigen „Mädchenorchester“ – nachdrücklich zu Wort. Zum Auftakt liest sie, anmoderiert von Christian Schüller, aus ihren Über/Lebens-Erinnerungen. Danach tritt sie mit ihrem Sohn Joram und der aus Köln stammenden Rap-Truppe Microphone Mafia auf. 2009 veröffentlichte die Familie Bejarano gemeinsam mit den HipHoppern das Album „Per La Vita“, 2013 folgte „La Vita Continua“, eindrucksvolle musikalische Manifestationen davon, wie wichtig es ist, der Unmenschlichkeit in all ihren Formen Widerstand zu leisten, nicht zuletzt durch das Bewahren von Lebensfreude und Optimismus. „Es ist Zeit für einen Aufschrei von uns allen, einen unüberhörbaren, lauten Aufschrei, der bis in den letzten Winkel unseres Landes und der ganzen Welt widerhallt. Der Satz ,Wehret den Anfängen!‘ ist längst überholt! Wir sind mittendrin!“ www.microphone-mafia.com

klezmore-vienna.at

Wien, 4. 11. 2016

Salam.Orient 2016: Drei Tipps aus dem Programm

Oktober 4, 2016 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Musik, Tanz und Poesie aus orientalischen Kulturen

Vardan Hovanissian & Emre Gültekin Quartett: Adana. Bild: © Musique Publique

Türkei meets Armenien: Vardan Hovanissian & Emre Gültekin Quartett: Adana. Bild: © Musique Publique

Am 13. Oktober beginnt Salam.Orient 2016. Festivalleiter Norbert Ehrlich hat ein buntes Programm mit Künstlerinnen und Künstlern aus Syrien, dem Irak und Iran, aus Palästina, der Türkei und Österreich zusammengestellt, dazu spannende Begegnungen zwischen Indien und dem Westen, eine Lesung des palästinensischen Autors Atef Abu Saif, Vorträge zur aktuellen Lage, Tänzer und Derwische … Motto: Ex oriente lux – aus dem Orient kommt das Licht.

Drei Tipps aus dem Programm:

14. Oktober, Porgy & Bess: Vardan HovanIssian & Emre Gültekin: „Adana“. Türkei meets Armenien. Die Stadt Adana an der Mittelmeerküste galt als einer der blühendsten Orte in der ottomanischen Türkei, um zu leben und zu arbeiten. Muslime und armenische Christen kamen halbwegs gut miteinander aus. Der Genozid vor hundert Jahren änderte alles: die Stadt wurde teilweise zerstört, die armenische Gemeinde in alle Welt zerstreut.

Die beiden Musiker Vardan HovanIssian und Emre Gültekin wählten daher den Namen dieser Stadt als Symbol für ein einstmals gutes Leben und gaben ihrem gemeinsamen Programm diesen Namen. So vermischt sich heute die uralte Musik der Armenier erneut mit derjenigen der Türken. Das ist keine Frage der „Fusion“, sondern eines möglichen Zusammenlebens. So wie an den Ufern des Mittelmeeres seit der Antike Menschen miteinander Handel trieben, Feste feierten und heirateten. „Adana“ dokumentiert dieses Überleben alter Traditionen, die Lieder über das Land und seine Leute besitzen die Kraft, die Trauer der Menschen zu überwinden und neu zu beginnen.

24. Oktober, Dschungel Wien: Diyar Dance Theatre aus Bethlehem: „Out of Place“. Eine Reise durch die Herzen und Köpfe junger palästinensischer Künstlerinnen und Künstler, die ihrer gegenwärtigen Realität entfliehen und sich auf die Suche nach einer lebenswerter Existenz und ihrer Identität begeben. Sie lernen sich durchzusetzen, gegen die eigene innere aber auch äußere Wut und gegen Vorurteile, um so gemeinsam über die Mauern der Unterdrückung hinauszuwachsen und die neu entdeckte Freiheit zu zelebrieren. Schauplätze des Stücks sind unterschiedliche palästinensische Städte wie Bethlehem, Ramallah und Jenin, aber auch andere Länder wie Jordanien, Spanien, Deutschland, die Vereinigten Arabischen Emirate und die USA. Die ausgewählten Tänze zeigen unterschiedliche Formen der Angst: Angst vor Veränderung, Angst vor der Enthüllung des Selbst und Angst vor dem Alleinsein – Ängste, die allen Jugendlichen über kulturelle Grenzen hinweg gemein sind. Das Diyar Dance Theatre glaubt an Kultur, nicht nur um Mut zu machen, sondern auch um Brücken zu schlagen, lokal wie international. Inszenierung: Mohammad Awwad, Choreographie: Shadi Kassis. Mit: Maher Mena Mickel, Hala A. N. Alkoury, Lord K. I. Khair, Lana K. I. Hawash, Ala M. H. Jubran, Yazan und Hanna Elias Elyateem.

Das Diyar Dance Theater aus Bethlehem: Out of Place. Bild: © Diysar Dance

Das Diyar Dance Theater aus Bethlehem: Out of Place. Bild: © Diysar Dance

Noureddine Khourchid & die tanzenden Derwische von Damaskus. Bild: © Dragan Tasic

Noureddine Khourchid & die tanzenden Derwische von Damaskus. Bild: © Dragan Tasic

 31. Oktober, Theater Akzent: Noureddine Khourchid & Die tanzenden Derwische von Damaskus: Sufi-Ritual. Innerhalb der islamischen Welt stellt die mystische Richtung des Sufismus eine – wenn auch bedeutende – Minderheit dar. Die volksnahen Sufis verwenden die jahrhundertealten Traditionen von Musik, Gesang und Tanz dazu, um einen Trance-Zustand zu erreichen, in welchem die mystische Vereinigung mit Gott erfahrbar wird. Die Stadt Damaskus war immer eines der Zentren der arabischen Welt. Hier haben sich seit dem Altertum viele Kulturen gekreuzt, viele Einflüsse vermischt. So haben auch die wandernden Derwische ihre Spuren hinterlassen. An den islamischen Schreinen entwickelte sich das Ritual des Drehtanzes, begleitet von religiösen Gesängen. Noureddine Khourchid, geboren 1966 in Damaskus, ist der Sohn von Abu al-Nur, einem Sheikh des syrischen Shadhiliyya Sufi-Ordens. Nach dem Studium des Koran und der Ordensregeln erhielt er eine Ausbildung in religiösem Gesang und Koran-Rezitation. Er leitet die Zeremonie des Sufi-Rituals, welches bei diesem Ensemble aus der Verbindung dieser Musiktradition mit zwei Tänzern aus dem Mevlevi/Mawlawi-Orden steht. Der Mevlevi-Orden seinerseits führt seinen Ursprung auf den berühmten Jaladdin al-Rumi (1207-1273) zurück, der als Begründer und spiritueller Meister der Mevlevis in der türkischen Stadt Konya gilt.

salam-orient.at

Wien, 4. 10. 2016