Theater in der Josefstadt: Ritter, Dene, Voss

November 18, 2022 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER-MEHMOOD

Brandteigkrapfen gibt’s für Ludwig aber nur zwei

Sandra Cervik als ältere Schwester = Dene, Johannes Krisch als Ludwig = Voss, Maria Köstlinger als jüngere Schwester = Ritter. Bild: © Moritz Schell

Jede Ähnlichkeit ist nicht …, sondern wird hier aufs vortrefflichste ironisiert. Denn da hängt sie an den Wänden, die überlebensgroße Ahnengalerie Ilse Ritter, Kirsten Dene und Gert Voss. Überwältigende Porträts. In Öl konservierte Vergangenheit, die Ludwig später wiederholt ab- und umhängen wird: Die Mutter/Dene, den Vater/Voss, dieser ästhetische Querverweis ist sozusagen Programm, die Frage der Wiederaufführbarkeit eines derart auf das ursprüngliche Trio

zugeschnittenen Textes an jeder Stelle mitreflektiert. Warum über dem Ritter-Bild ein Notausgangsschild leuchtet, nein, das hat nichts mit einem gewissen Notlichtskandal zu tun. Erstmals also seit der Salzburger Uraufführung 1986 ist in Wien, am Theater in der Josefstadt, eine Neuinszenierung von Thomas Bernhards meisterhaft komponierter, grotesker Komödie „Ritter, Dene, Voss“ zu sehen. Regisseur Peter Wittenberg inszeniert diese siebente Bernhard-Premiere der Direktion Herbert Föttinger. Mit Johannes Krisch als Ludwig/Voss, Sandra Cervik als älterer Schwester/Dene und Bernhard-Debütantin Maria Köstlinger als jüngerer Schwester/Ritter. Das dem der Uraufführung ähnliche Esszimmer-Bühnenbild hat Florian Parbs entworfen, gemeinsam mit der auch mit der Entwicklung der großartigen Porträts befassten Simina Nicolaescu.

Und nach knapp drei Stunden Spielzeit kann man sagen: mission accomplished. Wittenberg lässt, wie kürzlich sein junger Kollege Matthias Rippert bei „Am Ziel“ im Kasino des Burgtheaters, den erstarrten Blick auf den – je nach Sichtweise – Nestbeschmutzer/Rachegott Bernhard beiseite, und zeigt den Autor in all seiner gfeanzten, zwideren Humorigkeit, wie man ihn aus den Interviews mit Krista Fleischmann kennt und liebt – Zitat: „Die Leut‘ sagen, ich bin ein negativer Schriftsteller, ich bin aber gleichzeitig ein positiver Mensch. Also kann mir ja nix passieren.“ Und dann sein berühmtes „Nicht?“, mit dem er jedem Weiterfragen den Garaus machte. Das Genre real wie irreal: Gutbürgerliches Lachtheater.

Bernhard verflicht seine Freundschaft mit dem verhaltensoriginellen Paul Wittgenstein, die beiden lernten einander im Park am Steinhof kennen, der eine dort wegen seines chronischen Lungenleidens, der andere in der Psychiatrie, und dessen Onkel-Philosoph Ludwig Wittgenstein zur Figur Ludwig. Im Stück nun begegnet man den letzten Nachfahren der mehr als wohlhabenden Industriellenfamilie Worringer, die beiden Schwestern „Cottagegeschöpfe“, mäßig begabte Schauspielerinnen, aber weil der Gönner-Onkel ein Auge auf seine Nichten hatte, mit 51 Prozent an der Josefstadt beteiligt, sodass der derzeitige Direktor nach deren Pfeife tanzen muss.

Bild: © Moritz Schell

Bild: © Moritz Schell

Bild: © Moritz Schell

Will die jüngere eine Shakespare-Hauptrolle, kommt der britische Barde auf den Spielplan, will die ältere nur einen Zwei-Satz-Auftritt als Blinde, ein schöner Sidestep zur Saramago-Uraufführung mit der Cervik (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=47781), wird auch das möglich gemacht. Derlei Josefstadt-Andocker gibt es etliche, und das kundige Publikum umarmt sie amüsiert. Am Abend der Handlung hat die ältere Schwester trotz Widerspruchs der jüngeren Geistesmensch wie Kindskopf Ludwig aus der Anstalt nach Hause geholt – was der gar nicht will, genießt er im Irrenhaus doch Narrenfreiheit. Noch bevor der wie ein Messias herbeiersehnte Ludwig die Bühne entert, kommt es zum schwesterlich-sarkastischen Schlagabtausch.

Cervik ist grandios als (kranke?? Kranken-)Schwester mit inzestuösen Anwandlungen, die den Bruder so gern nackt in die Badewanne steigen sieht, und ihm die bevorzugten langen Baumwollunterhosen besorgt hat, die sie ihm per beherztem Griff in den Schritt der Untergatte vorführt. Cervik ist auch per Kostüm von Alexandra Pitz ganz notgeile Quasi-Nonne, deren Unterwürfigkeitsübungen, heißt: den Tisch so zu decken, wie dereinst Maman, beinah körperlich schmerzen. Köstlingers jüngere Schwester hat sich als Selbstbetrug die Selbstrettung auf den Stoff ihres sexyroten Cocktailkleids geheftet, doch tatsächlich ist diese nur ein an die Hand getackertes Sektglas – und je mehr illuminiert, desto brillant bösartiger, vulgärer Köstlingers Lachen. In psychologischer Feinarbeit sezieren die beiden Darstellerinnen ihre Charaktere.

Ludwig teilt seine Schwestern in die betuliche und die dumme, denen er den oft zu entschlüsseln versuchten „Katafalkismus“ vorwirft, laut Ilse Ritter aus einem Standard-Interview von Margarete Affenzeller aus dem Jahr 2019: „der ,Kunstkrater‘, aus dem es nur herausstinkt, ,sonst nichts, sonst nichts‘!“ – und die er eine gegen die andere ausspielt. Krisch, der die typisch mäandernden Bernhard-Halbsätze zwischen gefletschten Zähnen zerkaut, „Meine Schwestern sind meine Zerstörerinnen!“, mit einem Ennui, der nur durch die Sehnsucht nach der Todeskrankheit unterbrochen wird. Und jedes Mal, wenn Ludwig von dieser Lust spricht, greift Cervik flugs zur Sauciere, um noch mehr von Ludwigs Gedanken und Gefühlen in der Soße zu ertränken.

Screenshot/Trailer. © Jan Frankl

Screenshot/Trailer. © Jan Frankl

Screenshot/Trailer. © Jan Frankl

Screenshot/Trailer. © Jan Frankl

Je mehr Krisch am Rad dreht, und er liefert eine nachtmahrische klinische Studie voll bubenhaften Charmes, der sich wie die Wunde auf seiner Hand bis zur Deflagration verbrennt, umso mehr ist Köstlinger sadistisch belustigt und Cervik vor Besorgnis neben der Spur, die exaltierten Intelligenzgeschwister, die höllische ménage à trois, denen Thomas Bernhards Worte wie Bonmots, wie Aphorismen von den Lippen perlen.

Was des Weiteren passiert, ist bekannt. Wutanfälle und Beschimpfungen bei der Erwähnung des Namens Dr. Frege, der, da er zwei scheußliche Porträts der Schwestern initiiert hat, wie der Teufel an die Wand gemalt wird. Großmutters gutes böhmische Porzellan, das in tausend Scherben zerspringt, weil Ludwig, die Anrichte um einen halben Meter bewegen will – Krisch in Ludwigs Notizheft notierend: „Merke: Anrichte erst ausräumen, dann schieben“ -, schließlich die Elternpörträts, die er verkehrt herum aufhängt, die Rückseite nun schwarze Gemälde wie die des italienischen Künstlers Enrico Della Torre.

Die „Brrrrrrandteigkrrrrapfen“ hat Peter Wittenberg Johannes Krisch kluger-, weil somit nicht vergleichsweise erspart, er muss nur zwei in sich hineinstopfen und von sich geben. Zum Schluss das große Verstehen: Wittenberg lässt die Ahnengalerie von Autor, dessen Haushofmeister-Regisseur und seinen Original-AkteurInnen, ach: die Nostalgie! oh: die 1980er-Jahre-Manierismen!, dort wo sie hingehören: Im Museum. „Achtung: Bitte begeben Sie sich zum Ausgang, wir schließen in ein paar Minuten“, tönt es aus dem Lautsprecher, bevor Inspizient Claudio Hiller, hier eingesetzt als Museumswärter, sich unter der Notausgangsleuchte postiert und den Saal per roter Kordel absperrt. Mögen die „Ritter, Dene, Voss“ von vor 30 Jahren dahinter noch ihren schwarzen Kaffee trinken, anno 2022 hat die Bernhard-Rezeption nunmehr neue Räume betreten.

Trailer: www.youtube.com/watch?v=0bGKsjg5ds4           www.josefstadt.org

  1. 11. 2022

Kunsthalle Krems: The New African Portraiture

November 17, 2022 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER-MEHMOOD

Afrikas Identität und der westlich-weiße Denkfehler

Jean-David Nko: www.Les reines@des mines.org, 2021. © Courtesy Afikaris Gallery and the Artist, Bild: Jorit Aust

Die Kunsthalle Krems zeigt ab 19. November die Schau „The New African Portraiture. Shariat Collections“. Die Gruppenausstellung bringt führende Persönlichkeiten aus einer Generation faszinierender figurativer Künstlerinnen und Künstler afrikanischer Herkunft zusammen. Die mehr als zwanzig ausstellende Kunstschaffenden sind auf dem afrikanischen Kontinent und in der Diaspora beheimatet. Sie setzen sich mit komplexen Fragen afrikanischer Identität, Ästhetik und Kunstgeschichte auseinander.

Ihre eindringlichen Porträts lassen einen hinterfragen, wie schwarze Körper in der westlichen Maltradition fehlrepräsentiert oder übersehen wurden. Die eleganten Figuren von Amoako Boafo und Otis Kwame Kye Quaicoe beschreiben vielschichtige hybride Identitäten. Souleimane Barry, Bouvy Enkobo und Christopher Myers beschwören traumartige Szenen, in denen das Reale mit dem Imaginären verschwimmt. Dabei nutzen sie die unendlichen erzählerischen Möglichkeiten afrikanischer Kultur und Mythen. In den kraftvollen Werken von Gastineau Massamba und Everlyn Nicodemus begegnen die Betrachtenden Gemälden, die persönliche Traumata mit dem kollektiven Schmerz der belasteten politischen Geschichte Afrikas in Relation setzen.

Cornelius Annor: Barima Katakyie, 2022. © The Artist, Courtesy The Shariat Collections, Bild: Jorit Aust

Josie Love Roebuck: No, I Don’t Speak Swahili, 2020. © The Artist, Courtesy The Shariat Collections, Bild: Jorit Aust

James Mishio: Second Lense II, 2022: © The Artist, Courtesy The Shariat Collections, Bild: Jorit Aust

Die von der Ausstellung thematisierte neue afrikanische Porträtmalerei bezieht sich auf aktuelle Entwicklungen in Afrika. Künstlerisch geleitete Ausstellungsräume und gemeinnützige Organisationen schaffen ein Umfeld, in dem Künstlerinnen und Künstler besser gedeihen können. Diese neue afrikanische Welle ist Ausdruck einer Hochphase der kreativen Kultur des Kontinents. Im Zuge derer erzielt eine wachsende Anzahl von Persönlich- keiten aus Literatur, Kino, Architektur, Fotografie und Pop-Musik große Erfolge auf der internationalen Bühne.

Kuratiert wird die Ausstellung von einer Koryphäe der afrikanischen Gegenwartskunst, dem international renommierten Schriftsteller, Journalisten und Kunstexperten Ekow Eshun. Er schreibt für zahlreiche Kunstmagazine, ist ehemaliger Direktor des Instituts für zeitgenössische Kunst London und Vorsitzender der Fourth Plinth Commissioning Group. Seine Publikationen „Africa State of Mind“ und „Black Gold of the Sun“ wurden für den Lucie Photo Book Preis beziehungsweise den Orwell-Preis nominiert. Die ausgestellten Werke stammen aus der Sammlung der in Wien lebenden Brüder Amir und Shahrokh Shariat.

Amoako Boafo: Kennedy, 2021. © Bildrecht Wien 2022, Courtesy The Shariat Collections, Bild: Jorit Aust

Basil Kincaid: Kenturah Davis, 2021-202. © The Artist, Courtesy The Shariat Collections, Bild: Jorit Aust

Alexandre Diop: Autoportrait qui baise la loi Showing the Authority the Middler Finger, 2021. © The Artist, Courtesy The Shariat Collections, Bild: Jorit Aust

Die Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung: Millicent Akweley (geb. 2000 in Ghana), Cornelius Annor (geb. 1990 in Ghana), Crystal Yayra Anthony (geb. 1997 in Ghana), Atsoupé (geb. 1986 in Togo), Souleimane Barry (geb. 1980 in Burkina Faso), Amoako Boafo (geb. 1984 in Ghana), Aplerh-Doku Borlabi (geb. 1987 in Ghana), Alexandre Diop (geb. 1995 in Paris), Kimathi Donkor (geb. 1965 in Großbritannien), Matthew Eguavoen (geb. 1988 in Nigeria), Bouvy Enkobo (geb. 1981 in Republik Kongo), Basil Kincaid (geb. 1986 in den USA), Turiya Magadlela (geb. 1978 in Südafrika), Gastineau Massamba (geb. 1973 in Republik Kongo), James Mishio (geb. 1997 in Ghana), Christopher Myers (geb. 1974 in New York), Everlyn Nicodemus (geb. 1954 in Tansania), Jean David Nkot (geb. 1989 in Kamerun), Boluwatife Oyediran (geb. 1997 in Nigeria), Afia Prempeh (geb. 1986 in Ghana), Otis Kwame Kye Quaicoe (geb. 1988 in Ghana), Josie Love Roebuck (geb. 1995 in den USA), Eric Adjei Tawiah (geb. 1987 in Ghana) und Tesfaye Urgessa (geb. 1983 in Athiopien).

Zu sehen bis 10. April 2023.

www.kunsthalle.at

17. 11. 2022

Akademietheater: Engel in Amerika

November 16, 2022 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER-MEHMOOD

Mit Drag Queen Glamour gegen die Todesseuche

Patrick Güldenberg. Bild: © Susanne Hassler-Smith

Mit höchstem Lob und Beifall soll in dieser insgesamt bemerkenswerten Inszenierung als erste Dorothee Hartinger bedankt sein, die erst am Vormittag gefragt wurde, ob sie den Part der erkrankten, beinah stimmlosen Barbara Petritsch übernehmen könne. Ohne Probe und mit Textzettel in der Hand stürzte sich die Hartinger kopfüber ins Geschehen.

Immerhin galt es Mutter Hannah Porter Pitt, Rabbi Isidor Chemelwitz, den Arzt Henry und das geröstete Gespenst von Ethel Rosenberg zu verkörpern – und voilà, beim Bühnenvollblut lag die Herausforderung in besten Händen. Glücklich darf sich ein Direktor schätzen, der auf derlei Schauspielerinnen und Schauspieler zurückgreifen kann. Vom insgesamt jubelnden Publikum wurde Dorothee Hartinger mit einem besonders herzlichen Applaus bedacht.

Am Akademietheater wird also in der Regie von Daniel Kramer Tony Kushners „Engel in Amerika“ gezeigt. Der US-amerikanische Dramatiker schrieb seine mit dem Pulitzer-Preis, einem Tony Award und einem Drama Desk Award ausgezeichnete „Gay Fantasie on National Themes“ im Jahr 1990 – und freilich hat

sich in der sogenannten Ersten Welt (und nur dort) mittlerweile mit PEP einiges bewegt. Doch „Engel in Amerika“ – zuletzt bei der Neuen Oper Wien als Péter Eötvös‘ Musiktheater zu erleben, Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=34820 – ist mehr als ein AIDS-Drama. Es ist eine gesellschaftliche Abrechnung mit Neoliberalismus, Freunderlwirtschaft, dem Anspruch auf Gleichberechtigung bei gleichzeitiger Intoleranz von Politik (und deren Unfähigkeit mit der derzeitigen Pandemie umzugehen) und Glaubensgemeinschaften. Eine wütend-sarkastische Anti-Anti-Story. Und noch immer kriminalisieren 80 Staaten einvernehmliche homosexuelle Handlungen zwischen Erwachsenen. In fünf Ländern (Iran, Jemen, Mauretanien, Saudi-Arabien, Sudan) sowie in Teilen Nigerias und Somalias werden sie sogar mit dem Tode bestraft.

Felix Rech und Markus Scheumann. Bild: © S. Hassler-Smith

Nils Strunk und Felix Rech. Bild: © Susanne Hassler-Smith

Annamária Láng. Bild: © Karolina Miernik

Nils Strunk und Bless Amada. Bild: © Karolina Miernik

Aber auch in Ländern ohne solch homophobe Strafgesetze sind Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender oft dem Hass paramilitärischer Gruppen oder Übergriffen der Staatsorgane ausgesetzt. Die Formen der Gewalt reichen von willkürlichen Verhaftungen, Schikanierung und Erpressung über Prügel und sexuelle Demütigungen bis hin zu Vergewaltigungen und brutalen Morden. In Europa ist es ebenso um die Menschenrechte der LGBTQI+-Community mancherorts schlecht bestellt. Gerade in Staaten des ehemaligen Ostblocks werden Gay Pride Paraden von rechtsradikalen Schlägertrupps angegriffen; in einigen Hauptstädten – darunter Warschau, Moskau, Riga und Chisinau – sind sie von den Behörden verboten.

So etwas verstößt gegen die Europäische Menschenrechtskonvention und ist mit der Mitgliedschaft in der EU und im Europarat unvereinbar. Doch die Amtsstellen hoffen, dass diese Missachtung europäischer Werte und demokratischer Prinzipien nicht weiter auffällt, da sie sich gegen eine vermeintlich „kleine Minderheit“ richtet. Mutige Menschenrechtsverteidiger machen hingegen deutlich, dass sexuelle Selbstbestimmung kein Menschenrecht zweiter Klasse ist.

Zurück zum hochaktuellen gestrigen Abend, keinem „Rückblick“ oder „Stück schwuler Kulturgeschichte“, da „von AIDS niemand mehr spricht“, wie hie und da zu lesen, dafür mit den beiden Zuschauerinnen in der Reihe hinter einem, die den „scheußlichen Vorhang“ nicht als Regenbogenflagge identifizieren konnten. Vom Foyer in den Saal kommend empfangen einen unterm Glitter einer Discokugel Cyndi Lauper, Boy George, die Village People und Gloria Gaynor. I will survive. Immer noch der #1-Hit der Schwulenbewegung. Annette Murschetz zeigt, als sich der Vorhang hebt, vor desolater, getaggter Kachelwand einen gestapelten Haufen schwarzer Särge, die später als Bar, Pissoir, Theaterschminkspiegel und Totenlade dienen werden.

Kushner verwebt den New Yorker Totentanz seiner Figuren zu einem kunstvollen, immer surrealer, immer expressionistischer werdenden Gebilde, bis sich der Kreis zum Ganzen schließt. Da ist zunächst das Liebespaar Mayflower-Nachkomme Prior Walter (Patrick Güldenberg) und – der nicht wirklich fromme Jude – Louis Ironson (Nils Strunk), der mit der AIDS-Erkrankung seines Lebensgefährten nicht umzugehen weiß, der sich vor dessen Krankheitssymptomen ekelt, überfordert zwischen Fluchtgedanken und Aufopferungswillen pendelt, und ihn schließlich verlässt. Außerdem das Mormonenehepaar Joe Pitt (Felix Rech), der mit seiner Religion vs. seiner sexuellen Orientierung kämpft, und Harper Pitt (Annamária Láng), die sich täglich ins Valium-Nirvana halluziniert, um die unterschwellige Ahnung, die sie über Joe hat, nicht Wahrheit werden zu lassen.

Bless Amada. Bild: © Karolina Miernik

Scheumann und Rech. Bild: © K. Miernik

Bless Amada. Bild: © Karolina Miernik

Joe und Louis sind Mitarbeiter am Bundesappellationsgericht, wo sie einander eines Tages auf der Herrentoilette begegnen und … naja. Man befindet sich also am unteren Ende der Oberschicht, dominiert vom zwielichtigen Juristen Roy M. Cohn (Markus Scheumann), der einzig real existiert habenden Person im Stück – dazu die Kurzzusammenfassung: politischer Ziehsohn von J.Edgar Hoover, der ihn an Joseph McCarthy weitervermittelte, Kommunistenhetzer, verantwortlich für die Hinrichtung Ethel Rosenbergs auf dem elektrischen Stuhl, Rechtsanwalt von Donald Trump, Berater von Richard Nixon und Ronald Reagan, homosexuell. Als bei ihm 1984 AIDS diagnostiziert wurde, behauptete er bis zuletzt Leberkrebs zu haben. Schwulsein ist nichts für Macher.

Schon Scheumanns intrigant-hektische Eröffnung des Schauspiels ist vom Feinsten. Auf drei Uralt-Handys gleichzeitig telefonierend beschafft er einer Senatorengattin Cats-Karten, macht seinen Assistenten zur Schnecke und versucht einen Deal an Land zu ziehen, dies im Sprech-Stakkato und alsbald im Jockstrap, während er Richtung Joe Grimassen schneidet, die erläutern, mit welchen Armleuchtern er es hier zu tun hat. Mit Joe hat er große Pläne, er soll sein Mann in Washington werden, wo er es sich wegen seiner Machenschaften verscherzt hat. Doch der macht sich Sorgen, nicht nur wegen seines Gönners Skrupellosigkeit, sondern auch, dass Harper den Politsündenpfuhl nicht verkraftet.

Je mehr Fahrt die Handlung aufnimmt, desto fantastischer werden die Kostüme. Der georgische Modedesigner Shalva Nikvashvili, in seinen Arbeiten stets mit Identitätsfragen und Ideosynkrasie beschäftigt, wechselt vom Grau in Grau der Yuppie-Anwaltswelt zu Paradiesvögeln, die einen direkt in RuPaul’s Drag Race katapultieren. (Die Rosa Winkel, die Homosexuelle als Kennzeichnung in den NS-Konzentrationslagern auf der Häftlingskleidung tragen mussten, als Sinnbild für das Kaposi-Sarkom auf die Körper der Darsteller gemalt, wurden auch zum Symbol der Schwulenbewegung Act Up.)

Im Wortsinn schönster Nutznießer von Nikvashvilis Ideenreichtum ist der genial-spielfreudige Bless Amada als Belize, vormals Drag Queen und Priors Lover, nun dessen staatlich geprüfter Krankenpfleger. In Fieberträumen, Wahnvorstellungen, queeren Visionen, eskalierenden Phantasmagorien erscheinen die Gespenster einer güldenen Vergangenheit, Kontorsionistin und Drag Queen Pandora Nox hat dazu die Choreografien erdacht. Hinreißend Patrick Güldenbergs Outfit als sterbender Schwan, später als eine Art Königin der Nacht.

Bless Amada. Bild: © Karolina Miernik

Bless Amada und Annamária Láng. Bild: © Karolina Miernik

Amada, Rech, Strunk und Scheumann. Bild: © Karolina Miernik

Bless Amada und Patrick Güldenberg. Bild: © Karolina Miernik

Es ist Regisseur Daniel Kramer hoch anzurechnen, dass er den Spagat zwischen Erotik und Exzentrik, Dramatik, Witz und Sentiment ebenso parallel zu führen versteht, wie die oft synchron ablaufenden Szenen, wie er Explizites im Central Park und Schwulenclubs elegant zu lösen vermag. Bless Amada wird als blau-weiß-grinsende Glückspille zu Harpers „Reiseagent“, der mit ihrem Eisbären-Ich und Riesenmedikamentendose in der Arktis landet. Bless Amadas Belize, die sich selbst Kadaverette nennt und bittersüß Playback-Songs singt, mal als Christbaum, mal als Santa Claus‘ Lieblingself, mal als Diana Ross‘ sexyer Sister. Dann wieder Prior betreuend, der in einem gläsernen Schneewittchen-Sarg beziehungsweise Inkubator liegend teerige Körperflüssigkeit verliert.

Eine der stärksten Szenen des Abends ist, wenn Louis sich vor Belize in einen völligen Schwachsinn über die Ausgrenzung Andersseiender anderswo deliriert, dazu seine Ansichten zum angeblich problemlosen Zusammenleben à la USA zelebriert, bis Belize die Spucke wegbleibt. So viel rassistischen Unfug hat er noch nie gehört. Das ist nicht nur von Nils Strunk und Bless Amada glänzend gespielt, sondern zeigt: „Race“ ist jenes Thema des Stückes, das an gesellschaftlicher Relevanz noch zugelegt hat. Das geht so lange ungut, bis der Jude und die Person of Color einander gegenseitig Rassismus vorwerfen, Belize, die Louis Feigheit vor Priors Krankheit anprangert. Und während der drei Stunden Spieldauer senkt sich ein gigantischer HI-Virus auf die Bühne herab.

Zum Ende? Dorothee Hartinger als Ethel Rosenberg mit elektrisch aufgeladenen Haaren, Markus Scheumann, der wie Dracula seinem Sarg entsteigt, um in der brennheißen Hölle zu landen – und endlich der Engel, Safira Robens, geharnischt in Stahlgrau und mit flammendem Schwert. Dessen letzte Worte an Prior: „Sieh nach oben! / Sieh nach oben! / Bereite den Weg …“ Eine Schlussapotheose, die im Getümmel leider ein wenig untergeht. Im nicht gerade überfüllten Akademietheater hatten nach der Pause noch einige Teile des Publikums die Flucht ergriffen. Schade, den „Engel in Amerika“ mit diesem sensationellen Ensemble und grandiosem Leading Team ist ein absolutes Muss!

Teaser: www.youtube.com/watch?v=CHWg74-R9v8           www.burgtheater.at

TIPP – Werk im Fokus #41: Engel in Amerika. Am 17. November sind Nils Strunk und Patrick Güldenberg ab 18.45 Uhr auf ZOOM zu Gast, um mit dem Publikum über ihre Charaktere Louis Ironson und dessen Lebensgefährten Prior Walter zu diskutieren. Kostenlos für Newsletter-AbonnentInnen. Der Link dazu wird am jeweiligen Tag direkt verschickt. Mehr Info: www.burgtheater.at/newsletter-bestellen

  1. 11. 2022

Kunstforum: Death and the Maiden. Ukrainische Kunst

November 9, 2022 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER-MEHMOOD

Von der Verwundbarkeit des Körpers und der Seele

Lucy Ivanova: Warm Optics, 2022. © Courtesy the artist

Das Kunstforum Wien hat Lizaveta German und Maria Lanko, die Kuratorinnen des diesjährigen ukrainischen Beitrags auf der Biennale di Venezia, eingeladen für die Herbstausstellung 2022 im tresor eine Präsentation mit ukrainischen Künstlerinnen und Künstlern zu kuratieren.

Die Ausstellung soll Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf die Gesellschaft in Europa reflektieren. Lizaveta German und Maria Lanko sind ein Kuratorinnenteam, das 2018 gemeinsam mit dem

Schweizer Filmemacher Marc Wilkins die Ausstellungsplattform und Galerie The Naked Room in Kyiv gegründet hat. The Naked Room gilt als eine der interessantesten Adressen für die lebendige, junge ukrainische Kunstszene. Viele der Kunstschaffenden, die hier vertreten sind, waren für den anerkannten Pinchuk Art Prize nominiert oder wurden mit diesem ausgezeichnet.

Die Schau behandelt das Thema des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine nicht auf direkte Weise, sondern macht scharfsinnige Beobachtungen, legt Erfahrungen und Gefühle offen, die durch die neue Lebensrealität hervorgerufen werden. Ebenso werden aus dem Krieg resultierende Konsequenzen für die ukrainische und die europäische Gesellschaft im weitesten Sinne diskutiert. Die Geschichte, die die Ausstellung erzählt, befasst sich mit einer neuen Sensibilität gegenüber immer gültigen Themen wie Gedächtnis, Trauma, Verwundbarkeit des Körpers und die Nähe von Leben und Tod.

Zu sehen bis 15. 1. 2023

www.kunstforumwien.at           In Kooperation mit www.imaginehumanrights.com

Unterstützt durch den Ukrainian Emergency Art Fund (UEAF) im Rahmen des Programms „Cultural Emergency Response“ des Prince Claus Fund For Culture and Development: ueaf.moca.org.ua

9. 11. 2022

Elena Subach: From the series Grandmothers On the Edge of Heaven, 2018-19. © Courtesy the artist and The Naked Room gallery

Zhanna Kadyrova: Palianytsia, 2022. Fundraising project for Emergency in Ukraine. Castello 2145, Riva San Biasio, 30122 Venice. Bild: © Natalka Diachenko

Elena Subach: From the series Grandmothers On the Edge of Heaven, 2018-19. © Courtesy the artist and The Naked Room gallery

 

WUK performing arts: On The Egde #8

November 8, 2022 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER-MEHMOOD

Ein Festival für zeitgenössische Zirkuskunst

Knights of the invisible (GB): Waiting for the Sea Eagle. Bild: © Richy Walsh

Was 2019 als Versuch startete, ist mittlerweile ein richtiges Festival geworden: „On The Edge“ im WUK geht in die dritte Runde. Das diesjährige Programm zeigt vom 18. bis 26. November Performances aus Österreich, Deutschland, Belgien, Tschechien, Irland und Schottland – allesamt unkonventionelle und mutige künstlerische Positionen, die den traditionellen Zirkus neu verhandeln. Installationen, Filmscreenings,

Diskursformate sowie KünstlerInnen-Gespräche runden das Festival ab. Neben neuartigen dramaturgischen und ästhetischen Zugängen innerhalb der Zirkuskunst beschäftigen sich die KünstlerInnen auch mit aktuellen gesellschaftlichen und politischen Fragestellungen – was dringender denn je erscheint, in Zeiten von vielfältigen Krisen. Die Themen reichen von Kommunikation und Empathie, über den Wert von veränderten Wahrnehmungsmustern und medialen Vorgaben, der Aneignung Raums, bis hin zur Infragestellung des konstanten Strebens nach Immer Mehr, des Scheiterns und den persönlichen Bewältigungsstrategien damit. Allen KünstlerInnen gemein ist das experimentelle Arbeiten und die Weiterentwicklung ihrer Zirkustechniken.

Das Programm:

Sandra Hanschitz (AT/DE): |||||. 18. und 19. 11., 19.30 Uhr. Im Tanz mit dem Cyr Wheel zelebriert Artistin Sandra Hanschitz das Loslassen. Die Stimmung ihrer Performance ||||| entwickelt sich von ruhevoller Balance über Kontrollverlust hin zu faszinierender Dynamik und schwebender Leichtigkeit. Von rohem Klang bis zu feinen Beats komponiert der Klangvirtuose Joël Beierer dabei die gesamte Geräuschkulisse aus dem Cyr Wheel selbst. Trailer – Sandra Hanschitz: IIIII: vimeo.com/747600670

Sinking Sideways (DE/BE): René. 18. und 19. 11., 21 Uhr. Die Künstlerinnen Xenia Bannuscher und Dries Vanwalle sind in ihrer Performance „René“ stetig auf der Suche nach Entwicklung, Variation und Überraschung. Mithilfe eines komplexen Systems von Taktstrichen wird die außerordentliche Synchronizität der AkrobatInnen durch minimalistische, immer wiederkehrende rhythmische Musikakzente unterstützt. „René“, choreografiert und interpretiert von Sinking Sideways, ist das Debüt des Tanzakrobatik-Kollektivs und vereint Zirkus und Tanz auf raffinierte Weise. Eine österreichische Erstaufführung

Sebastian Berger (AT): Is it a trick? 19. 11., 18 Uhr, 20. 11., 15 und 18 Uhr, 21. 11., 19.30 Uhr. „Is it a trick?“ ist ein zeitgenössisches Zirkusstück von Sebastian Berger, das fließend in eine Installation übergeht. Im Rahmen einer immersiven Performance bewegt sich das Publikum frei im Raum, sucht sich seinen Blickwinkel selbst und wird somit Teil der Performance und des zirzensischen Tricks. Etablierte Sehgewohnheiten und Wahrnehmungen werden dabei infrage gestellt. Besonderes Interesse gilt der Blickführung des Künstlers, seines Zeichens ein Meister der Objektmanipulation, als auch der Betrachtenden: Der Fokus ist nicht direkt auf das Objekt gerichtet, sondern wird beispielsweise über Spiegel gelenkt. Diese ungewohnte Sichtweise und der damit einhergehende Kontrollverlust versprechen spannende Neuentdeckungen von Altgewohntem.

Sebastian Berger (AT): Is it a trick? Bild: © Romain Maguaritte

Sandra Hanschitz (AT/DE): |||||. Bild: © Jennifer Rohrbacher

Viktor Černický (CZ): PLI. Bild: © Vojtěch Brtnický

Film – Chloé Moglia (F): Horizon. Bild: © Johann Walter Bantz

Viktor Černický (CZ): PLI. 20. 11., 19.30 Uhr, 21. 11., 21 Uhr. „PLI“ vereint 22 Konferenzstühle, einen besessenen Rhythmus und einen hingebungsvollen Performer. Auf einer weißen Plattform bemüht sich Viktor Černický entschlossen um die unendliche Konstruktion, Dekonstruktion und Rekonstruktion des Universums. Das Ergebnis ist ein intelligentes und spielerisches Solo zwischen Zirkus und Tanz – und eine physische Metapher für endloses menschliches Streben und Durchhaltevermögen. In Anlehnung an die Philosophie von Gottfried Willhelm Leibniz ist „PLI“ eine unvorhersehbare und humorvolle Performance, bei der barocke Opulenz durch räumliche Bescheidenheit und materiellen Minimalismus ersetzt wird. Die Performance „PLI“ wurde von vielen europäischen Spielstätten und Festivals präsentiert – unter anderem in Paris, London, Ljubljana, Helsinki, Barcelona und Rom. Viktor Černický ist Twenty20-Künstler bei Aerowaves, einer renommierten Plattform für innovative Tanzproduktionen in Europa. Eine österreichische Erstaufführung.

Verena Schneider & Charlotte Le May (AT/FR): ALTER – cirque introspectif. 24. und 26. 11., 19. 30 Uhr. „ALTER – cirque introspectif“ ist die erste Stückentwicklung von Verena Schneider & Charlotte Le May. Die beiden Akrobatinnen gestalten eine intensive physische Performance, in der Akrobatik, Tanz und Text zusammentreffen. Der Körper wird dabei zum Kommunikations-, Erfahrungs- und Klangmittel. Die Bewegungen und akrobatischen Figuren sind explosiv, energetisch, präzise und sanft. Die in der Performance verwendeten Texte sind von den Künstlerinnen selbst verfasst und basieren auf einem Interview mit einer Person namens „Lara“. Die Texte beschäftigen sich vor allem mit der Frage der Sozialisierung und der Beziehung zum anderen.

Knights of the Invisible (SCT/GB): Waiting for the Sea Eagle. 24. 11., 21 Uhr, 25. 11., 19.30 Uhr. Die schottische Kontorsionistin und Tänzerin Iona Kewney arbeitete mit Wim Vandekeybus und Alain Platel zusammen, bevor sie ein eigenes künstlerisches Universum entwickelte, indem sie den Körper mit Klängen auf die Probe stellte und die Gesten bis zum Äußersten trieb. „Waiting for the Sea Eagle“ von Knights of the Invisible aka Iona Kewney und Joseph Quimby – die beiden verstehen sich als radikale Tanzkompanie mit hyperrealistischen Details und surrealistischen Visionen, ihre Performances sind zutiefst energetisch, wild und pur – ist eine österreichische Erstaufführung.

Darragh McLoughlin (IRL): STICKMAN. 25. Und 26. 11., 21 Uhr. Eine Person balanciert einen langen, dünnen Stock auf verschiedenen, oft unbeholfenen Körperteilen und setzt ihn dadurch in Bewegung. Ein Fernseher versucht, die Wahrnehmung des Publikums zu beeinflussen, indem er ihm vorschreibt, was es zu sehen hat. Das Publikum gerät ins Sinnieren: Ist das, was es liest, das, was es sieht? Was genau macht die Person mit dem Stock, der Stock mit der Person? Durch den Einsatz verschiedener psychologischer Methoden erforscht Darragh McLoughlin das Thema Wahrheitshoheit, indem er sie dem Publikum auf komische und manchmal aggressive Weise aufzwingt. Ist man noch in der Lage, Entscheidungen über die Welt, die einen umgibt, zu fällen oder wird man einfach nur von einer Menge an Informationen vor sich hergetrieben? Eine österreichische Erstaufführung.

Darragh McLoughlin (IR): STICKMAN. Bild: © Philippe Deutsch

Sinking Sideways (DE/BE): René. Bild: © Jostijn Ligtvoet

Verena Schneider & Charlotte Le May (AT/FR): ALTER – cirque introspectif. Bild: © Verein Freifall

Festival Closing Party mit einem Konzert von Zion Flex. @ Soda Salon – Bild: Käthe deKoe

coffee & circus curated by Initiative feministischer Zirkus. 20. 11., 11 Uhr. „coffee & circus“ ist das neue Vernetzungs- und Diskursformat von „On The Edge“, zu dem die Initiative feministischer Zirkus einlädt. Im gemütlichen Rahmen gestalten VertreterInnen der Zirkusszene den Sonntagvormittag mit ihren Themen. Ob Vortrag, Diskussionsrunde oder kollektive Performance: den Formaten sind keine Grenzen gesetzt. Gleichzeitig soll der Vormittag auch als Inspiration dienen, mit eigenen Entscheidungen eine diskriminierungssensiblere Szene zu gestalten. Coffee und Snacks gehen aufs WUK. Die Initiative feministischer Zirkus setzt sich für eine gleichberechtigte und sichere Zirkusszene ein. Ihr Ziel ist, eine erhöhte Aufmerksamkeit sowie mehr Veränderungswillen im Hinblick auf patriarchale Strukturen, Inklusion, Respekt und Sensibilität zu generieren.

Filmscreenings. 18. bis 21. 11., 19 Uhr. Während des Festivals zeigt das WUK im Foyer Kurzfilme aus dem Bereich der experimentellen Zirkuskunst. Mit Filmen von Elodie Guézou, Chloé Moglia, Laura Murphy, Verena Schneider & Charlotte Le May und Darragh McLoughlin.

Am 26. 11., 22 Uhr, findet die Festival Closing Party mit einem Konzert von Zion Flex statt. Zion Flex ist eine preisgekrönte Künstlerin aus Bristol, die in Wien lebt und international auftritt. Sie hat mehrere Singles, Alben und Musikvideos veröffentlicht. Als Singer-Songwriterin macht sie elektronische Musik mit melodischem Gesang, Spoken Word sowie Rap. Eine einzigartige Ästhetik, ein faszinierendes Hörerlebnis. Videos: www.youtube.com/watch?v=OJlRr3wpHV8           www.youtube.com/watch?v=n8KrbaADNi8

Mehr Infos und Tickets unter dem jeweiligen Programmpunkt hier: www.wuk.at/programm/on-the-edge-8

TIPP: Die Vorstellungen am 19. November finden im Rahmen der Europäischen Theaternacht statt. Das WUK öffnet daher die Saaltüren zum pay as you wish | canPreis und empfiehlt sich rechtzeitig vorher Karten zu sichern. Pro Person können pro Vorstellung maximal vier Karten gebucht werden. Reservierungen bitte an performingarts@wuk.at. InhaberInnen eines Kulturpasses (www.hungeraufkunstundkultur.at) melden sich mit ihren Kartenwünschen sowie einem Scan oder Foto des gültigen Ausweises ebenfalls bei performingarts@wuk.at.

  1. 11. 2022