Neue Internet-Plattform für Online-Kultur

April 2, 2020 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Die Künstler laden hoch, das Publikum wählt aus

Ab sofort bietet die Stadt Wien unter partizipation.wien.gv.at eine öffentliche Internet-Seite, auf der Künstlerinnen und Künstler auf ihr Angebot hinweisen können. Ein kurzer Text, ein Video und eine Verlinkung zur eigenen Website können hochgeladen werden, damit das Publikum einen Überblick über das derzeitige digitale Kunst- und Kulturschaffen erhält. Sowohl große Institutionen wie und vor allem auch Einzelkünstlerinnen und -künstler und kleine Gruppen sind zum Mitmachen eingeladen.

 

Wie das funktioniert: www.partizipation.wien.at/de/consultation/kuenstlerinnen-fuer-wien

partizipation.wien.gv.at

2. 4. 2020

Volkstheater startet Online-Streaming

April 1, 2020 in Bühne, Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Die Highlights aus den vergangenen fünf Jahren

„Das Missverständnis“: Seyneb Saleh und Nikolaus Habjan mit den Puppen der Mutter und ihres toten Sohns Jan. Bild: © www.lupispuma.com / Schauspielhaus Graz

Das Volkstheater öffnet sein Video-Archiv für das Publikum: Ab 2. April bietet das Haus auf seiner Webseite www.volkstheater.at einen virtuellen Ersatzspielplan. Im täglichen Wechsel bis vorläufig 10. Mai sind Mitschnitte von Vorstellungen, Matineen und Sonderveranstaltungen für jeweils 24 Stunden zu sehen. Ursprünglich waren diese Aufzeichnungen nicht für eine Ausstrahlung gedacht – jede einzelne aber dokumentiert ein künstlerisches Ereignis aus den vergangenen fünf Jahren Volkstheaterarbeit.

Den Auftakt macht der Bertolt-Brecht-Klassiker „Der gute Mensch von Sezuan“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=35243), ein Highlight der aktuellen Spielzeit und ein eindringlicher Aufruf zu Solidarität auch in schweren Zeiten. Mehr als dreißig Produktionen unter anderem in der Regie von Yael Ronen („Lost and Found“-Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=16723, „Gutmenschen“-Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=28292) und Viktor Bodó („Klein Zaches – Operation Zinnober“-Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=23962, „Peer Gynt“-Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=36713) sind zu sehen.

„König Ottokars Glück und Ende“: Karel Dobrý auf seinem Pferd. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

„Wien ohne Wiener“: Isabella Knöll und Günter Franzmeier. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

„Verteidigung der Demokratie“: Nils Hohenhövel und Thomas Frank. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

Außerdem Arbeiten von Christine Eder („Verteidigung der Demokratie“-Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=30133, „Alles Walzer, alles brennt“-Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=23477) und Nikolaus Habjan („Das Missverständnis“-Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=15568, „Wien ohne Wiener“-Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=26649).

Anna Badora selbst zeigt ihre Inszenierung von „Der Kaufmann von Venedig“ mit gleich drei Shakespeare’schen Shylocks (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=29479) und ihre Regie des Doppeltextes „Iphigenie in Aulis / Occident Express“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=25881).

„Urfaust / FaustIn and out“: Sebastian Pass, Steffi Krautz und Nadine Quittner ist kein szenisches (Bügel-)Eisen zu heiß. Bild: © Christine Miess / Volkstheater

„Wer hat meinen Vater umgebracht“: Sebastian Klein, Peter Fasching, Julia Kreusch und Birgit Stöger. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

„Der Kaufmann von Venedig“: Evi Kehrstephan, Rainer Galke, Peter Fasching, Nils Hohenhövel und Lukas Watzl. Bild : © www.lupispuma.com / Volkstheater

„Klein Zaches – Operation Zinnober“: 1,87-Meter-Mime Gábor Biedermann als Viktor Bodós Giftzwerg. Bild: © www.lupispuma.com / Volkstheater

Dazu gesellen sich die Publikumsrenner der großen Bühne wie „Die Zehn Gebote“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=27700), „König Ottokars Glück und Ende“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=31195) und „Wer hat meinen Vater umgebracht“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=36159) neben Erfolgsproduktionen aus dem Volx/Margareten wie „Urfaust / FaustIn und out“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=38575) und „In der Strafkolonie“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=3744) sowie Ausgewähltes aus der Diskurs-Reihe „Trojanow trifft.“ und Sonderveranstaltungen.

Für Kinder hat das Volkstheater „Die rote Zora und ihre Bande“ im Stream. Das gesamte Programm findet sich unter www.volkstheater.at/online-spielplan.

www.volkstheater.at

1. 4. 2020

Wienbibliothek digital: Chris Pichler und Robert Reinagl lesen „Komteß Mizzi“

April 1, 2020 in Buch, Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Beklemmendes Unsittenbild aus dem Fin de Siècle-Wien

Die Wienbibliothek befasst sich mit dem Fall des „leichten Mädchens“ Marie Veith, deren Geschichte im Zuge eines Sensationsprozesses in der k. u. k. Monarchie für Aufsehen sorgte. Anhand des soeben im Wallstein Verlag erschienenen Buchs „Komteß Mizzi“ von Walter Schübler zeichnen Schauspielerin Chris Pichler und Burgtheater-Akteur Robert Reinagl in zwölf Lesungen ein beklemmendes „Unsittenbild“ aus dem Wien des Fin de Siècle – ab 4. April via der Website www.wienbibliothek.at oder der Facebook-Seite www.facebook.com/wienbibliothek.

Die Fakten, die Schübler recherchierte und rekonstruierte ergeben ein erschütterndes Zeitdokument über eine moralisch zerrüttete Gesellschaft: Am 28. April 1908 werden Marcell Veith, der einen nicht rechtmäßigen Grafentitel führte, und seine 18-jährige Tochter Marie festgenommen. Er wird der Kuppelei, sie der Geheimprostitution beschuldigt. Sie ertränkt sich noch am selben Tag in der Donau, er wird vor Gericht gestellt, der „Skandal-Prozess“ erregt weit über Wien hinaus Aufsehen.

Umso mehr, als hohe Polizeibeamte, die Chefs des Sittenamts und des Sicherheitsbüros, im Tagebuch und in den Kassabüchern Maries als Kunden genannt werden. Kurz nach Verbüßung seiner Haftstrafe veröffentlicht Marcell Veith in einem Krawallblatt die Kundenliste, die er akribisch geführt hatte: 205 „Cavaliere“, allesamt aus den besseren und besten Wiener Kreisen und der österreichischen Hocharistokratie. Aus einer Unmenge historischer Quellen – darunter der tausendseitige Gerichtsakt mit Dutzenden Zeugenaussagen von Fiakerkutschern, Hausmeistern, Nachtportieren, Kellnern, Dienst-, Stuben-, Blumenmädchen, Bordellwirtinnen und Prostituierten, die Protokolle der Hausdurchsuchung, der Abschiedsbrief von Marie Veith bis hin zur skandalisierenden Presseberichterstattung – entwirft Schübler ein Panorama der Doppelmoral dieser Epoche.

„Das Material ist ausgesprochen spannend“, so der Autor. „In den Zeitungsberichten ist die Rede davon, dass der Staatsanwaltschaft als Belastungsmaterial unter anderem die Tagebücher von Mizzi Veith sowie die Rechnungs- bücher ihres Vaters und ‚Kupplers‘ vorlagen, aus denen sie auch zitiert. Der Gerichtsakt ist zwar überliefert und auf dem Aktendeckel sind die Tagebücher und die Kassabücher als ‚Beilagen‘ angeführt ­— diese sind aber verschwunden. Beim Schreiben ging es mir nun vor allem darum, aus diesem ‚Stoff‘ eben nicht Kolportage zu machen. Vom ‚Fall‘, vom Personal, vom Milieu her wär’ das ja geradezu aufg’legt. Der zeitgenössische Boulevard tut genau das, er macht die Causa zum Gegenstand ‚öffentlicher Erregung‘. Ich hingegen erzähle das Ganze unter Einsatz von sehr viel O-Ton – chronikal, lakonisch, sozusagen in Schwarzweiß.“

Bild: Chris Pichler

Robert Reinagl. Bild: © Dieter Steinbach

Das Verfahren selbst wurde von Zeitgenossen heftig diskutiert, so widmete Karl Kraus, dessen Archiv ebenfalls in der Wienbibliothek im Rathaus liegt, dem „Prozeß Veith“ eine Sondernummer seiner Fackel. Bereits zwei Jahre davor sorgte ein pornografischer Roman, der realitätsnah die Missstände von Prostitution und Pädophilie veranschaulicht, für Aufsehen: „Josefine Mutzenbacher oder Die Geschichte einer Wienerischen Dirne von ihr selbst erzählt“ erschien anonym, wurde jedoch dem österreichisch-ungarischen Schriftsteller Felix Salten zugeschrieben. Ihm wird die Wienbibliothek gemeinsam mit dem Wien Museum anlässlich seines 75. Todestages im Jahr 2020 ab 14. Oktober eine große Ausstellung widmen.

Über den Autor: Walter Schübler, geboren 1963, Publizist mit Schwerpunkt Biografik, lebt in Wien. 2014 erhielt er den Preis der Stadt Wien für Publizistik. Veröffentlichungen unter anderem: „Anton Kuh. Biographie“ 2018, „Anton Kuh: Werke“, Hg., 2016; „Gottfried August Bürger. Biographie“ 2012.

Wallstein Verlag, Walter Schübler: „Komteß Mizzi. Eine Chronik aus dem Wien um 1900“, Sachbuch, 236 Seiten.

www.wallstein-verlag.de

www.wienbibliothek.at           www.facebook.com/wienbibliothek

1. 4. 2020

Filmmuseum: Las Tres Bes: Bardem, Berlanga, Buñuel

Februar 22, 2020 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Kino gegen die Franco-Diktatur

Un chien andalou, 1929, Luis Buñuel, Salvador Dalí. Bild: Österreichisches Filmmuseum

Der spanische Regisseur Luis Buñuel ist einer der großen Klassiker des Kinos und ein fixer Bezugspunkt für das Österreichische Filmmuseum, das sein größtenteils im Exil entstandenes Werk immer wieder gezeigt hat. Wenn nun ab 27. Februar eine Auswahl seiner Filme aus der Sammlung wiederaufgeführt wird, ist es erstmals, um auch einen Kontext zu schaffen: Nämlich für die Filme zweier anderer spanischer Meisterregisseure, die in der Nachkriegszeit zu Weltruhm aufstiegen, inzwischen aber

ihrer großen Wiederentdeckung harren. Im Zentrum des Programms stehen nämlich eigentlich Juan Antonio Bardem und Luis García Berlanga, die in ihrer Heimat gemeinsam mit Buñuel schlicht als „las Tres Bes“, „die drei Bs“, des nationalen Kinos gelten. Dabei ist es ein stimmiger Ansatz, die Werke von Bardem und Berlanga zu kombinieren: Ihre Werke werden in Filmgeschichte und -kritik zwar oft miteinander verglichen, aber dennoch bot kaum je eine gemeinsame Retrospektive die Möglichkeit, ihre miteinander verflochtene Entwicklung zu würdigen, die sie zu unterschiedlichen Entwürfen geführt hat: zu engagierter Solidarität, „kritischem Zeugnis“ und akribischem Ästhetizismus bei Bardem; zu satirischen Röntgenaufnahmen der Gesellschaft und der fatalen Vernichtung des freien Willens und zum grotesken Humor bei Berlanga.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und seit dem Exil von Buñuel sind Bardem und Berlanga die zwei herausragenden Regisseure, die sich mit ihren Filmen dem offiziellen Kino der Franco-Diktatur dissident entgegenstellen. Den Beginn von Berlangas und Bardems Werdegang markiert die Zusammenarbeit an der neorealistischen cinephilen Komödie „Esa pareja feliz“ (Dieses glückliche Paar, 1951/53). Mitte der 1950er bilden die beiden Filmemacher das Zentrum der filmischen Erneuerung Spaniens. In „Bienvenido Mister Marshall“ (Willkommen, Mr. Marshall, 1952) parodiert Berlanga den Ausschluss Spaniens von der US-Nachkriegshilfe, während Bardem mit drei Werken besticht: „Cómicos“ (Schauspieler, 1954) über eine unerschütterliche theatrale Leidenschaft, „Muerte de un ciclista“ (Tod eines Radfahrers, 1955), der zu einem Manifest des realistischen Films wurde, und „Calle Mayor“ (Hauptstraße, 1956), über die bittere Enttäuschung einer verträumten Frau aus der Provinz.

Als die beiden Filmemacher – durchaus nicht ohne Schwierigkeiten – ihre kreative Blüte erreichen, geraten sie im Lauf des folgenden Jahrzehnts in ernsthafte Konflikte mit der Regierung, nachdem ihre Filme auf internationalen Festivals gezeigt werden und diverse Hauptpreise gewinnen. „El Verdugo“ (Der Henker, 1963) ist ein Plädoyer gegen die Todesstrafe in Berlangas unverwechselbarem Stil und Buñuels „Viridiana“ (1961), dessen Produktion Bardem unterstützt, wird gleich darauf verboten. Solche Anfeindungen, die Etablierung neuer Kinostrukturen, kommerzielle Turbulenzen und der Verlust der Sympathie der Filmkritik für Bardem führen dazu, dass Berlangas und Bardems Karrieren bis zum Tod Francos 1975 von Phasen der Untätigkeit gekennzeichnet sind. Dazu kommen Verzögerungen, Projektverbote, Arbeitsexil und Auftragsarbeiten, die sich weit von den eigentlichen Intentionen der Regisseure entfernen.

L’Âge d’or (Das goldene Zeitalter), 1930, Luis Buñuel. Bild: Österreichisches Filmmuseum

Belle de jour (Schöne des Tages), 1967, Luis Buñuel. Bild: Österreichisches Filmmuseum

Novio a la vista (Ein Freund taucht auf), 1953, Luis García Berlanga, Bild: Filmoteca Española

Bienvenido Mister Marshall, 1952, Luis García Berlanga. Bild: Österreichisches Filmmuseum

Siete días de enero (Sieben Tage im Jänner), 1979, Juan Antonio Bardem, Bild: Filmoteca Española

Die Mahnung, 1982, Juan Antonio Bardem © DEFA Stiftung/Parsech Schubaraljan. Bild: Österr. Filmmuseum

Erst der Übergang zur Demokratie und die neuen Freiheiten veranlassen die beiden dazu, sich neu zu erfinden. Bardem, ein prominentes Mitglied der Kommunistischen Partei Spaniens und stets ihren strategischen Parolen treu, verabschiedet sich von Symbolismen und Anspielungen zugunsten direkterer filmischer Formen. Er dreht das gewerkschaftsnahe Road Movie „El puente“ (Die Brücke, 1976) und rekonstruiert in „Siete días de enero“ (Sieben Tage im Jänner, 1978) das tragische Attentat auf Arbeitsrechtler im Jahr 1977. In „Die Mahnung“ (1982) erinnert er an den bulgarischen Politiker Grigori Dimitroff , der in den 1930ern bei einem Schauprozess der Nationalsozialisten die kommunistische Beteiligung am Reichstagsbrand widerlegt und die Bildung von Volksfronten vorangetrieben hatte.

Berlanga hingegen richtet in dieser Phase den vielstimmigen Sarkasmus der treibenden Kräfte der Gesellschaft und der unterprivilegierten Klassen – die bereits in „Los jueves, milagro“ (Donnerstags, Wunder, 1957) und vor allem in „Plácido“ (1961) eine Rolle spielen – auf die dekadenten Eliten und die neuen Machtstrukturen, etwa in „La escopeta nacional“ (Das nationale Gewehr, 1978). Er greift auch frühere gescheiterte Projekte wieder auf, wie zum Beispiel eine Szene aus „Bienvenido Mister Marshall“, die damals nicht gedreht werden durfte: 50 Jahre später macht Berlanga daraus den Kurzfilm „El sueño de la maestra“ (Der Traum der Lehrerin, 2002).

Langfilme werden teilweise mit kurzen Werken kombiniert, die mit ihnen in Dialog treten. „De Kuleshov a Berlanga“ (Von Kuleshov zu Berlanga, 2004) von Guillermo García-Ramos schildert einen Streit der Filmemacher während der Dreharbeiten zu „Esa pareja feliz“; der Künstler Pierre Molinier, Schöpfer von „Mes jambes“ (Meine Beine, 1965), hat Berlangas „Tamaño natural“ (Lebensgroß, 1973) durch seine Fotomontagen und Transvestiten-Selbstporträts beeinflusst, in denen er mit weiblichen Schaufensterpuppen androgyn verschmilzt. Die Gegeninformations-Dokumentationen „Amnistía y libertad“ (Amnestie und Freiheit, 1976) und „Hasta siempre en la libertad“ (Für immer in Freiheit, 1977), vom Madrider Filmkollektiv in den letzten Etappen der Diktatur heimlich gefilmt und projiziert, erweitern die Vorführungen von „El puente“ und „Siete días de enero“, die als verwandte Fiktionen des Genossen Bardem gezeigt wurden.

www.filmmuseum.at

22. 2. 2020

Cirque du Soleil: Mit neuer Show „Corteo“ in Wien

Januar 25, 2020 in Tipps

Die Meisterakrobaten sind ab 25. März in der Stadthalle

Bild: Dominique Lemieux

Mehr als 50 Artisten Musiker, Sänger und Schauspieler aus aller Welt machen ab 25. März die Wiener Stadthalle zum Zirkuszelt. „Corteo“, italienisch für Festzug, heißt die aktuelle Show des legendären Cirque du Soleil, in der auch diesmal wieder die Gesetze der Schwerkraft scheint’s mühelos überwunden werden. Neu ist eine Drehbühne, auf der die atemberaubenden Vorführungen und Weltklasse-Stunts an den Chandeliers oder mit den Bouncing Beds gezeigt werden.

Sie teilt das Publikum in zwei gegenüberliegende Bereiche, womit die Zuschauer die Vorstellung auch aus der Perspektive der Artisten erleben können. Die wie stets tragikomische Geschichte: eine fröhliche Prozession, eine festliche Parade, in der Inszenierung von Daniele Finzi Pasca, die sich in der Fantasie eines Clowns abspielt.

Bild: Dominique Lemieux

Bild: Dominique Lemieux

Bild: Dominique Lemieux

Dieser erlebt das Ende seiner Zeit auf Erden in einer karnevalsartigen Atmosphäre, während über allem mitfühlende Engel wachen. Corteo stellt das Große dem Kleinen gegenüber, das Lächerliche dem Dramatischen und die Magie der Perfektion dem Charme der Unvollkommenheit. Damit werden gleichermaßen Stärke und Zerbrechlichkeit des Clowns hervorgehoben. Dessen Weisheit und Liebenswürdigkeit symbolisieren die Menschlichkeit, die in uns allen lebt. Die Musik, abwechselnd lyrisch oder spielerisch, trägt Corteo durch ein zeitloses Fest, bei dem die Illusion die Realität neckt.

Bild: Dominique Lemieux

Bild: Dominique Lemieux

Die Show verbindet die Leidenschaft des Schauspielers mit der Anmut und Kraft des Akrobaten. Das Publikum betritt eine imaginäre Welt voller Spaß und Spontaneität an einem magischen Ort zwischen Himmel und Erde. Das Bühnenkonzept versetzt die Zuschauer in eine Theateratmosphäre, die in dieser Form bei Cirque du Soleil-Arenashows noch nicht gesehen wurde. Die durch den Eifelturm inspirierten Vorhänge wurden handgemalt und verleihen der Bühne ein grandioses Aussehen. Die Bauten geben dem Ganzen einen poetischen Rahmen. Seit seiner Premiere begeisterte die Show mehr als acht Millionen Zuschauer in 19 Ländern auf vier Kontinenten.

Über Cirque du Soleil: 1984 aus einer Gruppe von Straßenkünstlern hervorgegangen, hat Cirque du Soleil die Zirkuskunst komplett neu erfunden. Aus Montreal kommend, hat die kanadische Truppe Staunen und Begeisterung bei mehr als 180 Millionen Zuschauern mit 42 Produktionen hervorgerufen, die in fast 450 Städten in 60 Ländern gastierten. Cirque du Soleil beschäftigt derzeit etwa 4.000 Mitarbeiter, darunter 1.300 Künstler und Artisten aus mehr als 50 Ländern.

Trailer: www.youtube.com/watch?v=ajB8hcmjvFk

www.cirquedusoleil.com           www.stadthalle.com

25. 1. 2020